Ian C. Smith

Three Poems

Artifice

He photographs her on the Cobb at Lyme Regis,
a shadowy shot to be published in a journal
unimagined then like other scenarios
destiny stores between expectation and realisation.

They had read The French Lieutenant’s Woman.
Wave-smash sprays her op-shop cape
as if a film is being enacted in a surf-hiss of grief,
a heartsore woman staring seaward from the revetment.

Absorbed, they learn of a town, its yeomanry, transformed,
chaos caused by the adaptation of a romance.
Karel Reisz repeatedly directed a scene set in 1867,
sheep driven over muddied cobbles past this teashop.

They lean in, picturing soldiers in scarlet tunics,
the cinema dormant in destiny’s plot development.
His staged photograph forms part of memory’s mirage,
a film location he would revisit if possible.

For many seasons he travels only in his thoughts,
acknowledges novels are devices, artificial,
as John Fowles didactically reminded readers,
so too, films with towns disguised as the past.

Another book, about tramping England’s eroding coast
below Lyme’s fossilized cliffs, carries him sweetly back.
He recalls her cape, touch, dark green velvet,
wonders what became of it, of the characters they were.

Mme. Blanchard hits the roof

Summer, 1819, Napoleon grounded, but not human spirit.
Those basket cases, balloonists, hang in clouds.

Paris by night, a sight to die for.
To reach for the sky is the French tradition,
so, too, looking down on people.
She looks good in that Regency style,
diminutive, décolletage cinched above a high waist,
dressed to kill, you could say, or to be killed.
She is the queen of fireworks, pity about hydrogen.

In the Tivoli Gardens the bandstand rocks,
warm air above lit by her Bengal lights.
A magical rain showers the sky silver and gold
from parachute bombs she lights with a long taper,
thrills revellers whose murmur drifts up to her
floating inadvertently close to a sparkling heaven,
a suitable distance from her terror of crowds.

Riding her gondola, a skimpy thing like herself,
she sees her balloon ablaze, begins her descent,
feathered hat lost, a rushed farewell performance.
The house roof’s pitch steep, her rigging tangled,
fire almost out, burned, broken, she can’t hang on,
she who once remained aloft all night over Rome.
It’s me. Help! Sophie gasps, then the cobbles.

Not VCs, VD

They huddle sorry-arsed on the platform sharing Turf cigarettes,
faces above khaki greatcoats, demeanour, of older men,
any ideals of medals not what they imagined,
inventing tales, their ultimate destination vague,
a vanishing point joked about but yearned for.
They watched back yards passing by, recalled games,
kitbags in the rack, windows streaked, their gaze opaque,
no risk now of being blown up, yet their world askew.

Crown land, an exclusion zone, rude architecture,
kangaroos and copperheads patrolling the bluish bush,
army doctors’ blunt indifference unmitigated by nurses,
women soon to be only memories of mixed emotions;
porridge and penicillin, a muddle of menial tasks,
a caste quarantined from locals who believe propaganda;
troop movement, training exercises, returning heroes,
who remain ignorant of anything to do with this lot.

Look, there I am long after the war was over, a boy searching
for his lost dog he will never see again, walking
away from the murmur of his family’s regret, almost
stepping on a coiled snake under the cover of trees,
calling, whistling for things to be as they were.
He reaches the old army reserve where a breeze stirs,
nudges his cigarette smoke, a flap of cardboard on a shed,
sunlight on a soiled window as if trapped there long before.

 

Ian C Smith, P.O.Box 9262, Sale, 3950, Australia icsmithpoet@gmail.com

Marc Adrian

Hermann Hendrich
Zu den literarischen arbeiten von Marc Adrian

Wenn wir uns den literarischen arbeiten von Adrian zuwenden, vielleicht ein schmales, aber komplett veröffentlichtes werk mit zwei büchern, einer reihe von kurzen texten, einem theaterstück in kooperation mit anderen [1] und einer bestechenden übersetzung aus dem amerikanischen, sollten wir auch daran denken, wie die offizielle geschichte der literatur, freilich auch der modernen, immer von ihren eingeprägten oder eingebildeten gipfelhöhen ausgeht, und in den häufigsten fällen den ursprünglichen breiten und personenreichen kreativen sumpf partout nicht erkennen will. Freilich sollen die werke für sich sprechen, aber wenn es keine laudatores gibt, diese arbeiten einem breiteren lesepublikum vorzustellen, bleiben sie in den bibliotheken und auf den ikea brettern einiger interessierten intellektuellen stehen.

Eine neue generation von angehenden künstlern, schriftstellern, dichtern, musikern , komponisten, architekten der geburtsjahrgänge um 1930, auch verbunden mit jungen vertretern der sich aus dem rassismus befreienden wissenschaft der völkerkunde, versammelten sich mit beginn der fünfziger jahre in kleinen und größeren gruppierungen; eines der wichtigsten sammelbecken für diese frauen und männer  war der art club in der Wiener innenstadt, der so genannte strohkoffer. Geteilt wurde die ablehnung gegen die an den faschismus angepasste kunsthaltung, es gab informationen über die kunstentwicklung der 30er jahre, die vorher völlig unterdrückt worden waren, und manche künstler und schriftsteller, die quasi untergetaucht überlebten, Gütersloh sei als beispiel genannt, konnten ihre erfahrungen an die junge generation weitergeben. Marc mit seinen 20 jahren sog alles neue in sich auf, und konnte es auch so ordnen, dass es ihm in seinem letztendlich ungebrochenen gestaltungswillen zu diensten kam. Wie er insbesondere den losen kreis der – wie er schreibt – interessierten (Achleitner, Artmann, Bayer, Contreras, Ferra, Kölz, Jelinek, Potzelberger, Wobik, Rühm, Wiener) an den problemen der dichtung, musik und der bildenden künste darstellt, ist aus heutiger sicht von enormen interesse, haben sich doch die künste alle seitdem in ihre eigenen vier wände zurückgezogen. Für diese damalige zeit gibt es zeugnisse von Okopenko, Rühm, und zuletzt von Oswald Wiener, (Zur ausstellung „10 optische Gestaltungen“ im Jänner 1960 in der Galerie junger Generation am Börseplatz lasen Wiener, Rühm und Bayer, und Wiener legte ein blatt mit äusserst interessanten bemerkungen über dieses thema vor, das leider bei uns allen, die an den veranstaltungen teilnahmen, nicht mehr auffindbar ist.

Was hat man sich damals vorgenommen: das schreiben aus dem empfundenen, dem illusionismus, der einladung zum nachverfolgen des schicksals irgendeiner im text beschriebenen person herauszuführen, wie immer geartete andere prinzipien der anordnung von sätzen und wörtern anzunehmen. 1957 beendet Marc die ‚theorie des methodischen inventionismus’, der unter der beteiligung der in seinem atelier in der Oberen Donaustraße häufig anwesenden künstlerkollegen leider erst 1980 in der edition neue texte veröffentlicht werden konnte. Die mit hilfe dieser schreibtechnik geschaffenen texte der jahre von 53 bis 60 sind eben unter dem titel ‚inventionen’ ebendort erschienen. Dazu gehört allerdings auch die haltung sprachliches als material anzusehen, das nicht von augenblicklichen eingebungen gestaltet wird, sondern von einem kalkül.

Freilich hat die mathematische grundlage des „inventionismus“ sowie sein studium der wahrnehmungspsychologie an der UNI Wien neue möglichkeiten für seine bildnerische arbeit und den präzisen schnittprogrammen für seine filme mit sich gebracht.

Mit diesem rüstzeug ausgestattet, zu dem noch die kenntnis der cut-up und montage technik dazu gekommen war, erarbeitete Adrian zwischen 1966 und 69 eine anzahl von kürzeren texten, die in lesungen in verschiedenen galerien von ihm vorgetragen wurden. Leider fanden sie erst wesentlich später zu einer Veröffentlichung, sodass ihre wirkung auf die leseabende beschränkt blieb.

Auf grund aller dieser überlegungen und weiterführenden gedanken war Marc von den in der mitte der 60er jahre beginnenden möglichkeiten des computers fasziniert, auch in seinem filmischen werk hatte er sich damit auseinandergesetzt, nun gab die bekanntschaft mit einem programmierer am IBM und dem ähnlich gesinnten Gottfried Schlemmer die möglichkeit, völlig neue gestaltungen für ein theaterstück, das SYSPOT genannt wurde, auszuprobieren. Für die bühne wurde das stück nur in einer aufführung vom ersten Wiener Lesetheaters erarbeitet, aber in den protokollen 1970 abgedruckt.

Die intensive beschäftigung mit dem werk von Kenneth Patchen, insbesondere dessen meisterwerk Sleepers Awake, das Marc für den März Verlag übersetzte, verschafften ihm noch weiterreichende gestaltungsmöglichkeit. Patchen hatte ja nicht nur die visuelle und konkrete poesie vorausgenommen, sondern auch spezielle techniken der montage entwickelt, viele jahre vor Konrad Bayer. Als ergebnis dieser vielschichtigen anregung dürfen wir die wunschpumpe als die große montagearbeit betrachten, die 1991 erschien.

Wie ich in der vergangenheit einigemale ausführen durfte, hat Adrian in den von ihm meisterlich beherrschten künstlerischen disziplinen sein großes kreatives potenzial einbringen können, und seine neuen gestaltungsmethoden auch weitergeben können, in Cambridge, USA; Hamburg, Stuttgart. Zu erwähnen ist auch, dass er mit seiner aktivität in literarischen, insbesondere in der GAAV,  kreisen eine kleine gruppe von dichterInnen  der nächsten generation, unter ihnen Loidl oder Katt befreunden konnte, die sich mit seinen schreibmethoden intensiv auseinandergesetzt hatten.

Als abschluss oder auftrag an uns, die wir kreativ tätig sind:

„wir wirklichkeitsmacher“

wirklichkeit kommt vom wirken, das heißt vom machen.
schon diese herkunft deutet die machbarkeit des wirklichen an.

KONVENTIONEN

wo man hinschaut!
was man
sieht, hört, fühlt,
schmeckt man.
wie lernt man?

man sieht etwas bekanntes und
riecht dazu etwas unbekanntes.

p.e. faules fleisch (bekannt?)
in spiritus (innovation!). (*)

später lernt man dann schnaps trinken
und die grundregeln der bodenpflege
und kennt dann also den spiritus
in- und auswendig.

man hat ihn

GELERNT.

(kombinatorik macht klüger –
oder, jedenfalls, erfahrener.)

all das gelernte zusammen heißt

WIRKLICHKEIT.

natürlich gibt es dabei wichtiges und unwichtiges.
was wichtig ist weiß

DER STAAT

und seine beauftragten. denn sonst gäbe es ja
keine möglichkeit zur

KOMMUNIKATION

und das friedliche zusammenleben der menschen
wäre sehr schwierig.

was wichtig ist, lernt man in der schule

(wo es einem hübsch eingebläut wird, damit
man auch ja die

RICHTIGE WIRKLICHKEIT

innekriegt.)

aber natürlich sind da die lehrer
oft in peinlicher verlegenheit.

(wo sollen sie so viel wirklichkeit
herkriegen, wie sie zum lehren
brauchen?)

daher hat der staat uns,

DIE KÜNSTLER.

wir sind spezialisten für kombinatorik und machen
soviel wirklichkeit, wie gebraucht wird.

aber natürlich wissen wir künstler das nicht
so genau wie der staat und seine beauftragten.
und daher machen wir manchmal auch wirklichkeiten
die man nicht so gut brauchen kann.

(dann schlägt uns der staat züchtig aufs maul.)

DIE WIRKLICHKEITEN

legt der staat in die lade und kramt sie raus,
wenn er dafür eine verwendung hat.

dann bezahlt er die künstler,
wenn sie nicht schon tot sind.

wien, aug. 12/69
(marc adrian)


(*) anmerkung: in diesem konkreten fall handelt es sich um ein konserviertes blutiges menschenhirn im einmachglas in der vitrine der prosektur.

Bezogene Veröffentlichungen:

Adrian. M 1980, vorbemerkung (© 1957) in „marc adrian inventionen“, edition neue texte, Linz 1980

Hendrich H., 1993, ‚Der mehrdimensionale Künstler Marc Adrian’ in BLIMP Filmmagazin, No. 24, Graz 1993, S. 20-21.

Okopenko A. 2000 ‚Die schwierigen Anfänge österreichischer Progressivliteratur nach 1945’ in Andreas Okopenko, Gesammelte Aufsätze, Band 1, Ritter Literatur, Klagenfurt & Wien, 2000, S. 13-38

Rühm G., 1980. nachwort in „marc adrian inventionen“, edition neue texte, Linz 1980

Wiener O., 2015. ‚Anfänge’ in: „Konrad Bayer,: Texte, Bilder, Sounds. Paul Zsolnay Verlag Wien 2015, S. 278-286

Umfassende Information:

marc adrian: Katalog der Neuen Galerie Graz, Hrsg.: Anna Artaker, Peter Weibel. Ritter Verlag Klagenfurt 2007

Marc Adrian: Das filmische Werk, Hrsg.:  Otto Mörth.
Sonderzahl Verlag Wien 1998

aus: IDIOME, Hefte für Neue Prosa Nr. 10.
© 2016 Hermann J. Hendrich

[1] Liste der Publikationen von Marc Adrian

das mammut. ein lehrstück. edition werkstatt breitenbrunn, Breitenbrunn 1969 und in Neues Forum Heft 247/248, Juli/August 1974, s. 30-33 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

SYSPOT (mai – juli 1968)  Zus. mit G. Schlemmer & H. Wegscheider, in protokolle, ’70; Jugend & Volk, Wien 1970 S. 86-96 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

poémes inventionistes, zusammen mit moucle blackout. Siebdrucke Format 295 x 315 mm, Spiralbindung, Hamburg 1972

marc adrian inventionen. nachwort gerhard rühm. edition neue texte © Marc Adrian 1980, ISBN 3-9000292-13-2

Kenneth Patchen: Schläfer erwacht. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Marc Adrian, Originalausgabe: Sleepers Awake 1946, © März Verlag GmbH 1983, ISBN 3-88880-038-2

4 Stücke für John Cage, in Ganganbuch 5, Jahrbuch für zeitgenössische Literatur, Graz/Wien 1988, S. 12-15, ISBN 3-900530-09-2

DIE WUNSCHPUMPE. Eine Wiener Montage. © Gangan Verlag Graz-Wien-Sydney 1991, ISBN 3-900530-18-1 www.gangan.com/buecher/Adrian_Marc.shtml

scenario für herrn h. in Neues Forum Nr. 452/454, Wien, Juli 1991, S. 57-63 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

bein ade! bade nie. in Linzer Notate Positionen, Blattwerk Linz/wien 1994, S.116-120 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

die maschinentexte (E-Book, online). montagen, textsynthesen, computer generierte texte, permutationen (1966-69), © Marc Adrian & gangan books australia (Raw Cut 1996) www.gangan.com/ebooks/adrian/index.shtml

die maschinentexte (iBooks, download). montagen, textsynthesen, computer generierte texte, permutationen (1966-69), © Marc Adrian & gangan books australia (iBooks 2013) ISBN 978-3-900530-25-9 https://itunes.apple.com/at/book/die-maschinentexte/id777136916?l=en&mt=11

KENNETH PATCHEN und die amerikanische nachkriegsgesellschaft
© 1994 in STRUKTUREN ERZÄHLEN – DIE MODERNE DER TEXTE, Hrsg. Herbert J. Wimmer, edition praesens, Wien 1996, ISBN 3-901126-35-X. S. 33-53 ***

gegen das vergessen, © 2000 Marc Adrian in: fern schwarz
versammlung struktureller texte 1960 bis 2000. Academic Publishers/Graz, 2000, ISBN 3-901519-08-4, S. I bis VII

kurzer versuch einer stelllungnahme zu drei texten von hermann hendrich
© 2005 Marc Adrian in Gesammelte Texte; zehn, bergsommer und andere in Werkauswahl. Edition die Donau hinunter, Wien 2005, ISBN 3-901233-31-8, S. 9 – 20

Veröffentlichungen in der Zeitschrift Freibord:
schotter der erinnerung
in Nr. 20, 1980, S. 64-68
kindsbraut in Nr. 21, 1980, S. 16-18
filmrealität und textrealität
in Nr. 52/52, 1986, S. 7-26
beschreibung einer anwesenheit (Auszug 1966) in Nr. 57, 1987, S. 39-40
die wunschpumpe (Auszug) in Nr. 76, 1991, S. 7-41
frie der… in Nr. 91, 1995, S. 18

Manuskript-Faksimile in „marc adrian, Katalog zur Ausstellung in der Neuen Galerie Graz 2007“ Ritter Verlag Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-85415-412-9

Diverse Manuskripte im Literaturarchiv der Österr. Nationalbibliothek

National Young Writers Festival

Gerald Ganglbauer
Australia Publishing My Way

National Young Writers Festival


I used to be an independent book publisher for ten years and also a print magazine publisher, and even though I do print and web design for a living these days, I am still publishing literature on the Internet – purely out of love for the written word. In my early twenties I was Austria’s youngest publisher and most of the emerging writers I first published are established authors today. Back then I was always running on sheer determination and Arts Council grants, however, I never cashed dole cheques as I never received unemployment benefits in my life, and only once I had to sell my Yamaha XT 500 bike to pay a printer’s bill.

From the 1970s on many new small publishers emerged to become professional players in the book market. I was one of them from 1984 to 1994, and had gained a reputation for hard hitting avant-garde. I even founded and managed a writers’ street festival in Graz, a city very much like Newcastle, from 1982 to 1986. Some say, indies is the only place where contemporary literature belongs. On the other hand, there is not just the small press out there today. The ‘old’ publishers like Penguin are often taking very young new names on board. Therefore, if you don’t produce crap, it’s only a matter of time to find the right match (just as in your love life), as long as you have enough passion, talent and patience.

When I asked Kylie Purr, the festival manager, what the audience would expect from our panel, she reckoned it could be some practical information of how to self publish. Where to get ISBNs and such hands-on stuff. My alarm bells rang: in all these years I would have never published my own book in print. If your heart goes to publishing rather than writing, learn the trade or ask people like myself for help (just don’t think computers do it all for you), start with your mates’ work, and leave your own material better in the drawer. It’s OK if you read it at events you organised or write in a (maga)zine you edit, but just don’t do your own books, ever. It’s damaging to your career.

With few exceptions, self published books lack editing, professionalism, get nowhere in the media, as no reviewer takes them seriously and never make it onto the shelves and from there to the readers anyway. Leave that to the experts without embarrassing yourself. You can’t be dancing on two parties at once. Take the long road and start with submissions to lit mags, and read your stuff at as many gigs as you can get. Make friends with a published writer, and ask if he or she could recommend your work. Also, when you read the books you like, talk to the people who made them, as these are the ones who would eventually take you on board as the right publisher for your own material. No point in ringing every publishing house listed in the Yellow Pages.

However, if you write non-fiction, know exactly who and where your target audience is (bypassing bookshops with your own distribution), can afford to invest at least the equivalent of a new car, are a quick learner how to market and promote your ‘product’, and are prepared to cooperate with (and pay for) graphic designers, typesetters, pre-press houses, printers and book binders, go for it as you would start any other business. If all works out, you should have earned your royalties and made a profit. But that’s not my way (and supposedly not yours).

So far I talked about paper books, what about new media? Well, a real book is still a book in print. No-one will download an e-book onto his or her PDA to take it to the loo to read. Not many would bother reading a longer text stored on a CD-ROM on a computer screen. Well, not the general public (unless it’s non-fiction, where the search functions can come in very handy). There are, of course, works conceived for multimedia only, but I assume we talk about traditional texts here, where e-books are a great marketing tool. Instead of hundreds of pages of expensive and environmental unfriendly paper you just send one URL to a potential publisher.

Editors, literary agents, film producers and the like also search the Net for new material. And, yes, you get the occasional nerd who prefers a (free) e-book to a paper book he or she has to borrow and copy or buy. In my opinion e-books are an important step towards the real thing, but have your material edited (or stress it’s not edited) and presented in a user-friendly format. Again, it might be better to have your e-books published with an established site, rather than on your own homepage, for they already have the traffic you will take years too create. Copyright issues with the electronic media have finally been sorted out, so in this regard there’s nothing to worry about any more but getting the written word out there.

This paper was presented at the National Young Writers Festival
Newcastle City Hall, 7 October 2002

See also: Evading the jaws of giants. Independent publishing in Austria.

Consciousness States and Literary Creativity

Hermann J. Hendrich

It is for this reason (representing the true character of objects) that I hold the somewhat unusual view that artists are neurologists, studying the brain with techniques that are unique to them and reaching interesting but unspecified conclusions about the organization of the brain. Semir Zeki in ((3), p 80).

Fluidum

Already in the late forties of the last century Andreas Okopenko, an Austrian poet and writer, started to take notes about a certain consciousness state, which he experienced often. Later he began to call this state ‚Fluidum‘, „… At this enthused discourse at an age of 16 I called this phenomenon this reactive feeling upon a selected reality, FLUIDUM, I don’t know why.“ ((2), p 20/21) His first publication about his self observations appeared in an Austrian literary magazine in 1977 (1), much later a version with more examples and some comments by the author himself can be found in the two volumes of his selected writings (2).

Okopenko tried very hard to give us a good description of his ‚fluidum‘ as well as some definitions, a few of those I am presenting in an English translation.

„But the essential cannot be found in these encirclements, which do not sensually exceed thoughts or feelings, but something similar elementary or irreducible as the experience of the five senses.“ ((2), p 28)

„An important component of the fluidum is the affected one. The feeling of a fluidum comes most often as a shock.“ ((2), p 31)

„The fluidum is unique and mirrors subjectively the uniqueness of the moment. It hits like lightning. It is in the moment when it is perceived. During a fluidum the constituents of the moment are being felt as a whole and not as a collection of particular elements. The fluidum is an integral for experience within a time differential.“ ((2), p 53/54)

It should be noted that Okopenko by his heritage and upbringing has been a person from the eastern part of Europe (Moldavia) transferred to Vienna in his early teens and so has had a scholling experience with a number of different languages.

„The experience (of a fluidum) is functional: recognising (perceiving, reflecting), but also always dynamic: as seizure <Anwandlung>, enlightenment, lightning. The whole of the concept ‚fluidum‘ is an indivisible complex of objective content and excitement.“ ((2), p 27)

„The fluidum is not being exhausted in the optical realm on one side, and on the other side much conscious scanning does not lead to any fluidic experiences.“ (2), p 25)

„The fluidum is also one of the phenomena of pre-language thinking which is sometimes put into disgrace by the philosophers. (Thinking in pictures – not anything unclear! And not in icons! – clear perceiving of relations between seen or sensual imagined objects; before the words appear for them. …)“ ((2), p 29)

„The experience of a fluidum has similarities with spontaneous or provoked states of enlightenment or mystical intimacy, without a faith however at the fluidum.“ ((2), p 31)

„The clear sight in its meta-wordly aspect is the ‚direct experience‘3 … and one day the flash of the highest insight, the clear, happens, and with it the sight of the true reality.“ ((2), p 35)

In order to differentiate his fluidum experiences from the Eastern world view Okopenko mentions:

„In my fluidum experience I wander … over the limits of the subject, this tragic bearer of ‚the always opposite one‘ (Rainer Maria Rilke); until the confluence of the subject into the world of objects: into the midst within, at the suspension of contrast…“ ((2), p 38)

In 1963 Andreas states:

„You are recognising that everything you tried to say remains incommunicable. It can not be said with all the painstaking images of reality. It clings to the images but has its own nature.“

If these last two sentences give way to a feeling, which overcomes (I believe) many of us in the writing business sometimes, Okopenko certainly points to the problem of communicating consciously experienced phenomena. Especially states of consciousness apart from any mood may be very difficult to describe in a way accessible for the laywoman or the student.

Noting the additionally provided examples of Okopenko’s own poems or prose lines I suggest that his truthful self-observations fall into two categories, one characterised by this spontaneous enlightenment, and the other by a certain revelation, a heightened awareness, especially in the direction of aesthetic experience, but also of nature poetry.

I would like to add some other descriptions about fluidum by Okopenko. „Fluidum is an emotional state with existential resonance, or before an infinite horizon, basically it could happen always, even to catch up to a given narrow feeling.“ ((2) p 53)

„Maybe a great calm and a feeling of clarity comes over us.“ ((2) p 53)

„The Fluidum is singular and subjectively mirrors the singularity of the moment. It hits. It is complete in the very moment it is experienced. The elements of the moment are being felt as a unit and not as a cluster of individual pieces. The fluidum is an experience integral in a time differential. Despite the uniqueness of a fluidum all of one’s own fluidi are similar to each other, and one’s own and strange fluidi are also similar to each other, since each unique moment is similar to another one, and each psyche resembles another one. Artistic, fluidic communication: one zest for life alarms the other one.“ ((2) p 53/54)

The important thesis by Okopenko regarding poetry can be formulated as follows: The fluidic state of an author (poet) supports the development of new ways to write and to form poems. He cites a number of poets like Ezra Pound, James Joyce and T.S. Eliot, whose poetic works show an influence from the fluidic consciousness states. Especially the imagism from Pound seems to hold much in favour of Okopenko’s thesis. He believes very strongly that in writing poetry one tries to communicate ones own fluidic experiences. I believe an example of one of his poems from 1950 should somewhat clarify his intentions: a partial translation follows.

Now the various depths are being separated
Now you don’t eat in the best way cut up flowers
They do have their own scent, not a good one,
Now you eat bread from last year’s harvest or drill sharply
Into a tin can and cut around
The first slice of a canned piece.
As fast as possible you harness yourself before the rest of the country coaches
Breathe the yellow shaft
Pant the song in the yellow brown stubble field
From pursuing gray under the spread out gray
And then the sky rushes down.
You can only see a few steps ahead
The earth receives an adverse play explosions
Fountains of upwards pelting rain bundles
And sloping downwards, broken
And overlapping circles everywhere all the time.
Soaked man,
Man of the threethousand steps!

(From ‚Zu Herbstbeginn‘ (at the beginning of fall) in Okopenko 1980.

In my view: there is still a story, and the poem is full of surrealist influences, but when we take these away there is a rest, which may correspond to the fluidic experience: a certain hold in individual time, a widened consciousness state, which is able to observe simultaneously many different events on more than one sensual plan.

Let’s take a few lines by T.S. Eliot:

At the still point of the turning world. Neither flesh nor fleshless;
Neither from nor towards; at the still point, there the dance is,
But neither arrest nor movement. And do not call it fixity,
Where past and future are gathered. Neither movement from nor towards,
Neither ascent nor decline. Except for the point, the still point,
There would be no dance, and there is only the dance.
I can only say, there we have been: but I cannot say where.
And I cannot say, how long, for that is to place it in time.
The inner freedom from practical desire,
The release from action and suffering, release from the inner
And the outer compulsion, yet surrounded
By a grace of sence, a white light still and moving, Erhebung without motion, concentration
Without elimination, both a new world
And the old made explicit, understood
In the completion of its partial ecstasy,
The resolution of its partial horror.
Yet the enchainment of past and future
Woven in the weakness of the changing body,
Protects mankind from heaven and damnation
Which flesh cannot endure.
Time past and time future
Allows but a little consciousness,
To be conscious is not to be in time
But only in time can the moment in the rose-garden,
The moment in the arbour where the rain beat,
The moment in the draughty church at smokefall
Be remembered; involved with past and future.
Only through time time is conquered.

(T.S. Eliot 1963)

This part of a longer poem (Burnt Norton) really has the ‚fluidic‘ quality Okopenko tries to demonstrate in his essay. Despite some contents which lead us to later discussion in my paper.

Let me end with a poem in English by Samuel Beckett:

Da Tagte Es

redeem the surrogate goodbyes
the sheet astream in your hand
who have no more for the land
and the glass unmisted above your eyes

There is little to add. (Maybe no thing).
(Samuel Beckett 1961)

Synaesthesia

Some aspects in Okopenko’s description of his Fluidum lead to the discussion, if this consciousness state has some common elements with Fluidum. Usually synaesthetic experiences are defined as the production of mental sense impression relating to one sense by the stimulation of another sense.

‚A Review of Current Knowledge‘ has been written by Richard E. Cytowic in PSYCHE, 2 (10), July 1995. In his ABSTRACT he summarises very clearly all aspects, which are interesting to neurology and art & consciousness.

Under 2.8 he writes „…The spatial location of objects is also strikingly remembered, such as the precise location of kitchen utensils, furniture arrangements and floor plan, books on shelves, or text blocks in a specific book…“

A descriptive passage from Andreas Okopenko ((2), p 23): „Suddenly – be it spontaneously or provoked, a watercock becomes of enormous importance to us, which has been indifferently looked at before. Or a room appears in a moving-perspective to us and becomes exciting for us. Particularly the alienation (‚Verfremdung‘) does much for a fluidic movement in the presence.“

„A whole landscape including the smallish human beings, little houses, vehicles, their perspectives, flowers, closenesses, distances, their weather, fragments of conversation, manifest values and no values, their tragedy, their humour, youth, age, water, heat, wind, single movements constantly everywhere, embedded in the nearest and the farthest surrounding, sucking in prehistory until world future, in addition superpositioning with my own small and large history, my appetite, clothe status, health status, working plan, with hopes, resentments, sexual life, this fitted into the world and this observing one self that all may become enchanting in the simultaneous experience (and not in remembering it).“

This poetic recall of a fluidic experience seems to me to be the only overlap between Okopenko’s concept and the general acceptance of synaesthetic ones. In this regard I would like to point to Cytowic’s paragraph 3. ‚History Of Synaesthesia‘ as well as to Braddock’s paragraph ‚Synaesthesia: A Case Study in Phenomenology through Vicarious Experience‘ in (5) and to the section ‚Artists, Poets and Synaesthesia‘ by Ramachandran and Hubbard in (6).

Besides the point, that Okopenko mentions a number of poets, whom he suspects of having had ‚fluidic‘ experiences, and whose names we find again in the articles mentioned above there is little evidence, that ‚fluidum‘ could be really listed within the synaesthetic experiences.

The discussion about synaesthesia lead to very interesting speculations, which should be noted by writers and literary reviewers, as „Second, we propose the existence of a kind of sensory to motor synaesthesia, which may have played a pivotal role in the evolution of language.“ (Ramachandran and Hubbard in ‚Synaesthesia – A Window into Perception, Thought and Language‘ in (6)). A similar view on the evolution of language is expressed by Harry van der Hulst in Hulst 1999.

Reviewing the above mentioned sources I am declined to think, that the ‚fluidum‘ of Okopenko has very little connections with anything being discussed within the realm of synaesthesia. There is one point which should be mentioned, however. The literature points to a fact, that synaesthets within the group of poets, writers and artists in the wider sense of the word are unproportionally existing compared with a more general group.

I am no synaesthet: music recalls emotions in my mind, but no colours, and paintings are just paintings for me. Understanding the main feelings of a synaesthet I still do find a phenomenological problem within this area.

Maybe the sentence by G. Braddock in his ‚Beyond Reflection in Naturalized Phenomenology‘ (5) on page 13: „In short, our phenomenological verdict about synaesthesia and its role in normal perception will be directed by all of the above information, and, in fact by any other information that might push our account of the phenomena in one direction or another.“ Serves well to my ideas at this time in writing that ‚account‘.

It may be interesting to note, that the German term ‚Doppelbegabung‘, intended to describe artists creating original works in at least two different art provinces, like poetry and music, or painting and theatrical propositions, may only try to group persons as synaesthetics together.

To own this heightened awareness in perception in form and intensity of sound, colour, bodily movement or rhapsodic prose may have been sometimes an advantage for the individual, leaving it to achieve a carrier as shamane, sorceress, cave painter, rock scratcher, and later into the roles of bards and clowns. It can be summed up by two sentences of Robert Allott:

„The process of art production as a biological reality presents problems for a number of aspects of evolutionary theory (e.g. fitness, altruism, gene determination of behaviour, gene selection) which may best be solved by defining or amending the theories rather than by ejecting the art process from the realm of biology. If the arts are correctly treated as biological in origin and in the process of artistic creation, the issue that matters, on the the analysis in the preceding section, is not the node of transmission of cultural pattern (via hypothetical memes, culturgens, etc.) but the origination of the cultural patterns, artistic or cultural ‚creation‘.“ (Allott 2002)

Freeze

(An associative description)

After a short while travelling in the tram during the onsetting twilight the view from my wide open eyes remains sharply focussed in the direction of the fast passing building walls with windows, entrances, shops, and in between lying billboards. The passengers are perceived as precisely outlined shapes throughout the field of vision, especially, if one moves. Familiar faces are resolved into strange features. (The way of viewing, the representation of the surrounding objects must have been widened.) The written signs on the shop portals are being perceived as such, but the meaning of the agglomeration of letters cannot be recognised.

The colours and shapes on each poster appear extremely clear, but cannot be combined together into a picture. Mirrorlike glass surfaces surrounded by dark brown frame wood, the phenomena themselves start to win significance, and those concepts which regulate the representation of objects are not involved.

In a way Jennifer Church gives us some explanation wen she writes in her article ‚Seeing A’s and the Double Bind of Consciousness‘ (4) on page 99: „Central to aesthetic experience, but also to experience in general, is the phenomenon of ’seeing as‘. We see a painting as a landscape, we hear sequence of sounds as a melody, we see a wooden contraption as a boat, and we hear a comment as an insult.“

Back to my ‚inside‘ report:

No effort can be felt by keeping the look forward even throughout many minutes. After these minutes the visual attention widens itself over the total field of view, no difference between foreground and background can be made anymore, the movement of single elements against each other, the shifts and overpositions can be observed, without moving the direction of the view, all things happening simultaneously. During this time acoustic phenomena can be perceived as well, and in contrast to the visual experience the meaning of utterances, even when more then one persons speaks at the same time, can be understood.

Thinking in a certain respect has actually ceased, since stimuli or analogue chains are no more followed at all. The capacity of conscious perception is just large enough to accept the immensely large abundance of visual and auditory details. The progressive loss of significance leads one to indulge in a strong feeling of strangeness. The normal atmosphere of feelings and emotions vanishes. The self is no longer included in the reality around it.

Another citation from Church’s above mentioned article, page 103, following Kant’s insight: „although seeing seems to be a twoplace relation between the seer and the seen, and thinking appears to be a twoplace relation between the thinker, the object of thought, and what is thought about that object, conscious thinking also requires one to merge an object with the way it is presented. “ And later on page 105: „This is not to say, that all thinking must be accompanied by images; sometimes thinking amounts to little more than the syntactical manipulation of symbols.“

Without being able to compare my ‚freeze‘ experience with those of others I can only speculate, that there are certain ways to loosen the ‚double binding‘ in consciousness space.

Since introspection does not give me any hints, how I really manage to click on freeze, I must leave this consciousness state to further investigations.

It seems also, that Eastern meditative practices lead to a similar state.

Zazen, Zen

‚zen‘ is a translation of the Indian Sanskrit word for meditation. Meditation has been passed down as one of the three facets of Buddhist practice (i.e. morality, meditation and wisdom). It is the most essential of the practices taught by Sakyamuni Buddha who himself attained supreme enlightenment by single-mindedly penetrating zazen.

In his Fukan Zazengi (The Universal Promotion of the principles of Zazen). Dögen says, that the crux of zazen is „non-thinking; that is the essential of zazen.“ This non-thinking is impossible to explain. If it could be explained, then it would not be non-thinking. Non-thinking is just non-thinking and there is no other way for you to experience for yourself in zazen.

You can’t understand with your brain. If you practice zazen, on the other hand, you can experience satori unconsciously. The posture of zazen itself is satori. Satori is the return to the normal, original condition. It is the consciousness of the new-born baby. Unlike what many people think, satori is not some special state, but simply a return to the original condition. Through the practice of Zazen one becomes peacefully. Through one’s body one can discover the consciousness of satori. So posture is very important. You can’t discover satori with your head in your hands like Rodin’s thinker. That is why people in the East respect the posture of the Buddha. It is the highest posture of the human body. Chimpanzees and babies cannot experience satori. Babies are in their original condition, but then karma obscures it, and we must regain that condition. Chimpanzees don’t nee to; they are always in their original condition. Only human beings have lost it and become complicated and so they must regain it.

Zazen clears up the human being mind immediately and lets him dwell in his true essence. Zazen transcends both the unenlightened and the sage, rises above the dualism of delusion and enlightenment. Through zazen we break free from all things, forsake myriad relations, do nothing and stop the working of the six sense organs.

Awareness is the ontological ground of phenomenal appearance, which only have reality as manifestations of Nature.

From these diverse statements (Maybe one wants to look up ‚Lecture on Zen‘ by Alan Watts) it seems plausible, to compare ‚freeze‘ with Zen When we lose the name of an object do we lose the object too? Patches of colour, sounds without meaning remain.

Andreas Okopenko writes about ‚direktes Erkennen‘ and Satori and believes, that Haiku or Zenrin are very close to a fluidic kind of poetry.

Conclusion

Literary creativity is a wide area, where new imagery, new forms for poetry or prose or new philosophical thoughts or recombinations are tried out and performed. Throughout our writing history stimulations have been sought by poets and writers in general to wake up creativity. Heavy smoking seems to be the one most often used ancillary, but alcoholic fluids from beer to whisky served some as well. In the modern literary history the use of many kinds of substances with mind expanding or mind changing abilities have been in use.

So it lies near that specific consciousness states, reached without the intake of any chemical substance at all, could serve this purpose as well.

From the various descriptions of poets, especially in ‚Fluidum‘ by Andreas Okopenko, one receives the impression, however, that the fluidum or synaesthetic experiences serve indirect means for literary creativity. It is the impact of these experiences which the poet tries to describe or bring into a communicable form, using language. Okopenko points to the theory of writing zenrin and haiku.

The role of ‚fluidum‘ may be described by using some words of explanation, Okopenko has written (2) about a request, to explain one of his own poems:

Strange Night

Blue cold wind of May
Gasdischarged from moon brown clouds,
Bushy tree tops driving
Avenue chestnuts wood
No rain will arrive until now

Seltsame Nacht

Blaukalter Maiwind
aus mondbraunen Wolken gasend,
Buschende Baumspitzen treibende
Allee Kastanien Wald
Es will bis jetzt nicht Regen einlangen

(partial presentation)

„Fluidum is a feeling with existential resonance, in front of a unending horizon, basically always possible, to be catched up with a given narrow emotion……About a great silence and a feeling of clarity overcomes us.“

It seems to me, that writing in this sense means reliving those episodes of unusual consciousness states. Okopenko has, however, scanned modern literature for remains and suggestions about fluidic experiences, brought forward in writing. For details see (2).

Synaesthetic experiences lead to somewhat different examples, many of those cited in the mentioned literature. A large number of poets used metaphors including colour references, as well as painters like Wassilij Kandinsky (The yellow sound) worked from the synaesthetic experience of music and colour. We can state that synaesthetic poets and writers have an internal source for creativity in their poetic work.

‚Freeze‘ and Zen – may I combine my intentions here? – can also not be used for writing while you are in a freeze or enlightened. Remembering those consciousness states, however, should spur the strife of writing. Using my freeze experiences I tried to get into what I repeatedly described as an ‚hot point‘ within myself, finding there the opening lines of some of my emotional moving poems. Let me end with one of it:

Heart Your Shaking
As by asked for I had
Only one hand – gratified touch
Ask never what aggravated me
Entrusted to clarity


Literature

(1) protokolle No 2 (1977), Wien, Jugend und Volk
(2) Okopenko, Andreas 2000/2001, Gesammelte Aufsätze Vol I & II, Klagenfurt, Ritter
(3) JCS Vol 6 (1999) June/July
(4) JCS Vol 7 No 8-9 (2000)
(5) JCS Vol 8 No 11 (2001)
(6) JCS Vol 8 No 12 (2001)

References

Allott, Robert 2002, homepage
Artaud, Antonin 1965 Antonin Artaud Anthology San Francisco, City Lights Books
Beckett, Samuel 1961 Poems in English New York, Grove Press
Blackmore, Susan 1999 The Meme Machine Oxford, Oxford University Press
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Dennett, Daniel C. 1996 Kinds of Minds New York, BasicBooks
Eliot, T.S. 1963 Collected Poems 1909-1962 London, Faber & Faber
Greenfield, Susan A. 1995 Journey to the Centers of the Mind New York, W.H.Freeman &Company
Gregory Peter N. 1985 Tsung-Mi and the single word ‚awareness‘ (chih) in Philosophy East and West Vol 35 No 3 July
Hendrich, Hermann J. 1999 in der strassenbahn – über nichtlineare bewusstseinszustände Electronic Journal Literatur Primär, Wien 1999
Hobson, Allan J, 1999 Consciousness New York, W.H.Freeman and Company
Hulst, Harry van der 1999 So How did Language Emerge? Second fall Lecture Skidmore College
Joyce, James 1927 Pomes Penyeach Paris, Shakespeare & Co
Kandinsky, Wassily 1912 Über Bühnenkomposition in Der Blaue Reiter München, R. Piper & CO
Kandinsky, Wassily 1912 Der Gelbe Klang in Der Blaue Reiter (as above)
Kerouac, Jack 1961 Book of Dreams San Francisco, City Lights Books
Kerouac, Jack 1958 The Dharma Bums Penguin Books
Metzinger, Thomas 1995 ed. Conscious Experience Thorverton, Schöningh/Imprint Academic
Miller, Matt 2002 Jack Kerouac and the Satori Highway in Literary Traveler
Okopenko, Andreas 1980 Gesammelte Lyrik Wien, Jugend und Volk
Pinker, Steven 1997 How the Mind Works New York, W.W.Norton & Company
Pound, Ezra 1949 The Pisan Cantos London, Faber & Faber
Pound, Ezra 1934 ABC of Reading New York, New Directions
Priessnitz, Reinhard 1978 vierundvierzig gedichte Linz, edition neue texte
Scott, Alwyn 1995 Stairway to the Mind New York, Springer-Verlag
Wiener, Oswald 2000 Materialien zu meinem Buch VORSTELLUNGEN Ausschnitt 05, TU Wien, Wien 2000
Wilson, Edward O. 1998 Consilience New York, Alfred A. Knopf

Gerald Ganglbauer – Carnivale Literary Festival

Mabel Lee (Wild Peony) chaired a panel of publishers at the
Carnivale Literary Festival in the New South Wales Writers’ Centre
with Raghid Nahhas (Kalimat), Ivor Indyk (HEAT),
Veronica Sumegi (Brandl & Schlesinger),
and myself, asking the question:

Multicultural Publishing –
How hard is it to do in Australia?


Here is the short answer: it’s bloody pointless, mate.
However, I’ll try a longer one as well. But let us ask at first: what actually is multicultural publishing supposed to be? Is it simply multilingual publishing or publishing in a language other than English or just any communication of an ethnic minority?

I honestly don’t know, as I don’t even believe that true multiculturalism per se exists. When I arrived in Australia in the late eighties I already was publishing contemporary literature for a decade or so in the German language. Publishing literature as such is hard enough. Let alone in a foreign language. Besides, it is absolutely pointless to do so for there is no market. The few German language books asked for in Australia are more easily ordered and shipped from Austria, Germany or Switzerland. The books of Australian authors I published in the German language or in bilingual editions where targeted for the European market. The hundred or so copies sold in local foreign language bookshops certainly do not justify a commercial publishing house.

So why do we discuss multicultural publishing, if it does not exist? Stretching the topic a little more I even doubt multiculturalism. If it describes a melting pot of nations and cultures like in the American society, it is not multiculturalism. If it describes the coexistence of cultures next to each other without much interference, as it is the Australian reality, it is not multiculturalism. What’s the point of living in Bondi Junction as a Jewish Australian, in Leichhardt as an Italian Australian, in Lakemba as an Arabic Australian, in Surry Hills as a Greek Australian or in Cabramatta as an Asian Australian? The list can easily be extended. What’s the point in sending the kids to ethnic schools, effectively separating them from the Australian culture? Do we want to become a conglomerate of little foreign colonies?

The people of this great country come from many places in the world and arrive for many reasons. And there lies some of the problematic issues. One can live here forever without the feeling to belong. True multiculturalism should be expressed in an oath that we all speak English, feel comfortable in T-shirts and thongs and call our next door neighbour mate, regardless of his or her colour of skin or whatever. This, as we have seen, does not work. For example, I have friends of Lebanese background, for they are Lebanese Australians. Not Lebanese who rather live in a Muslim country anyway. I have gone out with Hungarian, French, Greek, Colombian, and Portuguese Australians and our common tongue was always English; however, I have also met an East Timorese Australian who managed to live in Sydney for twenty-five years without learning a single word of English. That’s not what I call multiculturalism. Her having access to media in the Portuguese language and the support of the refugee community was even contributing to this non-integration.

So, is multicultural publishing the wrong instrument for a better multicultural society? (Or a ‘cosmopolitan’, as Ivor Indyk prefers to call it, and I agree.) Yes, we do not need an Austrian Club in Sydney for Austrians. I have not been there in twelve years and I’m proud of it. If there is one, it should be for Australians. We do not need Arabic schools for Muslim kids. If there is one, it should be for Australians. We do not need German language newspapers or community radio. If there are any published or broadcasted by Germans, they should be in the English language. We do need SBS TV and radios programs, foreign film festivals and language bookshops — and we certainly appreciate the international cuisine in the many restaurants; however, we do not need multicultural publishing.

Oops, now I have made some enemies, for it is not politically correct to condemn multiculturalism. Thank God I’m not of Anglo Saxon background – being a wog boy myself, I can openly take a stand in this sensible issue. But now that this is established I might as well take it further: I would stop funding multicultural projects, ethnic newspapers, and private schools. Take all these saved millions and give it back to the people. Spend it on Aboriginal reconciliation. On education for all these wog boys like me so we all speak and write better English. On publishing houses that do foreign literatures in translation. On bilingual websites. On so much more, that fosters one Australian people shaped from a great many culture, and one understanding.

This paper was presented at the NSW Writers’ Centre
Rozelle, 20 October 2001

Andreas Bäcker

Drei Stories

NACHTGEDANKEN

Ich sitze im Schatten, meine Füße baumeln am Rand des Wahnsinns, während mein Körper stumm gelähmt die Agonie meiner Seele ignoriert. Das ganze Leben jeden Tag neue Schuhe, doch immer dieselben Füße, täglich mehr Last zu tragen, weil immer schwerer wird der Kopf. Neue Schrauben für die Denkmaschine, eine jeden Tag, an manchen zwei, drücken sich fest in das Canadian-Club-getränkte Hirn, das die selbstproduzierten Gedanken aufsaugt, bis es platzt.
Es ist Nacht geworden, vor tausenden von Schrauben bereits. Viel zu dunkel ist es, die gebrochenen Füße zu sehen, die noch immer baumeln, als wären sie bereit, ein letztes Mal noch zu laufen, ein letztes Mal noch den Kopf zu tragen, wohin es ihn treibt.
Der Brille zum Trotz sehe ich nicht mehr, als wären die Augen auf ihre Lider gerichtet, Leinwände einer Vergangenheit, die die längst nicht mehr betenden Hände unfähig waren, festzuhalten. Augenkino. Sie spielen „Leben“, in der Hauptrolle eine eher traurige Figur, die frappant an mein Spiegelbild erinnert, das ich seit Jahren nicht begrüßt habe. Hinter der Brille sammelt sich eine Träne zum Sturm auf meine Wange, die bedeutungslos im nächsten Glas ertrinkt.
Nächstes Kapitel, die Spannung steigt. Die Zukunft des Hauptdarstellers steht auf dem Spiel. Ich hatte keine Ahnung, dass der Film interaktiv ist. Berieselung ist nicht trendy, bequemer doch in jedem Falle.
„DASEIN oder VERGANG? – Treffen Sie eine Entscheidung!“
Gläser später, eine Schraube war auch dabei, wagt die Träne einen neuen Anlauf, doch die Flasche ist noch nicht leer. Die Denkmaschine hat eine neue Frage auf den Markt gebracht, die Antwort kostet einen Herzschlag. Ich weiß genau, ich kann nicht zahlen, die Schulden sind zu hoch. Ich kaufe trotzdem, Knochenbruch. Wer sein Herz verloren hat, bezahlt mit Schmerzen.
„Wir warten noch auf Ihre Antwort!“, blitzt es von der Leinwand, „DASEIN oder VERGANG? – Entscheiden Sie sich!“
Wenig Alternativen, was kostet dieses Programm? Noch ein Glas, während ich auf die Antwort warte. „Ein Quentchen Seele“, teure Antwort, wenn man meine Schulden bedenkt. Wer führt hier eigentlich Regie?
„Diese Antwort kostet einen Traum!“ dröhnt eine virtuelle Stimme. Wieder Knochenbruch, die Träume sind längst in der Vergangenheit verstaubt.
Schweren Herzens entscheide ich mich für „DASEIN“ und suche meine Fernbedienung, die neben mir auf dem Boden liegt, wie ein letzter Gruß aus einer Welt, die ich schon vor dem Bau der Maschine hinter mir ließ. Noch während ich mich nach ihr bücke, bricht mein Rücken, und ich falle bewegungslos durch die Leinwand hinter die Bühne. Klick.

 

IM WIND

Ich stehe im Wind und denke an das Leben, das mir genommen wurde, oder das ich nie besaß. Ich denke an den See der Tränen, den ich durchschwamm, die Reise, die ich vor Jahren antrat, in Kindertagen bereits. Ich denke an den steinigen Weg, den ich beschritt, so lange ich mich erinnern kann, ein Bewußtsein zu haben. Ich denke an den Schmerz, den ich mit mir herumtrage, seitdem zu laufen ich vermag.
Der Wind bläst mir kalt und scharf in das versteinerte Gesicht.
Ich friere, wie ich es immer getan habe, versuche, dem Wind die Stirn zu bieten, stehe trotzig da, einem Kinde gleich, das um jeden Preis seinen Willen durchsetzen möchte, die Arme in die Hüften gestemmt, sauge ich die Kälte in mich auf.
Und wieder versuche ich, den Weg zurückzuverfolgen, akribisch chronologisch in umgekehrter Reihenfolge mich von einem Knotenpunkt zum anderen zu hangeln, bis zum Anfang allen Seins, zu dem im Dunkel meiner Seele verborgenen Geheimnis, das einer Festung gleich die Antwort hütet.
Je tiefer meine Reise mich in die Vergangenheit führt, je näher ich dem Horizont rücke, an dem im Zenit einer schwarzen Sonne drohend sich die Festung erhebt, desto stärker bläst der Wind, peitscht durch meine Stirn hindurch direkt in meinen Kopf. Die Knotenpunkte fallen, ähnlich überreifem Obst, dessen Gewicht der nährende Baum nicht mehr trägt, durch meine vergeblich zu greifen bemühten Hände hindurch in einen Fluß, wo sie zu einem zähen Strom zerfließen, der in einer Art Burggraben zu münden scheint, wie ein Ring aus Lava um den steinernen Koloß am noch immer weit von mir entfernten Horizont gelegt.
„Nur nicht fallen,“ denke ich, „nicht schon wieder!“
Kaum, dass der Gedanke kreisend meinen Kopf verlassen hat, beginne ich zu taumeln, glaube, den Verlust des Gleichgewichtes wahrzunehmen. Noch immer treibt es mich nach vorne, meinem felsigen Ziel entgegen. Der Wind, der mit jedem Schritt mehr Sturm, schleudert mir mit der Wucht eines ganzen Lebens meine Träume entgegen, einen nach dem anderen, Träume, die ich eigentlich mit dem Zurücklassen der Kindheit tot geglaubt hatte. Ich spüre, wie sie der Reihe nach laut zischend auf meiner Stirn zerplatzen und wie wehrlose Tränen meine Wangen hinabgleiten, um beim Eintauchen in den Fluß mit meinen Erinnerungen zu verschmelzen.
Einen Moment nur, nicht länger, als ein vernarbtes Herz für einen Schlag benötigt, halte ich fest entschlossen beide Hände vor das Gesicht, um wenigstens eine Träne zu fangen, wenigstens den Kadaver eines Traumes zu retten.
Einen kurzen Augenblick nur lasse ich mein Ziel aus den Augen, ohne den Untergang der Sonne zu bemerken, das Erlöschen des letzten Restes an Licht wahrzunehmen. Und wieder falle ich, wieder tiefer als das Mal zuvor, wieder länger als erwartet, wieder ist der Aufschlag härter, schmerzhafter als alles bisher Gekannte, wieder verliere ich das Bewußtsein und beginne, auf die Ungewißheit des Erwachens zu warten.

Ängstlich öffne ich die Augen und schaue mich vorsichtig, beinahe in Zeitlupe um. Kein Loch. Ich liege im Gras, eine traumhaft schöne Träne in der Hand. Der Wind bläst über mich hinweg. Mir ist nicht mehr kalt.

 

FREIHEIT

Pausenlos redet irgendjemand von der Freiheit, erzählt Geschichten, die ich nicht verstehe, obskure Sagen, schwanger fast mit einem Hauch von Ironie. Wissen die, wovon sie reden, wenn sie mit erhobenem Zeigefinger dastehen und die Freiheit als höchstes aller Güter preisen?
Wissen sie es, oder sind sie einfach nur Mitgefangene, die gelernt haben, ihre Ketten zu tragen, als wären sie Schmuck?
Wissen sie es, oder haben sie sich nur daran gewöhnt, den Kerker als ihr Zuhause zu betrachten?
Wissen sie es, oder wollen sie sich nur nicht bewegen, um nicht am Strom des Grenzzauns zu verglühen?
Sie reden von der Freiheit der Meinung, ohne jemals eine andere als die konforme gehabt zu haben.
Sie reden von der Freiheit des Glaubens, der ihnen in die Wiege gelegt wurde, noch bevor sie sprechen konnten.
Sie reden von der Freiheit der Entscheidung, vor die sie nie gestellt wurden.
Sie reden von der Freiheit, gehen zu können, wohin sie wollen, ohne sich je bewegt zu haben.
Sie reden von der Freiheit, den Beruf selbst zu wählen, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben.
Sie stehen vor mir und reden auf mich ein, reden noch immer von der Freiheit, die sie so lieben. Endloses Gemurmel frißt sich in meinen Kopf. Ich soll die Freiheit verteidigen, soll kämpfen, soll in den Krieg ziehen, soll Menschen töten, die ich nicht kenne, damit die Freiheit weiterlebt.
Ich frage mich, was sie wohl meinen könnten mit der Freiheit, für die sie sterben wollen.
Wie frei werde ich sein, wenn ich das Blut nicht von meinen Händen waschen kann, die sich nicht mehr bewegen, wenn es mir nicht gelingt, die Schreie aus meinen Ohren zu spülen, die nicht mehr hören, wenn ich es nicht schaffe, die Bilder der Gewalt aus meinen Augen zu wischen, die nicht mehr sehen?
Was ist frei daran, in agonieumsäumter, morphiner Stille auf den Hubschrauber zu warten, der mich zurück hinter den Grenzzaun bringt?
Sie tragen mich hinaus, eine Spritze noch, damit ich die Reise schmerzfrei überstehe. Der dumpfe Nadelstich breitet sich in Sekunden in meinem Körper aus, und doch dringt durch meine betäubten Sinne ein Anflug von Nervosität. Ich spüre zwei kalte Metallplatten auf meiner Brust, dann den Schlag, das Kribbeln, blinde Augen, bis zum Anschlag aufgerissen, blicken in das Licht. Noch ein Schlag, das Licht kommt näher, noch einer, mit jedem Schlag mehr Licht, weniger Kribbeln.
Wieder einer, das Kribbeln ist weg. Flatline. Ich bin frei.

Gerald Ganglbauer

Evading the jaws of giants

Independent publishing in Austria

Es gibt Verleger, die produzieren Bücher, um Geld zu erwirtschaften,
und andere, die benötigen Geld, um Bücher produzieren zu können.

There are some publishers who make books to make money;
and others who need money to make books.

Helmut Volpers

Austria has more in common with Australia than the first five letters of its name. Both countries have many excellent writers, and both have relatively small populations. (Austria has even fewer people – just over 7.5 million.) Both countries import large numbers of titles, which makes it even harder for publishers to stay independent. Austria’s big brother in the book industry is Germany, of course.

While more and more publishers have been taken over by big concerns, a few independently owned publishing houses have survived in Austria. Recently, they formed an association – the ‚Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Privatverlage‘ (or the Austrian Independent Publishers Association) – as a means of protection against German competitors and to market Austrian titles more effectively in Germany. Believe me, this is as hard as getting Australian books on the American market.

The facts in Austria first: in the mid-1980s, 5.7% of the German language publishers produced 62% of the titles; 7% of the publishers controlled 73% of the book industry’s total annual turnover.

The three big giants are Holtzbrinck-Konzern (which owns Rowohlt, Fischer, Droemer, Kindler and others), Bertelsmann (which controls Goldmann among many others, including English language publishers Transworld, Corgi, Bantam and Doubleday) and the Axel-Springer Group (Ullstein Verlag etc). Industry concentration wherever you look. (And in the light of Penguin’s take-over of McPhee-Gribble, this must be familiar to Australian readers.) But there is still hope, especially for small and clever publishers working together.

Independents have always had a great impact on contemporary German language literature and culture and its philosophical and political voices.

In 1929 Victor Otto Stomps founded Raben-Presse, only to be closed down in 1937 under pressure from the Nazis. A few small presses appeared immediately after World War II – for instance, Eremiten-Presse, which first published some of the most important post-war German writers, such as Christoph Meckel, Guntram Vesper and Martin Walser.

Most of today’s independent publishing houses have their roots in the 1960s. The confidence of the scene during the 1970s being encapsulated in the catch-cry ‚Bertelsmann, wir kommen‘ (Bertelsmann, we’re coming). But, as with Australian independent publishers, life for these houses was a constant economic struggle. And while some of them eventually had to close, a large amount of important contemporary publishing resulted.

Helmut Volpers from Göttingen, Germany, surveyed independent publishers in the mid-1980s. He found that 83.5% of them simply could not make a living from the business, and that a further 10.7% could feed only themselves – with no cash left for staff. Of around 3,000 books produced by small presses, 59.2% had a print run of under 1,000, and most of these publishers can only afford to publish between 2 and 20 titles a year.

Still, there are many worthwhile books under independent production. Some say it’s the only place where literature belongs, since the Big Ones don’t look after authors who don’t fit the common (read ’saleable‘) taste. Many writers who have finally received contracts with large publishers soon become disillusioned with the way they are treated – being last on a long list of programs instead of first on a smaller list, and in personal contact with editors and publishers.

Nonetheless, the books have to be sold. Marketing and promotion were always the last things independents thought about – and this had to change. And so about twenty publishers – including Christian Brandstätter, Dieter Bandhauer, Erhard Löcker, Max Droschl and myself – formed the Austrian Independent Publishers Association. My own publishing company, gangan verlag, is the only one with an overseas branch here in Sydney.

Collectively, we could afford advertising in important foreign papers – such as Germany’s number one newspaper, ‚Die Zeit‘ – and launch joint promotional catalogues. The media treats our association with more regard than they previously did each single publisher. The Austrian equivalent of the Australia Council’s Literature Board has provided subsidies to help run Public Relations agencies in the middle of our most important foreign market, Germany.

The 1990s will show the extent of our success. For most, the question remains one of survival. Only a few reach an annual turnover of more than $100,000 – a figure too little to live by yet too much to die from.

But, as necessary as it is to reach out for foreign markets (Austria, Germany and Switzerland remain relatively open markets with regard to copyright), it is just as important to receive enough support at home, where authors and publishers live – whether it is Austria or Australia.

First published in print by EDITIONS Review (Ed. Gregory Harvey), Sydney and Melbourne.

Rudi Krausmann

Thomas Bernhard

In Memoriam

When I heard of the death of Thomas Bernhard by chance in the German daily paper Die Süddeutsche Zeitung the reaction was more then a shock. My life seemed suddenly meaningless to me. Immediately I stopped working (ironically I was just translating the news for a German language program at Radio 2EA) and stared out of the window. What am I doing here, I thought. Opposite I saw some construction workers putting up another skyscraper at Bondi Junction. It was obvious what they were doing, but where would it lead to? Another shopping centre, another price list. It happens every day and I, like so many others, got used to it.

When I turned away from the window and looked into the room I saw, amongst many other silly wall decorations, one from Austria. It showed the ‚Stephanskirche‘, Vienna’s most popular cathedral in the background, and in the foreground a ‚Fiaker‘, a horse-drawn coach and its driver sitting on top with a few American tourists in the back seats. They were all smiling, of course, like an operetta by Lehàr (Immer nur lächeln …). This poster was distributed by the Austrian government.

At this moment I was not even thinking of Thomas Bernhard’s works, his novels, plays or even early poems, some of which I had read in the course of the last twenty years. As it happened I had had my own private encounters with Bernhard over a longer period. For one year I was sitting with him in the same classroom, it was at the ‚Humanistische Gymnasium‘ in Salzburg, later I met him in the streets of Vienna when he was totally unknown and writing his first novel Frost. If he did not use the tram (or the Straßenbahn) at the time, it was not only that he had hardly any money, but because he did not want to sit in the same compartment with the Viennese. He preferred to walk back to the apartment of his aunt, from the centre of Vienna to its outskirts.

With the literary success of his novel Frost, and the reception of the ‚Bremer Literaturpreis‘, amounting also to some prize money, he bought himself a small farm near Gmunden in Upper Austria, where he also died.

When I met him occasionally in the cafés of Salzburg, like the ‚Tomaselli‘ or ‚Bazar‘, bourgeois establishments which nobody from a middle class background could escape, he was always full of hate and full of irony. His hate was directed against the Austrians or the state of affairs in Austria, and his irony against the human condition in general, not sparing himself. And, if you like, he put his hate into his novels and his irony into his plays.

After I had emigrated to Australia I had of course lost personal contact with Thomas Bernhard. Once I sent him a copy of Aspect (No. 21, June 1981) because I had published a translated interview with him which had first appeared in Die Zeit, a German cultural weekly. I had not asked his permission. Bernhard was already ‚famous‘ at this time for his rudeness, he hardly replied to anybody and was not even willing (a friend of his told me in Salzburg during a later visit) to receive his translators. As he had not installed a telephone in his farm, even his friends and relatives found it hard to communicate. There was a rumour that he threw the daily mail in the rubbish bin before he had looked at it. Whatever the case, Thomas Bernhard’s style of writing and style of living were the same.

When Thomas Bernhard had died, suddenly, many Austrians must have been relieved. Nobody in Austrian literature, past or present, had made such direct attacks on his fellow-citizens. Neither the classic Grillparzer nor the modern Robert Musil. And never, to my knowledge, had the Head of State, ‚der Bundespräsident‘ made a comment.

‚Thomas Bernhard’s writings are an insult to the Austrians‘, Dr Waldheim had publicly declared. No wonder that Thomas Bernhard, who was buried secretly and had managed it that only three people could come to his funeral, thus depriving the Austrians of a lovely corpse (eine schöne Leich) made more headlines post-mortem than when he was still alive. And Gunter Nenning, provocative journalist from Vienna entitled his article in Die Zeit ‚Der wahre Präsident‘ (the true President). I quote (my translation): ‚Waldheim lives, Bernhard is dead. Death for an Austrian who, in his preference for the wrong ones, is as unjust like its Philistine people. At first they did not want to know about him. The West-German culturati, nourished by its publishers, had known Thomas Bernhard much better than his own countrymen … The true President of Austria, who was, like its people, justified in hatred about everything and everyone in this country, was not loved by his own people … But the dead Bernhard is a good Bernhard, the next postmodern public building will be named after him …‘

I could go on quoting ad infinitum, or if you like, ad absurdum. Unfortunately in this postmodern polemic the essential Bernhard could have been lost, or even forgotten. Perhaps foreign writers like John Updike, expressed a more balanced view. In his comment, also published in Die Zeit, he wrote: ‚Although in Bernhard’s writing the theme disease is prominent, I was deeply moved when I heard of his early death. My knowledge of his work is limited, but the few books of his which I have read impressed me immensely. In my opinion he was one of the authentic voices in post-war Europe … His unique form of irony and his particular honesty had the sign of greatness‘ (my translation).

I like to remember Thomas Bernhard as I saw him the last time in Salzburg. He was leaning against the wall of the ‚Trakl Haus‘, now a museum of this ill-fated Austrian poet who had died of an overdose of drugs during the First World War, at the age of 26. Although at this time he was at the height of his fame and productivity, his smile was very sad, with only a flicker of irony. I had intended to ask him to go to the ‚Tomaselli‘, but realised he was not in the mood to go anywhere. Thomas could have said what he wrote ten years later in a letter to the director of his plays, Claus Peymann:
‚All by-passes lead to death‘.

Mona May

Die Lemmingbucht

 

Eisig kalt pfeift der Wind durch die nördlich gelegene Bucht, die sich bei Leeka, einer kleinen Insel, die beinahe an Norwegen stößt, weit in das Nordmeer hineinzieht.
Die zwielichtigen Nebelgestalten, die übergroß aus der Bucht emporwachsen, schweben und umschlingen sich, werden vom fauchenden Nordwind hin und hergeschoben. Sie formen die seltsamsten Gebilde, um sich dann dampfend und rollend in die offene See zu ergießen.
Die frostigen Elemente schmiegen sich hier aneinander. Die gefrorene Luft, nicht einzuatmen, tänzelt auf der dünnen Eisschicht spitz zischend auf und ab.

Weit ab sind Schritte zu hören, und das Knirschen und Stöhnen, hervorgerufen durch das abwechselnde Aufsetzen des Körpergewichts, breitet sich eilend über die splitternde Schneedecke aus.
Die Frau, deren Füße in schweren, felligen Lederstiefeln stecken, scheint im dunklen Grauen des Morgens wie verloren. Ihre Hände bohren sich tief in die Taschen der filzigen braunen Jacke, die um die Taille von einem fettigen Lederband zusammengehalten wird. Um den Kopf windet sich dicker Wollstoff, der die Stirn mit einhüllt, sich dann an die Wangen preßt und in Form einer Kreuzschlinge die Kehle und den Hals umschließt.
Ein weicher schwerer Rock fällt bis auf die Stiefelränder, an denen sich der Saum durch die ständige Auf- und Abbewegung ihres Ganges bereits abgewetzt hat. Darunter, unter dem Rock, kratzen feste Strümpfe aus Schafwolle an den Beinen.
Wie tiefe, hohle Gruben nehmen sich ihre Wangen aus. Über ihren blanken Backenknochen lugen unter den Augenlidern zugezogene Pupillen hervor. Die Augen, deren Licht und Farbe erloschen sind – zwei stechende Punkte – blitzen katzenhaft auf.

Über ihr Gesicht, das von feinen faltigen Linien durchdrungen ist, huschen wehmütige Schatten, die ihrem bläßlichen Gesicht eine fast hochnäsige Noblesse verleihen. Ihr verbissener, fest verschlossener Mund zeugt von der nun unbeugsamen, erbosten und kämpferischen Natur ihres Wesens.

Hart kracht jetzt das Eis unter ihren Füßen, was als gläsernes Echo zuruckgeworfen wird.
Nein, nur nicht stehenbleiben, weiter, immer weiter, drüben leuchten die Nebelgestalten, winken ihr zu, weiter, nur nicht zögern, rufen sie und bewegen sich auf sie zu. Sie nähern sich ihr, schmeicheln sich ihr entgegen. Ein fahriger Windstoß wirft sie dann zurück, bringt sie zum taumeln, und wie von einem Fausthieb getroffen sinken sie in ihrer Leibesmitte ein, zerzausen und stoben davon.

Sie beschleunigt ihren Schritt. Der Wind hebt von neuem an, fegt wie ein wild dröhnender Orkan über ihren Kopf hinweg, droht sie mitzureißen, es wird ihr unmöglich, sich noch auf den Beinen zu halten.
„Aber nein!“, sie darf nicht stürzen, sie darf in sich nicht für einen Moment lang nachgiebig werden oder sich einer Schwäche hingeben. „Aber nein!“, kurz zappeln ihre Arme hilflos herum, und während ihr Kopf vornüber gegen das Brustbein schlägt, stemmt sie sich bereits wieder gegen den scharf tosenden Sturm.
Plötzlich, für den Bruchteil einer Sekunde, hält sie inne und starrt wie gelähmt auf das Bild, das hoch oben über ihren Augen auftaucht.
Sie sieht den riesigen weißen Adler, der inmitten seines Flügelschlages wie eingefroren verharrt. Dann, nach einem kurzen Augenblick, holen seine Schwingen weit aus, und die Flügel, deren Spannweite sich unermeßlich auszudehnen scheint, heben sich, wölben sich nach oben, um am Umkehrpunkt zu erlahmen. – Er bringt seinen Flügelschlag nicht mehr zu Ende und stürzt in endlose Tiefen. Aber – dank der erstarrten Haltung seiner ausgebreiteten Schwingen gleitet er dann das letzte Stück des Falls, um besänftigt auf einer wässerigen Oberfläche zu fanden.

Beißende Kälte dringt an ihre Haut und jetzt erst nimmt sie die Kälte wahr, von der sie umgeben ist, gleichzeitig ist es, als würde sie diese Kälte verbreiten. Die Vision des Adlers hat sie verwirrt, und sie ängstigt sich nun. Aber nein! Sie darf nicht stehenbleiben, nein, sie muß weiter, sie darf in sich nicht für einen Moment lang nachgiebig werden!

Ihr Keuchen wird nicht versiegen, laut und heiß pocht es gegen ihre Brust, während kühle Tränen an ihren Wangen hängenbleiben, um dort zu schimmernden kristallenen Perlen zu gefrieren.

Noch ehe der Tag anbricht, will sie auf der anderen Seite der Insel angelangt sein, sie will hinüber, an das andere Ende der Bucht, zu den Fjorden.

Die Lemminge halten dort drüben ihren Winterschlaf. Sie haben ihre pelzigen, mausartigen Körper aneinandergebettet und sobald das Eis zu schmelzen beginnt, werden ihre kleinen Körper zu zucken beginnen. Sie werden sich räkeln und langsam erwachen. Nach dem Erwachen werden sie mit ihren winzigen kralligen Pfoten durch das Fell streichen, sie werden ihre Ohren säubern und ihre Barthaare langziehen. Mit ihren kleinen stupsenden Nasen werden sie sich einen Weg aus ihren Winterbehausungen hinaus ins Freie suchen.

Sie ist seit gestern morgen unterwegs. Sie weiß nicht mehr, warum sie so plötzlich fort wollte, warum sie sich so hastig davonmachte. Gegen diese schmerzende, rufende Sehnsucht, von der sie einige Tage zuvor befallen wurde, die sie dazu zwang aufzubrechen, konnte sie sich nicht wehren.
Die Menschen im Dorf werden keine Ahnung haben, was sie davongetrieben hat, was sie aus der Enge ihres Lebens, ringend um Standhaftigkeit, aufgerüttelt hat, und was sie schließlich dazu brachte, in der kalten Nacht ihren Mann und ihr zwar bescheidenes, aber freundliches Haus zu verlassen.
Sie, die Zeit ihres Lebens eine von keiner großen Leidenschaft besessene Frau war, sie, die immer ihren Pflichten, gemäß ihrem Rang, den sie im Dorf einnahm, nachkam, wurde mit einer von ihr noch nie erlebten Wucht, von einer beklemmenden Agonie getroffen, die kein Zurück und keinen Ausweg kannte.

„Es gibt keinen Weg zurück, der Weg zurück ist weit!“

Das Bild des eisigen Schneeadlers ist längst verblaßt. Was hatte es auch für einen Sinn, sich noch länger darüber zu erschrecken oder sich mit Fragen über das Geschehene zu quälen?

Es würde sie nur behindern, es würde ihren Schritt verlangsamen und ihr Ziel in eine weite Entfernung rücken. Zum Schluß würde sie noch den Wunsch verspüren umzukehren, und dann wäre alles vergebens gewesen, der beschwerliche Weg umsonst zurückgelegt worden.

In dem kleinen Dorf, das sie gestern verlassen hat, würden sie alle mit neugierigen Blicken verfolgen, und kaum dass sie den neugierigen Blicken den Rücken zugekehrt hätte, würde ein wisperndes, bösartiges Getuschel hinter ihr einsetzen. Später dann würde sich das ganze Dorf ihr gegenüber in ein ausgrenzendes Schweigen hüllen, das sie mit jedem Tag mehr aus der Dorfgemeinschaft ausstoßen würde.

„Es gibt keinen Weg zurück, der Weg zurück ist versperrt!“

Bald wird das erste zarte Licht der Sonne den Tag bringen, sie wird den Morgen in einen kalten, milchigen Glanz kleiden. Sie muß sich beeilen, denn der hereinbrechende Tag ist hinter ihr her. – Sie will den Tag empfangen! – Stolz und ruhig wird sie sich ihm entgegenwerfen, und wenn ihr Atem am Verebben ist, wird dieser Tag ihr gehören, ihr ganz allein. Er wird sie zärtlich umfassen, und während die pralle Wintersonne aufsteigt, wird alles in ihrem goldenen, gleißenden Fluten erstrahlen.
Es wird sie niemand mehr stören können, sie wird am anderen Ende der Bucht angelangt sein, sie wird drüben bei den Fjorden sein. Selbst die Lemminge werden noch nicht aus ihrem Winterschlaf erwacht sein!

Siegfried Holzbauer

diarium 180696

 

schneechaos verhindert heimfahrt längert käsnudeln

auto bahnt salz weg die gute kammer offene tauern

urlaub

urlaub zuende

arbeit zuende vollmond

hl.3 könige faul

taufe valentin fetter als albert das essen halbwild

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lang bei oma bleiben zahnärztliche geheimnisse

bosnien aus qual wie nervt franziska michael

frei räume weiß am 30ten nichts mehr davon

hasha dim sum cafe musen um sonst nix

idee beginn link mutter anrufen wie spitalt vater ifor bosnien explore convoi wien gmunden

kleider lachen leute in die hose nebelsee sonnenberg gmunten beobachtet vater’s herzrythmusstörungen

kirch & kakao mit schlag löcher in der piste schlitten fährt tochter schnee schmilzt herz

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die auswahl geht weiter stresst zur erschöpfung der mittelweg platzt wie adern im aug rötet die scham braun schwärzt die demokratie an khol’s der teufel

zu fuß sondert untersuchung kacheln kalech minus 47

hektik verlust aufpassen dass die birne nicht implodiert paging a home ping ein letztes christ aufbäumen & sterne verspritzen

zweifel nicht ernst genommen malfunction wer bügelt’s wieder aus t/hyper/raum cyberhome homewardbound I wish I was wünsch tier was ich wünsch mir dass ich in den himmel komm lucy

knockin‘ on heavens‘ door japsend the virtual boy: komm gib mir deine hand

email arbeiten let it be & get back bobbies it works den mund gleitfähig machen zum überfressen seit heute eingewebt

anni am rüden ton erkannt gallig die kirche neu & fast leer die kinder messen das licht mit geschlossenen augen im schnee & schlitten die väter quälen sich den berg hinauf

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kralik fürchtet sich vor katzen auf der autobahn inbrünstig hofft er auf regen prägt sich die abfahrts und ankunftszeiten ein smetana war balsam für seine seele zeit wieder wallfahrten zu gehen die wahrheit koste lies ulat & co hochradproduktion & von den lippen die gulaschflecken

explore the un-verse das bosnische abenteuer lockt julia fiebert anna zittert vor kälte der steppenwind macht einsam

wegen schnee treibens like a virgin gehetztes dorf wien sein weib & irischer gesang berauschen michael

vergessenes sakko irrfahrten nach borneo fritz im hotel

going home durch wien bebt das bett

bürger von GeoCity Athens 2538

auf in den süden zwischen scheiben spaghetti bei ulli volles haus & würste in cahorce sausen & schmerzen julijanas ohren zum herzzerreißen

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in vertretung und bangen und hoffen dann springt sie mir entgegen alles gut aber ärztlicher rat verteuert den aufenthalt

ungeweckt vereist zum augustin im zwickel ein strahlend schöner tag ärztliche kontrolle leicht geröteter ohren belästigen nanne fade out day unbekannte gebeine lahmen den bach

morgendliche abschiedstränen verfroren zum augustin bismarck’s zweifel im zwickel aufgelöst zu weichware doppelt bekocht tochter’s tante tanzt & klara

glätte droht furt zu vereisen klagen undinen die dauern mich

samstag glättet & die straßen

schnee im nebel wasser im wald kinder im messer & der bruder im T-shirt

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arbeit macht krank finanzamt arm sparpaket sauer & die kleine nach der mutter weinen ausgeheilt

nach langer zeit mit der straßenbahn zur arbeit auf der suche nach dem hochzeitsfüller riesenbudgetloch gefunden & eine homepage

zu dritt verweigert ein drei-sterne-general bruderschaft verpflichtet die idole der jugendzeit scheibchenweise silbern demontiert dinkelmehl semmelweiss ein rauchfangkehrer bläst zum angriff

jacket ausgezogen & die krone auf dem zahn gefühlt & zwei stunden auf dem stuhl

kinder wagen wohnungssuche infrarote energiestrukturen als fluchtwege ins land ob der enns

verhaut versaut der tag verlegen eskaliert der streit rund um die liebe zur farce & verkocht leise unter der bettdecke

zur lasagne eingeladen weitergekocht kehrt stille ein im weinen löst sich ein schrei auf wiedersehen

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grau wenig blau der bart gehört gestutzt zu recht verlor sie milch ans schattenhaus

fünf bis drei viertel zwei falten wieder ausgebügelt bäcker’s verlust schmerzt

am nächsten tag zerspringt der kopf dumpf & widerwillig

eunuchen im ruhestand fluchen sich jung & unversehrt der valentinstag brachte blumen für paul & im extrablatt einen stein ins rollen

erschlagen vom transit verdoppelter utopien & ankerworte in paralellwelten des erinnerns im meer derzeit beben geflutet zu stumpf gewetzten herzen amo klopft es bis zum hals der rote teppich blumendurchwirkt seine mutter kindst

frisch bezahnt zum faschingsamstag snack seltener pelzbesatz & ungeschützte daten sollwerte zeitversetzter lustfeindlichkeit im keller nähren sie ratten züchtigen ihre kinder & erzählen witze & von heldentaten & dem ständigen
kommen & gehen der leute & hemmanschwellen der wc-benützungen in heidi’s männerpension an der ostseeküste

kein kind & messer aber paura’s mündung blitzt auf in schneewasserlachen entenbraten sinkt wie ein stein zu boden geräucherten saibling verschlingend

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erfolglos verzettelt vertröstet auf morgen das heute

wie gestern die gleichen zerfledderungen der sekt bleibt ungetrunken die nacht & ruhe gestört vielerlei

erste anmeldung & antworten zum jahresende wohnen im grünen

erste schritte im schneegestöber wohnen im silo

kinderärztlicher rat wohnen im einklang

erster augenschein trost im klassenlos & befühlen von federn lohnt sich nicht

aller heiligen wasser gefror im wald zu schlaf: kind ermesse die verwunderung

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wiedersehen mit gustav arp nach 5 wochen ist der montaghimmel noch blau wie 10 tropen koh-i-noore zypressen und fichtenhölzer biegen sich zu kontragitarren am altstädter ringt kafka um luft publikumswirksam bleibt der pfeil in ihren blonden haaren stecken

friedenserhaltung am golan zum schulden abtragen busse fliegen in die luft die grippe hat wieder zugeschlagen trotz vitaminbecher einfrieren des prozesses molotow zündet seinen cocktail an & schmeißt ihn in die jubelnde menge

mangels arbeit vorzeitig abgegreist

schüttel froh stab & gebrannte mandeln neugeboren weit geöffnet dringt in vollen zügen neues ein

warten dass der tag vergeht & das kind schläft schon ungeduldig

ich hing an ihr inge aichinger rarität im schneegestöber milchreizende barockstadt zum mond erbleichte sonne

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wieder noch ungesund im geschäft

auf der spielwiese das projektil abgefeuert & darum ins schwitzen gekommen

stunkstress über den tisch gezogen gescholten plötzliche siedepunktverlagerungen

enthaltsamkeit & geburtsvorbereitung entspannt gesittetes baby

frau ohne stimme im afghanischen zählt regina maxuta

luitz am pötzibeg kungen kauging statt bendi gatzhaus fapad

zusehends in die länge verwortet wo schnitt in der kemsse von nöten & theater den lufthauch austrocknet

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zuwiderläufer montag ins blanke mozart gerückte gärten & der semiramis tränenreiche

im schnee nach sonne brüllend gestöbert bleibt schreiben der einzige sozialkontakt

nach genns ziehen gescheitert am steten zuzug kommender lasten wo flußschlingen die fülle zu haltlosen steinen versanden & glashütten

wortfluß grindiger katzen pisse verflüssigt & überversichert geburtsvorbereitende finanztransaktionen

die sonnenbrille & qual der verwandtschaft an namenstagen verleitet zu einem ersten zaghaften frühlingsspaziergang

einwand: schafft vereinigung des erinnerns (leg dich in die sonne hans und brenne anna kalbt)

statt lieb baumeln sonntagsherzen im familienidyll schleckt der bruder das messer ab & klappt zusammen

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in die montagslähmung platzen wechsel öl ins feuer erstarrt die hand kellerkalt zur publikumsbeschimpfung täger und kriegslinge zu stehlen und schlachten

kinderpflege haut & haar überschäumender stress lachen

hinter der ortsmusik im gleichschritt zur totenmesse die tante wächsern im sarg krokusse & schneeglöckchen beider zehrung ihr sekundentod hält bei stimmung

über arbeit fordert zeit vernichtung auf der stelle treten ein abend im haus der frau

wochenende beginn gänzlich freitag

roithen eggt bier zu welse & verdingt sich als knecht ab hof

kindermesser schneiden entenfutter fleckerl schinken küchenberge herb erträumte sonnentage was unter den tisch fiel: ärger übers essen völle & schweiß das kind bei oma & opa müdigkeit & uta’s buch der becher die angst die sorgen & sie

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gustav rapt den kindern dunkle flecken in die hose & seele ignoriert die kippenden hochzeiten & wallfahrten ins ungewisse glück & glas wie leicht

dann flieder & sein herz in wohligen zuckungen flutet die vorhöfe schächtet männer & dörfer ketzer pomlaska’s ruten für st.nikolaus die schindermähren der regenten kometengleich entwurzelt verglühen lautlos über kuwait

auf spurensuche herkünftiger zustände trauer um marie unvergeßliche wirtin als ulrich’s söhne sein pferd in andere hände gaben stahl er sich davon ein goldenes kreuz & ging

noch weiter zurück in klausuren geschlossen harren alte reisetintenfässer der befüllung

wie in alten tagen wege wagen & laut fragen einklagen für kurt ein helles

zu anna’s feiertag sieben ziegen verspeist

sommerzeitumstellung wie sehr doch enthausung schmerzt

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wie der da im hemd wie wichtig

wie der im orbit trüb nach einer woche kar o stern verdunkle

mit

grün

den freitag fast leer gemessen am kastendenken

die auferstehung nicht abgewartet die welt ist voller junger mütter

gutschein esther kitzelt lachen auf den bauch

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otto pötzi’s erste puppenwagenfahrt

beim schließen der erinnerungslücken wundgeflogen

gast im garten erste sonnenstrahlen die vergangenheit wach ins weiße so verlaufen reisevorbereitungen im sande die pläne & das geld zerronnen in den fingern klamm das fromme lied teil um teil verloren hannes versteht sie nicht weint

wieder im prater blühen die bäume für bosnien noch nicht ausgequält die kälte zwingt schweizer ins haus inkpot rauchen

groggy unterwegs die leberwurst im kasten mühsam

das aufbauen gelingt zum fest verschraubt mit band und mütze trennungsschmerz die zeit verfliegt ihrem charme

marathon der wind erkältet den frühling im fischerhäusl mit katharina versäumte messe beim platz schaffen gewann die oberhand

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caritas freifinanzierte rosen in alturfahr west renoviert

das auto überholt das trinken das geld abgewartet das kind auf das ende des winters

die tage neu gerahmt das leid der säle vereinsamt unter freiem himmel lidschluß sucht leim rieb klösterliche seideln breit & lacht

lauer himmel brennt rillen in herz tische & stühle lockt ins freie krümmt vögel & räme zu seligen schwegeln & andenken dungen knechte für erlahmte allen alles recht machende schweyer & rannten davon brannten kinder löcher in zähne hände & lungen verschoben milch dann fische in historischen trachten vergraben

in den keller auslagerungen & umschichtungen an der donau spielstrand

wieder blank gehen wippend die balkone neu bepflanzt & redesigned mit stiefmütterchen & vergiß mein spielzeug nicht

hasel acht mühlen muß sehen wie halb geöffnet die felder bald lohnen die tränen der schweiß um die liebe

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die hitze hält an & jetzt raus die blätter gras & blüten in der abendsonne verglimmt der tag

in der sandkiste hand in hand die rutsche hinunter über die wiese gelaufen ihr überschwang steckt an

das umbauen der demos entsorgt 13000 um 20 gelassen stehen diese ketten sprengenden bibliothekare international im regen austausch zur miete kindst tagesmutter victoria

heute zur lösung entinnertes als datengerümpel gelöscht & aufgeräumt

gerhard schied mit stab essend aus über stunden frei

im einkaufsrausch roten sarbes heimtraut zu finden versucht glück zu scheiden & befeuchten

kind zur oma kommt neues eben zur weißglut gebanntes panorama einer überlandfahrt

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so scheint ohne einladung geburtstage zu vergessen ärger als die angst vor verwerfungen zufälliger lüste flüchtigkeiten

& verschiedenes warten von frühen ängsten schwanger & kugelrund am busen der glanz schafft unbehagen & verfliegt im schaum

er trägt sie & es noch immer rafft auf einer langen weile fahrt hausen gusen taumeln talwärts reichlich lieb aut zartes maiengün

weiterwarten in der stille pöten pyro leben retten zitternd täuschung

in bewegte bilder zerscherbtes säuglingsgrab zerplatzt die hoffnung von der mobilisierung des blickes

so viele dinge nicht so passieren wie sie sie wüschen

fischer’s garten reim & utens haar hält katharina rund

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der bauch schmerzt durch männlichen eingriff verwundert verweint die anzeige zeit der niederkunft überschritten

der kadett ist verkauft tausend apfelblüten entlang des kreuzwegs locken vergeblich

im kreis warten sprengt die blase abendlicht dunkelt den tag frei zur geburt presst das kind aus der höhle & mir in die arme esther thérèse will trinken zur mitternacht glühen der kastanien kerzen kafka bemehlen freundliche aludosen

erleichterung stresst doppelt einfach die große wieder holen & das kind bestaunen

oma’s 360.kniebeschwerden zwingen freitag

die zunge zu holen beißt warzen blutig pumpt & schläft wieder auf meinem arm

milch & tränen im überfluß zur muttertagsgeschenkswelle

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mir ist alles recht stressig für’s baby nest herrichten oma quasselt die mitternacht herbei

gesteuerte erklärung beim bezahlen der klinikabgaben nach pizza & henkell trocken reist sie wieder ab vapor holt sator willkommen daheim

so beginnt das alltagsleben mit zwei kindern & inbetriebnahme der melkmaschine neues familienglück

& im stillen

& heute statt milch fließen tränen & lösen den stau zur ersten ausfahrt

linz festet auf im getümmel wortlos versandet

zur spielwiese geplatzte krägen & radlager

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kindergartenonkeln & wäsche glätten

ins büro abgetaucht an der donau ausgeflügelt

auf amtswegen drei rosen unbezahlbar das entfernte haar im nestroy & müttergeschnatter verweht die spuren im sand verlaufen die verwerfungen fragrecht zur fallinie kommt der exlover kindergartenschnuppern bleibt ein flaues gefühl im magen

& leer verkannt unbeachtet eröffnen ausgestellte panoramen esther’s erste autofahrt

ostmann in der libyschen wüste grüßt carlo allergische reaktionen im trappistenkloster franz schreit laut auf knusprige garnelen machen lust auf sechs tage sekt

leckt haar schnitt bart spielt volk am platz färbt & melkt idylle ab

der töchter aufwachen schlaft mich drittelt die nacht pfingstwund der kinder messer aalglätte räuchert markschwarz

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nelken statt pfingstrosen große augen & immer durstig

kälteeinbruch lindert launen weht antonias ungeduld zur steig um zwei felle schwimmen schon

glutenweiße milch läßt tiegel springen wanzen lauschen saugen über allen wipfeln ist ruh

vier gewachsen & erschwert ums viertel ausgeschieden der vierte zeitversetzt gestrandet bald heitert sich der himmel aus

buckelkinder am hamburger fischmarkt

den nachmittag verschlafen putzwut reinigt kaum des tages schwüle roseo schreibt das tempo vor

sie lispelt leise platz stadtkind vermesset berg und tal die heiterkeit im ausfluß permanenter unzufriedenheit

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nach 14 tagen vaterschaft ins büro zurückgestreßt apfelsaft geilt auf krümmelt geblähte säuglingsbäuche winden donauwellen wütend sang & rüttelt wiese beruhigung je wieder sex, drugs & rock’n’roll

was zählt tickt langsam bewimmert plötzlich purifikation

arbeit freit & webt bezüge zurrt 50 täler & führt schafe schreiben

der vers offen die flasche entzwei liegen wir im bett & verschlafen die sommerhitze

am busen denaturiert die milch fischelt alibigärten im roten wüstensand unfinanzierbare büsten

brennheiß gekühlt im gmundner strandbad flutet chlor das becken blau die luft zum spaß der schatten grau

sonne ohne messer tage ohne fön schickt mädchen nach innsbruck als dankeschön

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froschung & ungeküßte leere verglühen in der sommerschwüle saugen simon’s staub zu blitzen aus nächtlichen witterungen

verstört läuft kreis dash an ecken schwindet vertrautes dash fett schwitzt sich zur ader dash die lasten dash frei gefügte ziegel atmen kurz

zwölfer schnitt lust zwischen durchlässen ladungen oft verstümmelter waren im regal neger sich im gras im tor tot der otto dreht sich um nebel um esel verkauft seine seele an hippokraten die zufällig die längste laufzeit boten

helle schockt mich angenehm rührt zum trennen vergangener ankerleinen

bauch an bauch den zahn aufborendes interesse der kommandanten im schatten des schanigartens ola broken

stein rutt zeug schreib bezug & fertig prinz

den kleister wegkratzen fünf verklebt auf einen streich im strandbad rösten peanuts kinder glücklich

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haschek siedelt im wasserfeld der samen leicht der fisch zappt auf umwegen zum see euphorisiert zählt er bis fünf vor zwölf ronnies zimmer küche kabinettstücke