Thomas Antonic

GANGAN Lit-Mag #50

KINGA KONG, SETZEN!

BEGINN (ALSO AUSZUG) AUS EINEM WUNDERSCHÖNEN STÜCK WELTLITERATUR

für Ralf B. Korte und Silvia Stecher

Editorische Notiz: Dieser Text entstand in Kollaboration mit einem zweiten Autor, der namentlich nicht genannt werden will und sich davon distanziert, weshalb dem zweiten (hier namentlich genannten) Autor die alleinige Verantwortung für dieses Machwerk übertragen wurde. In einer wilden Auseinandersetzung (Fausteinsatz, zwei ausgeschlagene Zähne, ein blaues Auge, eine Platzwunde) schrie der anonyme Co-Autor unter anderem folgende Sätze: „To me, making a fucking martyr out of Kinga fucking Toth with these fucking people is not my fucking idea of fucking fun.“ Und: „It’s fucking like, seriously, why fucking bother? But if you fucking like it that fucking much and really fucking think it’s really so fucking great then you can fucking own it!“ Sowie: „I don’t fucking need all these fucking screaming, whining fucking idiotic fucking wanna-be losers sending me politically fucking correct fucking hate messages and all that fucking bullshit. Fuck that! And Saint Clemens fucking Setz can fucking fuck himself the fucking egomaniac fuck, with his fucking Tagebücher and his fucking lizard on his fucking finger, what the fuck, fuck him, fuck you and fuck your stupid ad hominem bullshit !“

I don’t mind about insults, as long as they are creative.
(Just Be, am 3. Dezember 2018 vor Specs, San Francisco)

Freitag, 19. Oktober 2018

Oh, endlich! Endlich! Das Tagebuch des Clemens J. Setz erscheint! Oh, thank fucking god! Oh, great Odin’s raven! Finally! Danke, Jesus. ES GIBT EINEN GOTT! Wodurch haben wir ein solches Wunder verdient? Danke, dass du unser Leben so bereicherst. Danke, danke, DANKE.

Heiliger Clemens, rette uns! Ich muss diesen Volltext-Artikel haben. Ich zahle gerne 5.000 Euro dafür. Die Ausgabe kann man sich auch als pdf downloaden. Hoffentlich veröffentlicht er das zusätzlich als Hörbuch. Und hoffentlich handelt es sich um das vollständige Tagebuch, vom Zeitpunkt seiner Zeugung bis in die unendliche Zukunft. Clemens J. Setz wird ja ewig leben und konnte bereits im Uterus lesen und schreiben. Nicht nur schreiben, er verfasste damals bereits absolut geniale Lyrik, die jene Karl Heinrich Waggerls deutlich in den Schatten stellt. Und das will was heißen. Auch wenn ich nicht genau weiß, was das heißt. Aber ich bin ja auch nicht so ein Genie wie Clemens Jesus Setz.

Er sollte in Graz ein Häuschen errichten lassen. Und da drinnen, hinter Glas, können wir ihn dann betrachten beim Verfassen seines Tagebuchs. Das Häuschen könnte man Literaturhaus nennen. Oder Setzkasten. Wir können ihm zuschauen bei allem, was er in seinem Häuschen erlebt, was er träumt, was er sich so ausdenkt. Das wäre sehr wertvoll für uns. Das Gesamtkunstwerk Meister Setz könnte als sein eigener Vorlass in Fleisch und Blut angekauft werden. Aber das ist noch zu wenig. Es sollte auch einen Radiosender geben, SORF, nein, besser, mehrere Fernsehsender! Setz ORF 1, Setz ORF 2, ja, viele Kanäle, auf denen alle seine Werke besprochen werden und wir in Realtime sehen können, was er macht, wenn er auf der Klomuschel sitzt, oder wie er immer wieder versagt, wenn er versucht, unter Menschen zu leben, weil wir Menschen ja so „kauzig“ sind, wie der Pechmann sagen würde. Ja, kauzig sind wir, mein Gott, wie kann man unter solch kauzigen, beschissenen Menschen leben, wenn man der Welt so viel anzubieten hat? Das ist ja unrecht. Warum ist diese Kinga Tóth Grazer Stadtschreiberin? Ich sage: Clemens J. Setz AUF IMMER UND EWIG STADTSCHREIBER!!!: Weiche, Tóth, und gib dich mit dem Publikumspreis bei der Nacht der schlechten Texte in Villach zufrieden, KAISER SETZ KOMMT!

Graz braucht keine ungarischen Möchtegern-Dadaistinnen. Die Setz-Apostel auf den Literaturhäuseln dürfen ausschließlich Setz lobpreisen, Setz-Füße und Setz-Stiefel lecken. Setz-Schwänze vielleicht auch, zum Teil. Jesus Setz würde also gar kein Häuschen mehr errichten lassen brauchen, wäre er nicht Setz, dem ein Gebäude, das nicht extra zu seinen Ehren errichtet wurde, zu minder ist. Milde lässt er sich dennoch den Lorbeerkranz aufsetzen. Setz sollte in JEDER Stadt auf immer und ewig Stadtschreiber sein! Setz schreibt viele Buchstaben, und jeder Buchstabe ist brillant. Und dafür reicht eine Stadt nicht aus. Da kann Kinga Tóth noch so sehr die Welt mit ihren Poesiefladen zuscheißen. Ich weiß sowieso nicht, wie es dazu kommen konnte. Kinga in manuskripte, Kinga in Lichtungen, Kinga in perspektive (im Ernst?? Ja klar!), Kinga in der Akademie Schloß Solitude, Kinga Stadtschreiberin in Jena, in Graz, im Glory Hole, Kinga here, Kinga there, Kinga Kinga everywhere. Aber wer zum Teufel ist überhaupt Kinga Tóth??? Dieser Mist hat vor ungefähr zwei Jahren angefangen. Plötzlich, wohin man auch nur schaut, in Berlin, in Wien, in Graz, überall taucht der Name dieser Person auf. Und ich frage Höfler, wer das ist. Und er scheint auch irgendwie … so: „Ähm, eine Autorin aus Ungarn.“ Und ich: „Was hat sie denn in Ungarn so getrieben, ist sie dort ein literarischer Superstar?“ Und er: „Ähm … nein.“ Also irgendwas ist da faul.Who the fuck is Kinga Tóth compared to God Setzkasten?

War Kinga Tóth schon in Volltext? Nein, oder? Nein. Die wissen noch, was ordentliche Literatur ist. Die berichten über das Tagebuch des Clemens J. Setz. Oh, ich kann mein Glück gar nicht fassen. Jetzt sehe ich es erst, blind war ich vor lauter Setz-Enthusiasmus: In der Setz-Tagebuch-Volltext-Ausgabe sind auch Alexander Kluge, Arno Geiger, Norbert Gstrein, Nora Gomringer vertreten. Sogar Hermann Broch schreibt noch immer für Volltext. Ich muss diese Ausgabe haben!!! Ich zahle auch 30.000 Euro! Dieses Heft wird in wenigen Jahren sowieso nur mehr für eine sechsstellige Summe zu haben sein.

Norbert Gstrein, was für ein Schatz! Da kann Kinga Tóth einpacken! Alles Unfug! An Norbert Gstrein kommt niemand ran. Weil er mit niemandem wetteifert, kann niemand sein Mitstreiter sein.

Samstag, 20. Oktober 2018, früher Nachmittag

(Fortsetzung folgt)

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