Kristen Hunter: Das australische Feuerwehrsystem

Eine Fallstudie

Es war ein Sonntag morgen – ein früher. Wie wach ist man an einem Sonntag morgen um acht? Nicht wach genug, um schneller zu sein als die Tür. Und so fand ich mich vor der Wohnungstür, mit dem Wäscheklammerbeutel, dem noch leeren Wäschekorb und ohne Schlüssel, und hatte noch das Klicken der Tür im Ohr.

Dies war der Anfang einer langwierigen und sehr australischen Geschichte, in der wenig ökonomische Effektivität, ein bißchen Bürokratie und viel Hilfsbereitschaft die Hauptrollen spielen.

Erst einmal setzte ich mich auf das Mäuerchen vor dem Haus, um auf Silke zu warten, die mich eine Viertelstunde später zum Sonntagsausflug abholen sollte. Der vorbeigehende energische Herr mit silbrigweißem Haupte, der auch sonntags sein walking-Programm ernst nimmt, wunderte sich nur wenig, als ich ihn nach seinen Schlüsseln fragte. Ich weiß, wie poofelig die australischen Schnappschlösser sind und gebe ihnen eine recht große Chance, dass ein Schlüssel für viele paßt. Der silbrigweiße Herr wußte das anscheinend auch und gab mir ohne Zögern seine Schlüssel. Er folgte mir aber doch mißtrauisch bis zu meiner Wohnungstür im dritten Stock und nahm’s als zusätzliche Fitneßübung. Leider paßten seine Schlüssel nicht.

Dann kam Silke. Bevor sie auch nur den Gedanken entwickelte, einen Parkplatz zu suchen, saß ich schon neben ihr und erklärte ihr, dass wir jetzt die nächste Hauptstraße hinunter und zum Makler müßten, denn der Makler hatte Schlüssel zu meiner Wohnung.

Während ich erklärte, heulten drei große Feuerwehrwagen die Hauptstraße entlang, in die meine kleine Nebenstraße einmündet. Als wir dann in diese Straße einbogen, sahen wir sie hundert Meter weiter vor einem Haus stehen. Silke schlug vor, wir sollten doch hingehen und angelegentlich fragen, ob sie uns eine Leiter leihen könnten. Mir war das aber peinlich, und ich setzte durch, dass wir in die andere Richtung, gen Makler, fuhren.

Der Makler hat manchmal sonntags offen, soviel wußte ich. Aber an diesem Sonntag; und dann auch noch kurz nach acht? Natürlich war er nicht offen. Der hardware store nebenan war aber offen, und der freundliche Besitzer überzeugte uns, dass das Maklerbüro jeden Sonntag geöffnet sei, spätestens ab zehn, aber vielleicht auch schon ab neun. Er weiß das, er arbeitet ja da. Und ansonsten seien die LCD-Schlosser die billigsten, und sie kommen auch sonntags. Als wir beim hardware store herauskamen, war Licht beim Makler. Aber es war niemand da. Peinliche Minuten klopften wir ans Maklerbürofenster, während ein halbes Dutzend Leute direkt davor uns zuschauten, denn sie warteten auf den Bus und waren froh, dass was zum Gucken passierte, denn die Busse sind immer spät, und man langweilt sich so beim Warten.

Wir gingen erstmal frühstücken.

Die Bedienung im Café nebenan erklärte uns, dass der Makler nie sonntags geöffnet hätte. Sie weiß das, sie arbeitet ja da. Aber sie würde einen billigen Schlosser kennen, der auch sonntags kommt.

Sie ging auch gleich nach hinten und schaute in die gelben Seiten. Und fragte hinten auch ihre Kollegin. Die kannte auch einen billigen Schlosser, der sonntags kommt. Jetzt hatten wir drei Schlosseradressen. Und ob wir im NRMA (ADAC) seien? Die kämen umsonst, wenn man Mitglied ist.

Und dann fiel einer weiteren Bedienung hinten im Café noch ein, dass die Polizei Generalschlüssel hat. Wir sollten doch einfach nur dahingehen und ein bißchen mit den Augen klimpern, trug uns unsere Bedienung zu.

Um kurz nach neun hatten wir allen Kaffee getrunken, alle Croissants gegessen und alle Ratschlagquellen erschöpft. Der Makler nebenan hatte immer noch Licht, aber es war immer noch niemand da. Diesmal klopften wir nicht mehr an die Scheiben, aber fluchten leise über automatische Lichtschalter und überflüssige Einbrecher-vertreibungssysteme.

Dann riefen wir von einer öffentlichen Telefonzelle aus die Firma von Silkes Mietwagen an. Die Firma war leider nicht beim NRMA. Auf dem Weg zur Telefonzelle stellten wir fest, dass die drei Feuerwehrwagen die Straße runter schon nicht mehr da waren. Ihre Leitern hatten sie auch mitgenommen.

Also zur Polizei. Denn mit den Augen klimpern können wir. Das Revier lag in einer kleinen Nebenstraße und sah auch aus, als ob es sonntags geschlossen hätte. Hatte es aber nicht.

Der latin lover hinter dem Tresen war nicht beeindruckt von unseren Augen, sondern meinte nur, da könne man nix machen. Die ebenso kurzangebundene Polizistin, die hinten an einem Schreibtisch saß, meinte auch, da könne man nix machen.

Aber dann – schlug die australische Hilfsbereitschaft zu! Und diese einmalige Kombination von Bürokratie und Aktivismus nahm ihren Lauf.

Ob ich etwas angelassen hätte in der Wohnung, fragte sie. Ja, hatte ich. Der Grill im Herd muß immer etwas vorgewärmt werden, bevor er das Toast toasten kann. Also hatte ich ihn vor dem Wäscheholen schon mal angestellt. Dann, sagte die Polizistin, sei das ein Notfall.

Und bevor ich begriff, was sie tat, und sie hindern konnte, rief sie die Feuerwehr an. Gab meine Adresse durch. Rief den Notfall aus. Wandte sich dann mir zu und erklärte mir, dass ich mich jetzt beeilen müßte, zu meiner Wohnung zu kommen, denn die Feuerwehr sei schon unterwegs, und wenn ich nicht da wäre, würden sie die Tür einschlagen.

Mein Gott! Silke und ich rannten, sonntagmorgenrekordbrechend, die Straße entlang, den Hügel hinauf, zum Auto. Wir schafften es noch vor der Feuerwehr.

Vor meinem Haus auf der Straße standen wir, da hörten wir sie schon kommen. Und sahen sie: auf der Hauptstraße herbeirasend, mit Martinshorn und Sirene schreckte ein großer Feuerwehrwagen unschuldige Bürger aus dem Schlaf. Und jagte im Feuereifer an meiner kleinen Nebenstraße vorbei – summ. Einen Moment später kam er wieder zurück, diesmal langsam und vorsichtig und ohne Sirene, und fand meine Straße.

Vier ernste Männer stiegen aus. Der Boss kam mit mir zu meiner Wohnung hoch und versuchte erstmal eine Plastikkarte. Ich bekam Respekt vor meinem Schloß, es hielt dicht. Dann preßte er sein Ohr gegen die Tür. Aufgeregt und konzentriert: „Ich hör da was! Haben Sie einen Rauchdetektor?“ Ich klärte ihn auf, dass es das Radio sein mußte, was er hörte.

Die nächste Maßnahme war die Leiter. Sie wurde zu ihrer ganzen Länge ausgefahren, die ersten Nachbarn sammelten sich an den Fenstern. Leider ist vor dem Haus die Einfahrt zur Tiefgarage, der Grund liegt daher etwas tiefer, und die Leiter reichte nicht. Dann, erklärte mir der Boss, müßten wir jetzt die Tür einschlagen. Ich begann, gegen hilfloses Gekicher ankämpfen zu müssen.

Auf dem Weg nach unten traf ich einen entschlossenen Feuerwehrmann mit Gasmaske um den Hals und Sauerstoffflasche auf dem Rücken. Ich wollte schreien, dass es überhaupt nicht in Frage käme, meinen Wohnungstür einzuschlagen, und schon gar nicht mit Gasmaske und Sauerstoffflasche. Und inzwischen sei es spät genug, dass ich auch meine Freundin drei Straßen weiter anrufen könnte, die einen Schlüssel hat. Erinnerte mich dann aber daran, dass es sicher nicht so diplomatisch wäre, diese Freundin jetzt zu erwähnen.

Ich wies also die Feuerwehrleute darauf hin, dass auch mein Fenster nach hinten raus offen sei. Also wurde die Leiter hinten nochmal aufgebaut, ein klappriges Modell, das mich um den hinaufkletternden Feuerwehrmann bangen ließ, und drei Minuten später war ich in meiner Wohnung.

Brach endlich in das lange zurückgehaltene Gekicher aus und rauchte erstmal eine. Und fragte mich, und frage mich bis heute, warum die drei Feuerwehrwagen am Ende der Straße wohl wieder so schnell weggewesen waren.

Michael Wilding: Die Short Story in Australien

„Das Einzigartige an der Short Story ist, dass wir alle eine erzählen, leben, niederschreiben können“, schrieb Christina Stead, die australische Romanschriftstellerin. Die Story ist die zugänglichste der literarischen Formen. Jeder hat eine Story. Es war niemals eine exklusive oder elitäre Form. Große Short Story-Schreiber waren immer auch Romanciers, Dichter, Dramatiker, Essayisten; nur wenige haben ausschließlich Stories geschrieben. Eine der Stärken der Story ist ihre Art und Weise, so eine Vielzahl an Schreibern anzuziehen. Dies wiederum trägt zur Vielfalt ihrer formalen Ausdrucksmöglichkeiten bei – erzählend, lyrisch, dramatisch, märchenhaft, abenteuerlich erfunden oder berichtend. Die Story steht im Dialog mit Romanen, Gedichten, Theaterstücken, Essays: sie verschließt sich anderen Genres gegenüber nicht. Sie ist dazu imstande, die formale Strenge eines Gedichtes zu verkörpern, den Dokumentarwert einer Fallstudie, die Zartheit einer Träumerei, die schreckliche Wahrheit eines Geständnisses, die Klarheit eines Exempels und auch die Heiterkeit eines plötzlichen Einfalles.

Australien hat eine starke, fortlaufende Tradition der Short Story: von Marcus Clarke in den 1870ern über Henry Lawson und Barbara Baynton zur Jahrhundertwende wurde ein steter Fluß kraftvoller Stories hervorgebracht. In der vorliegenden Auswahl liegt der Schwerpunkt auf Stories der Gegenwart. In den letzten zwanzig Jahren hatte sich Modernismus als literarische Ausdrucksform ziemlich gefestigt. Aber die realistische Tradition, der er mutig begegnete, gab keinerlei Anzeichen, das Feld zu räumen. Realismus wurde durch Modernismus nicht ersetzt; in der literarischen Praxis dieses Jahrhunderts existierten sie eher nebeneinander. Darüberhinaus bestehen sie nicht als entgegengesetzte, einander ausschließende Positionen, weil Schriftsteller stets sowohl realistische als auch modernistische Aspekte in ihre Arbeit eingebracht, und zu unterschiedlichen Zeiten beide Tendenzen durchforscht haben. Ständigen Erneuerungen und Entwicklungen unterworfen, blieben beide Formen in Australien bestehen.

Es besteht keine Veranlassung, eine spezifisch australische Form für die Short Story zu beanspruchen. Die besondere Stärke der Tradition – und es ist eine besonders starke Tradition – mag nicht als eine in der Form einzigartige Kraft beschrieben werden, wohl aber als eine den Problemen der australischen Romanciers entgegenkommende. Australiens Verlagswesen, überwiegend in ausländischem Besitz, hat nur zeitweilig große Begeisterung für die australische Literatur gezeigt. Wo Romane keinen Zugang zur Publikation fanden, schafften es aber einzelne Short Stories. Diesen notwendigen Überlebensstrategien der Autoren schuldet die Vielfalt und Kunstfertigkeit der australischen Story viel, was wiederum kräftig beim Erarbeiten einer großen Leserschaft half. In den 1890ern hatte THE BULLETIN, ein Wochenmagazin, von sich aus die Story gefördert. Aber zu der Zeit, als jene Stories geschrieben wurden, die in die vorliegende Anthologie aufgenommen sind, war der Markt in den Periodika schon fast völlig geschlossen. Vierteljährliche Literaturmagazine, die in Zusammenarbeit mit Universitäten herausgegeben werden, stellten eine institutionalisierte Heimat für die Literatur während dieser Jahre dar. Als diese Literaturzeitschriften aber neuen literarischen Entwicklungen zu restriktiv gegenüberstanden, entfalteten sich andere Strategien. Kleine Magazine, die eine Veröffentlichungsmöglichkeit boten, wucherten. Einige Jahre lang erschien eine Short Story-Beilage, die sich TABLOID STORY betitelte und von Ausgabe zu Ausgabe jeweils einer anderen etablierten Publikation beigefügt wurde. Für eine Weile boten wöchentliche Magazine ein Zuhause, aber auch die folgten den aussterbenden Magazinen allgemeinem Inhalts nach.

Während dieser Zeit kam es zu einem Wiederaufleben öffentlicher Lesungen. Open-Air-Lesungen am Hafen von Sydney, in Parks, Caféhäusern, Kneipen, Rathäusern und im Universitätsbereich legten ein neues Gewicht auf das gesprochene Wort, was wiederum zu ganz spezifischen literarischen Entwicklungen führte. Die Stories wurden kurz und bei diesen Lesungen genauso bereitwillig vorgetragen, wie Gedichte. Der Schreibprozeß selbst profitierte von dieser Beziehung zur Lyrik, von der Begegnung mit poetischer Konzentrationsgabe und den Einflüssen eines lebendigen, zeitgenössischen Sprachgebrauchs. Es handelte sich nicht nur um das Wiederentdecken des Geschichtenerzählens oder des Knüpfens von Seemannsgarn; Formen, die nie verschwunden waren. Diese Bewegung bezog auch die sprechende Stimme mit ein unter Verwendung all ihres Potentials und ihrer Doppeldeutigkeiten.

Man könnte von einer Anthologie moderner australischer Stories erwarten, dass sie etwas aus dem modernen australischen Leben aufzeigt. Modernismus könnte Formalismus bedeuten wie auch Selbstbezug zu manchen seiner Regeln, aber wir lesen Stories auch, um über Dinge informiert zu werden: Geschichtenerzählen wie Märchenerzählen. Selbstverständlich läßt die ‚Wirklichkeit‘ dieser Geschichten immer Zweifel zu; der Anspruch auf größte Authentizität von realistischen Erzählungen legt genauso die Möglichkeit nahe, dass alles nur erfunden, nur eine ‚Geschichte‘ ist. Doch gerade eine Geschichte kann uns viel über den Erzähler berichten und über die Welt, die diese Geschichte entweder in sich aufnimmt, oder ablehnt. Wieviel des modernen australischen Lebens diese Stories darstellen, mag der Leser selbst beurteilen. Ohne Zweifel gibt es schreibend Ausgeschlossenens und Unterdrücktes; aber worüber Autoren einer Generation nicht schreiben, ist für spätere Generationen oft ebenso aufschlußreich, wie das, worüber sie schreiben.

Ein Vorwort mag in der Tat auch Literatur sein, aber eine weit weniger unterhaltsame als die einer Story. Da gibt es Erfreuliches an der Story, das kritische, politische, philosophische oder historische Texte niemals erzielen. Das ist auch der Grund, warum sie gelesen werden. Es ist an der Zeit, uns ihnen zuzuwenden.

Übersetzt von Gerald Ganglbauer

 

Die Plattform

Die jungen AutorInnen der Grazer Gruppe „die plattform“ im Literaturhaus

Die Zukunft [der Literatur]

Im März war ich wieder einmal im Literatur h aus Graz bei einer Präsentation der Ergebnisse eines Schreibworkshops, den die Grazer Stadtschreiberin Radka Denemarková mit AutorInnen der Grazer Literaturgruppe „die plattform“ gehalten hat.

Ich war von den gehörten Texten so begeistert, dass ich sogleich meine Literaturzeitschrift zur Veröffentlichung anbot.  Das könnte die Gangan (Sonder-)Nummer 50 werden,  deren Thema ohnedies der Zukunft und damit der nächsten Generation der Literaten zugedacht war. Meine „perspektive“ der 80-er Jahre ist heute „die plattform“ der Jungen. Gut so.

Catherine Basilicata

No more Goodbyes

What if I never kissed your lips again
Or feel the touch of your warm embrace
How would I go on
Without you my heart has no place to belong.

Someday I’m hoping love’s going to draw you away from the sea.
Until then my heart remains empty,
So, I’ll just have to believe
Somewhere out there you’re thinking of me.

The day you let me go and your next hello,
It’s not goodbye.
I’m hoping to see you again,
I’ll be remembering our times, and if time is on our side –
There will be no more fears or cries.
Deep in the ocean, there’s one thing you can’t deny:

You think I’d be strong enough to make it through,
And rise above when you emerge from the sea,
It’s so hard when you’re missing someone so long.
Please no more goodbyes.

 

Catherine Basilicata lives in Wollongong, Australia

Aesthetica Creative Writing Award

Call for Entries are open for the Aesthetica Creative Writing Award.

Celebrating excellence in contemporary writing and new work, the Creative Writing Award is a platform for emerging and established poets and writers to showcase their work to an international audience, which I believe would be of interest to those in our network at Gangan Publishing.

The award has two categories for entry; Poetry and Short Fiction. There are no limitations on themes or subject matters, only encouragement to submit work that harnesses the boundless potential of language, offering limitless and unforgettable worlds.

Creative Writing Award Prizes include:

  • £1,000 for each winner (Poetry and Short Fiction)
  • Publication in the Aesthetica Creative Writing Annual
  • Consultation with Redhammer (Short Fiction Winner)
  • Full Membership to The Poetry Society (Poetry Winner)
  • One year subscription to Granta
  • Selection of books courtesy of Bloodaxe and Vintage

Poetry entries should be no more than 40 lines and Short Fiction entries should be no more than 2,000 words. Works previously published are also accepted and you may enter as many times as you wish. Entries are open until 31 August 2018.

Submit at: www.aestheticamagazine.com/cwa

Colin James

Two poems

AN ANTI THEIST’S SURRENDER

The lines of children were cognizant
of an uprising. This was evident in
their diffidence to the wind and the way
scars healed from the inside despite
a continuous onslaught of moral beatings,
the noble bullies barely having time to adjust.
Fatalistically, the swooning became the resolve.

CHOKING ON AFFLUENCE, THE COUGH SYMPTOMS

I watched some human like insects
scale my foot and drill into
the bone above the ankle.
I felt nothing.
Waist bent anomalously
ears, eyes closer.
They climbed higher
voices, not pronounced words.
They reached the top of my head
just as the sun was giving up.
I went cross eyed trying to explain,
this was not substantively organic.

 

Colin James has a book of poems Resisting Probability from Sagging Meniscus Press and a chapbook A THOROUGHNESS NOT DEPRIVED OF ABSURDITY. He lives in Massachusetts.

Philip Loyd

Elephants Never Forget

I sneaked another peak at her across the bar, trying my best to not look like I was looking, but it was too late, she had seen me already.  Why was I trying to avoid being seen?  Because I was shy?  Not hardly.  I was lonely, and I didn’t want to look like it.

More than that, I was horny, REALLY horny.  The only problem was, she was fat: hippopotamus fat.  It was nothing a few more beers couldn’t take care of, however, and anyway, there’s no shame in being lonely.

She looked familiar.  Maybe I had seen her before.  She just had that look about her, like I knew her from somewhere.  I looked in the other direction, but it was too late; she was already on her way over.

“Excuse me,” she said, “but you look so familiar.  Do I know you?”

“I’m not sure,” I said, still trying to pretend like I hadn’t been looking.  Loneliness is a hideous bitch.

“I’m sure I do,” she said.  “Do you come here often?”

If a man had said that, it would have been a line.

“Not really,” I said, “at least, not anymore.  It’s been fifteen years since I moved out west.”

“It’s just that, you look so familiar,” she said.

“It happens.”

“Where do you live out west?”

“Aspen.”

“Aspen?” she said. “Cool.  I’ve always wanted to go to California.”

So she was dumb.  So what?

“Are you from here originally?” she said.

“Yes, just down the road.”

“Did you go to Briardale Elementary?”

“Yes.”

“Small world. Me, too.”

“Small world,” I said.  “Would you like another beer?”

Stupid question.  Turns out, the fat cow could drink me under the table.

She said her name was Kelli.  Kelli, with an i.  Kelli with an i ?  That did sound familiar.

“My name is Jeffery,” I told her.  “Jeffrey Joe Paul.”

“Jeffrey Joe Paul?” she said.  “Of course.  I knew I knew you.  Kelli Kirkpatrick.  We went to McKinley High together.”

“We did?”

“Yes, silly.  Mrs. McGonaguill, homeroom.  Don’t you remember?”

“Kelli Kirkpatrick?”

“In the flesh.”

As we continued talking, drinking more and more beer, it all started coming back to me, where I remembered her from, and it surely wasn’t Mrs. McGonaguill’s homeroom.  It was here, right here at this very same bar.  My only hope was that she had forgotten all about it.  The problem was, elephants never forget.

“You don’t remember meeting here?” she said.

Damn!

“Not as such,” I said.  I was lying.

“Granted, it was a long time ago,” she said, “but I remember it just like it was yesterday.”

Of course you do.

“It was the night of the big fight, remember?” she said.  “You and I ducked out just in the nick of time.  Then we went down to Lazy Dave’s, then back to your place.  Still don’t remember?”

I told her sorry, but I did not.

“We made love until the sun came up,” she said.  “Of course, I’ve lost a lot of weight since then.  Maybe that’s why you don’t recognize me?’

elephant

Lost a lot of weight?  Sweet Jesus.

“You told me you would call,” she said, “but you never did.”

That’s because it was a line, you stupid cow.

“I tried calling you for weeks.  I called your house, I called your work, I called your mother, I came by your apartment, I left notes on your door, I sat on your porch all night waiting for you.”

Of course I remembered.  It’s the whole reason I moved to Aspen in the first place.

“So what happened?” she said.  “Why didn’t you call?  You said you would call.  I was waiting for you to call.”

You’d think at this point a guy like me would have enough sense to get the hell out of there.  You’d think that, but you’d be wrong.  Remember what I said about loneliness?  It’s a hideous bitch, and it’s no goddess.

I decided to deal with it the same way I deal with most of my problems: by drinking more beer. By morning I realized, I was going to have to move again.  I hear Atlanta is real nice this time of year.

 

Philip Loyd loves fat chicks and cheap beer, though not necessarily in that order. His first novel, You Lucky Bastard, is represented by New York Literary Agent Jan Kardys. Loyd lives in Dumbass, Texas.

Walter Hoelbling

gone

where have conversations gone
long time passing
where have all our love words gone
long time ago
where have all our love words gone
mobiles took them, every one
when will we ever learn
I hope they will return

wiehere have all the mobiles gone
long time passing
where have all the notebooks gone
long time ago
where have all the kindles gone
turned to tablets, every one
when will we ever learn
there will be no return

where have all the tablets gone
long time passing
where have all the smart phones gone
long time ago
where have all these gadgets gone
been recycled every one
never they will return
never they will return

where have all the users gone
long time passing
where have all the texters gone
long time ago
there lie all the facebooks slain
people try to speak again
when will we ever learn
hope they again can learn

 

Obviously trying to do a half-serious, twitter-age version of Peter Seeger’s “Where have all the flowers gone?” (My favorite rendering is by Peter, Paul, and Mary)

Raoul Eisele

out, out brief candle!

das leben kriecht
schwerfällig
schritt für schritt für schritt
von tag zu tag
zur letzten stunde
schleicht schattengleich
im kerzenschein
in rauchschwaden
ausgelöschter flammen
eines jungen herzens
im narrengewand des gestern
zur unbarmherzigen ewigkeit
des angebrochenen morgen
zum morgen
zum morgen
und wieder morgen
einer endlosen wiederholung
kriechend zum unbedeutenden
idioten
dessen stimme unvernommen
im widerhall
verstummt

 

Name: Raoul Eisele; BA BA
Geburtsort/-Jahr:  1991 in Eisenstadt – lebend in Wien Hernals
Studium: Germanistik BA und Komparatistik BA (abgeschlossen) aktuell Germanistik MA
Veröffentlichungen: why nICHt? Magazin 1-4 (Literaturmagazin der Komparatistik Universität Wien), SYN Nr. 12, Bücherstadt Kurier Nr. 21, mosaik freiVers 14.8.16, silbende Kunst Nr. 14., Fixpoetry, mosaik freiText 11.11.16, Bücherstadt Kurier, Inskriptionen (neue Literatur abseits vom Mainstream);
Textgattungen: Gedichte/Kurzgeschichten

Bill Cotter

Two Poems

COMING UPON

Incautious, still, and breaking the peace
Of the lake, I hear the swan’s unease
And sense, in its startled trumpetings,
Time is measured in the beating of wings.

Across the brown veined beds of reeds
Now rippling and dropping their silver beads,
There comes the sound of whisperings,
“Time is measured in the beating of wings.”

Coerced from shadows into light
And tense with the need to take to flight,
She knows, caught in the water’s transient rings,
Time is measured in the beating of wings

And, so, on the heard puffs of air,
She rises, high and higher, where,
Expanding and blue, the sky sings,
“Time is measured in the beating of wings.”

ECHO

from Bird Song

I cannot replicate the sweetness of those notes
I heard at dawn; the player’s joy
Is his alone. But, yet, in hearing, floats
A raft of memories to buoy,
Persist, but never cloy
And so, on the fading edge of dusk and thought
There remains an echo of a song and the joy it brought.