Anthony Lawrence

Country Poems

Cro-Kill

We had this stuff that Wayne found in the shed:
a tin of white powder called CRO-KILL.
It had POISON in big red letters on the label.
Wayne said his dad used it for killing crows.

Pissy Paul the overseer had shot a bullock
and left it out in the horse paddock,
so we went out on our bikes, and the crows
took off as soon as we came through the gate.

The bullock’s guts had burst, its intestines
coiling like blue shaving cream in the grass.
The crows had already removed its eyes,
and the blowies were spawning their busy line.

Wayne used his knife to lift the lid off the tin,
then sprinkled some of the powder
into the red cave of the animal’s stomach.
Then we rode off and hid behind a wind-break.

Crows are suspicious things, and it took
a long time before they came back.
You can walk out with a rifle over your arm,
and the crows will fly away.

If you walk out with a long stick,
they just throw their black laugh at you.
Anyway, finally one came down: a mean bastard;
a surgeon with a mortician’s grin. It settled

on the swollen stomach and lifted out a length of gut.
Then two more decided things were safe.
Then twelve birds were cutting and fighting over the carcass.
We waited. Nothing was happening.

Then one of the crows fell over
and flapped about on its side in the grass.
Soon they were all dancing and jumping around
as if they were drunk.

Two of them managed to get off the ground.
They were like sick black planes, their undercarriages
blown away. They sat down in a nearby tree
and began to cry.

It was terrible. Smoke began pouring
out of their beaks before they fell, their eyes melting,
their wings on fire, and we just stood around
and laughed at the death of crows.

Krähentöter

Wir hatten dieses Zeug das Wayne im Schuppen fand:
eine Büchse weißen Pulvers namens CRO-KILL.
Sie hatte GIFT in großen roten Buchstaben am Etikett.
Wayne meinte sein Vater hätte Krähen damit getötet.

Der besoffene Aufseher Paul hatte einen Ochsen erschossen
und ihn auf der Pferdekoppel liegengelassen,
deshalb fuhren wir auf unseren Motorrädern raus, und die Krähen
flogen auf sobald wir durchs Gatter kamen.

Des Ochsen Eingeweide waren aufgeplatzt, seine Gedärme
ringelten sich im Gras wie blauer Rasierschaum.
Die Krähen hatten bereits seine Augen ausgehackt,
und die Fliegen brüteten eifrig darin.

Wayne nahm sein Messer um den Deckel von der Büchse zu heben,
staubte dann etwas von dem Pulver
in die rote Höhle des Tierbauches.
Dann fuhren wir weg und versteckten uns hinter einem Windschutz.

Krähen sind mißtrauische Dinger, und es brauchte
eine ganze Weile bis sie zurückkamen.
Du brauchst nur mit einem Gewehr im Arm zu kommen,
und die Krähen werden fortfliegen.

Wenn du mit einem langen Stock kommst,
werfen sie dir nur ihr schwarzes Gelächter zu.
Wie auch immer, schließlich kam eine herunter: ein bösartiger Kerl;
ein Chirurg mit dem Grinsen eines Bestattungsunternehmers. Sie setzte sich

auf den geschwollenen Bauch und pickte ein Stück Eingeweide heraus.
Dann beschlossen zwei weitere die Situation wäre gefahrlos.
Dann waren es zwölf Vögel die sich über den Kadaver stritten.
Wir warteten. Nichts passierte.

Dann fiel eine der Krähen um
und flatterte seitlich im Gras liegend herum.
Bald tanzten und hüpften alle so umher
als wären sie betrunken.

Zwei von ihnen schafften es vom Boden abzuheben.
Benahmen sich wie kranke schwarze Flugzeuge, deren Fahrgestelle
fortgeschossen waren. Sie landeten auf einem nahen Baum
und begannen zu schreien.

Es war fürchterlich. Rauch begann zu fließen
aus ihren Schnäbeln bevor sie abstürzten, ihre Augen schmolzen,
ihre Flügel brannten, und wir standen nur herum
und lachten über den Tod der Krähen.

 

Fencing

High tensile wire, when strained,
is a volatile thing.
I’d been warned how the wire can break,
whipping back through the eyes
of the fence posts, leaving your fingers
flexing at your feet, or worse,
your throat smiling redly from ear to ear.
You hear stories.

I was straining the last section before smoko.
I worked the handle of the strainer back and forth,
daydreaming, watching clouds move in.
Then I heard it: a loud ping like a struck tuning fork.
I leapt away from the fence as the wire
ripped past me—silver, on fire,
with my name cut into its tail.

Einzäunen

Stark dehnbarer Draht, unter Belastung,
ist eine brisante Sache.
Man hat mich gewarnt, wie der Draht reißen kann,
zurückpeitscht durch die Augen
der Zaunpfeiler, aus den Fingern gleitet
einem die Füße umschnürt, oder schlimmer,
deine Kehle über beide Ohren rötlich lächeln läßt.
Man hört solche Geschichten.

Ich spannte den letzten Abschnitt vor der Kaffeepause.
Ich bediente den Griff des Spanners zurück und vor,
tagträumend, die einziehenden Wolken beobachtend.
Dann hörte ich es: ein lautes Ping wie das einer Stimmgabel.
Ich sprang vom Zaun weg als der Draht
an mir vorbei riß – silbrig, brennend,
meinen Namen in seinen Schweif geschnitten.

Deutsch von Gerald Ganglbauer

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