Helga Schubert

Hey, Autor!
Du schreibst ein Buch?

Du suchst nach bildhaften Ausdrücken, um die Handlung perfekt zu gestalten? Dann vermeide Füllwörter. Sie schaden, verwässern, fälschen. Sie sind schwammig, verzerren die Aussage. Sie lügen.
Beispiele dieser monströsen Gebilde? Künftig, gelegentlich, ungefähr, ein wenig, eventuell, wahrscheinlich, vielleicht, sogar, ganz, bestimmt, nämlich, völlig, zweifelsohne, schon.
Erschließe dir die Werke der Weltliteratur und lerne von Thomas Mann!
Wie schrieb er im dritten Teil seines Buddenbrooks?
Der Himmel, an dem unbeweglich ein paar weiße Wolken standen, begann langsam blasser zu werden.
Einfach und verständlich. Ohne blähende, unwichtige Füllwörter.
Begriffen?
Ich wiederhole. Zusammenfassend. Klar und deutlich.
Für dich.

Wenn du künftig gelegentlich ein Buch schreibst, denke ungefähr ein wenig an diese Regel! Eventuell, wahrscheinlich, vielleicht sogar, nein, ganz bestimmt wird die Handlung nämlich völlig anders werden.
Zweifelsohne.
Glaub es mir – schon!

Bücherhimmel

Zeichnung: Kerstin Neubert

Blau, mit zerissenen Wolkenschleiern,
Überrascht er in Büchern, die
Charismatische, spannende und auch
Haarsträubende (wahre?) Stories
Erzählen. Diese Fragen: Wie ist was?
Richtig? Falsch? Warum? Weswegen?
Hoffnung oder schmerzende Verzweiflung
Ideal? Kitsch? Echte Kultur?
Möchten dringendst beantwortet werden.
Meerfarben gibt sich der Himmel.
Erdachtes, Erlebtes in sich bergend.
Letztlich – ein Schlüsselerlebnis!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.