Lisa Rosenblatt & Daniela Beuren

daniela Lisa Rosenblatt beuren
HER (2010) – DIE (2001)

Look at her    Schau dir die an
She’s in a pretty bad mood in that picture          die ist aber schlecht drauf auf dem Bild
She’s just in a bad mood in general       die ist überhaupt schlecht drauf
I’m not her     die bin ich nicht

die hat ihre Rechnungen nicht bezahlt   She hasn’t paid her bills
die braucht sich nicht wundern    It really shouldn’t surprise her
wenn der Exekutor kommt When the executor shows up
die bin ich nicht                    I am not her
die bin ich nicht                    I am not her

She eats too much  die frisst zu viel
She cries constantly           die heult dauernd
She always comes too late           die kommt immer zu spät
She can’t find a man, or a woman                       die findet keinen Mann und eine Frau auch nicht
No one wants her    die will niemand
I am not her  die bin ich nicht
I am not her  die bin ich nicht
I am not her  die bin ich nicht

Ich bin nicht die                    I am not her
She there with a finger on the mirror points and laughs
die mit dem Finger auf den Spiegel zeigt und lacht bis er zerbricht Until it breaks
I am not her ich bin nicht die, die blutend in den Scherben liegt und weiterlacht
She there lying bleeding in the shards and laughing on
“Seven years bad luck! Seven years bad luck!”
„Sieben Jahre Unglück! Sieben Jahre Unglück!“

Ich I bin am der the Spiegel Mirror

 

Leaving _____________________

I’m thinking of leaving
you say.
I’m going home for a while
I’ll tend to some books
talk to my parents
and God.

Lisa Rosenblatt

Ich glaub, ich werde fortgehen
sagst du.
Ich fahre für eine Zeit nachhause
kümmere mich um ein paar Bücher
spreche mit meinen Eltern
und mit Gott.

I stand in our painted box
windows cut out
covered with
curtains (you
could call them)
cooking hole dug into dirt
in the front
without you.  I’ll
stay
waiting, sure, I’ll stay
I say.

Ich stehe in unserer lackierten Schachtel
mit den ausgeschnittenen Fenstern
bedeckt mit
Vorhängen (so
könnte mans nennen)
Feuerplatz in die Erde gegraben
vorne
ohne dich. Ich
bleibe da
und warte, klar, ich bleibe,
sage ich.

You’re saying it’s hopscotch,
you are.
You’re saying it’s not four
square, yes, you are, but
that’s just billiards
saying it’s not hopscotch.

Du sagst, es ist Himmel und Hölle,
sagst du.
Da sagst, es ist nicht Four
Square*, ja, das sagst du, aber
das ist einfach Billard,
was du machst, nicht Himmel und Hölle.

But if I could I’d say I
would mahjong it, I would
if, yah, I would and the planks
rearrange.

Aber wenn ich könnte, würde ich sagen ich
mahjonge es, ich würde,
wenn, genau, die Bretter
anders legen.

A n d   i f   I   c o u l d
I’d reach from side to side
one hand on each,
push und the curtains
push would come turnbling
down + humpty dumpty

daniela beuren

U n d   w e n n   i c h   k ö n n t e
würde ich mich von einer zur anderen Seite
strecken, eine Hand auf jeder Wand
drücken und die Vorhänge
patsch sie würden runter
fallen + humpty dumpty

_____________________ Fortgehen


* http://de.wikipedia.org/wiki/Four_Square

 

Grauenfruppe

Mathilda1 reist

Mathilda ist unterwegs mit ihrem nichtdeutschen, sondern internationalen Auslaut „a“. Mathilda ist nicht deutsch, hat aber vielleicht deutsche Vorfahren. Mathilda ist nicht schweizerisch, hat aber vielleicht schweizerische Vorfahren und bestimmt hat sie böhmische, ungarische, polnische Vorfahren, vielleicht auch noch andere. Sie braucht also ein „a“ am Ende. Ein „e“ wäre ganz falsch. Da, wo sie herkommt, ist es typisch, dass die Ahnen international sind.2
Mathilda hat einen Eisernen Vorhang3 im Kopf. Nach der Wende, als viele Menschen von „drüben“ „her“ kamen, blieb dies ein Einbahnverkehr. Umgekehrt schien es niemanden zu interessieren, wie es „drüben“ aussah; die vorherrschende Meinung war, dass es dort „nichts gab“, das heißt, nichts von Interesse. Auch bei Mathilda war das lange so geblieben.4 Die Namen der neu entstehenden Staaten5 konnte sich im Westen kein Mensch merken, weil es keine dazu passenden Erfahrungen gab. Mathilda will nun alles erfahren.6 So reist sie immer weiter weg von diesem Vorhang7, bis sie nicht nur die Sprache, sondern auch die Schrift nicht mehr versteht.8

Mathilda reist9 allein.
Mathilda denkt, in den Ländern, die sie jetzt bereist, sollte sie wenigstens verheiratet sein, wenn sie schon allein reisen muss. So trägt sie den Ring ihrer Erbtante mit dem Stein nach innen. Sie ist unsicher, ob Eheringe links oder rechts getragen werden und ob das von der Religionszugehörigkeit abhängt. Sie wechselt die Seite, wenn sie in ein neues Land kommt.

Mathilda denkt sich Geschichten aus über ihren Mann, den sie auf einer geschäftlichen Reise begleitet und der leider so wenig Zeit für sie hat. Manchmal ist er gerade um die Ecke und parkt das Auto, manchmal bei einer Besprechung im Hotel und manchmal hat er sie kilometerweit weggeschickt, damit sie etwas anderes sieht vom Land, in dem sie sich befindet, als die Konferenzräume, deren Wände er täglich anstarrt. Sie gibt ihrem Mann einen Namen und einen Beruf, z. B. in der Stahlindustrie. Sie kleidet ihn ein und manchmal ist sie so sehr in dieser Zweisamkeit, dass sie ihm beinahe etwas kauft – ein X-large10 T-Shirt11 oder ein Feuerzeug. Mathilda raucht nicht. Sie reist weiter und stellt sich ein Zuhause vor:

Während Mathilda am Esstisch12 sitzend die metallurgisch sinnvollen Zeichenverbindungen ihres Mannes in ihre Remington Travel – Riter Deluxe13 tippt und die Grießnockerl14 leise am Küchenherd köcheln, fragt sich Mathilda, wohin sie in ihrem Leben reisen könnte, ohne ihren Mann, stattdessen mit der Reiseschreibmaschine, mit der sie an den exotischsten15 Orten der Welt ein Doppelzimmer belegen würde. Abends flanierten sie gemeinsam durch die lauen Straßen und kehrten unterwegs noch einmal ein, um sich bei Kerzenschein die Spezialität des jeweiligen Ortes auf der Zunge zergehen zu lassen.16 Die Reiseschreibmaschine befände all ihre Sätze für schreib- anstatt für kritikwürdig. Sie sagte auch nicht ständig zu Mathilda: Patz dich nicht an! Die Reiseschreibmaschine trüge eine Serviette über ihrer Tastatur17, unter der am laufenden Band leise Liebeserklärungen an Mathilda tönten. Mathilda tippt schneller und schneller. Aus der Küche dringt immer stärker der Geruch von Rindsuppe.18 Mathilda denkt nicht daran, in die Küche zu gehen. Während sie rechtschreibtechnisch einwandfreie metallurgische Verbindungen mit ihren zehn Fingern zu Papier bringt und sich dabei einer ihr längst zu einem Stein gewordenes Herz schmelzenden Verbindung mit ihrer Reiseschreibmaschine hingibt, greift der Zeigefinger ihres Mannes nach der Klingel, um Mathilda sein Kommen anzukündigen, damit die Grießnockerlsuppe jetzt vom Herd genommen und in seinen Suppenteller gefüllt werde und somit nach dem Schuhe- und Krawatteablegen sowie erfolgtem19 Klogang die richtige Temperatur hat.
Mathilda vergisst über ihrer Reiseschreibmaschine, unter der zu liegen sie sich plötzlich sehnlichster als alles anderes auf der Welt wünscht, darauf, dass heute verhütungstechnisch20 ein besonders günstiger Tag für die Zeugung eines XX21 oder XY mit dem Mann wäre, der von der Verhüttung nachhause kommen und zuerst ihre Grießnockerltechnik testen wird, bevor er ihr seine Liebestechnik großzügig oder geizig zuteil werden lässt.
Während es läutet, stimmt in Mathilda die Fremde, die sich nicht auf eine Formel bringen lässt, ihr Lied an, das alles Läuten übertönt.

22

Wobei die Frage bleibt:

23

 

Mathilda reist allein. Sie befindet sich in einem Land, das bald dazugehören wird24 und darauf hofft, bald dazuzugehören. Mathilda kostet die Spezialitäten des Landes, die aus Fleisch- und Mehlspeisen bestehen.25 Sie erinnern sehr an die Gerichte des Landes, dass sie davor durchfahren hatte, heißen aber ganz anders. Das erste, was ihr auffiel, als sie die Grenze passiert hatte, waren Lärm und Chaos. Das zweite, dass sie die Bedeutung von Aufschriften erahnen konnte, was ihr in dem zuvor bereisten, stillen Land ganz unmöglich gewesen war. Nichts war dort wie in ihrer Muttersprache oder wie in einer Sprache, die sie sonst noch kannte. Sie liebte dieses stille, weite Land26 und die freundliche Melancholie der Menschen, auf die sie dort getroffen war und auf die sie bei ihrer Rückreise wieder treffen würde.27 Dabei gab es in ihrer Operettenheimat das Vorurteil, die so ganz und gar anders Sprechenden seien sehr temperamentvoll. In der Operettenheimat wurden sie als „Zigeuner“ betrachtet und Mathildas kindlicher Berufswunsch war es, „Zigeuner“ zu werden mit weitem, weißem Hemd und enger, schwarzer Hose, mit breiter, roter Bauchbinde und feurigen, schwarzen Augen und allen etwas Flottes vorfiedelnd, so wie die „Zigeuner“, die manchmal in die Kleinstadt, in der sie aufwuchs, kamen, sich in den Feldern am Rande der Stadt niederließen und im Stiegenhaus des letzten Wohnhauses an diesem Rand Geige spielten und Geld sammelten oder Messer und Scheren schliffen und Geld sammelten, nachdem die Hausfrauen, als sie hörten, „die Zigeuner kommen!“ in die Höfe und Gärten gerannt waren, um die Wäsche von den Leinen und die Kinder in die Häuser zu holen, bevor sie – die Kinder und die Wäsche – von den „Zigeunern“ geholt werden konnten. Diese „Zigeuner“ aber trugen, anders als die Operettenzigeuner im Stadttheater, keine weiten, weißen Hemden oder engen, schwarzen Hosen. Trotzdem wollte Mathilda lieber wie diese, die ihr auch ohne weiße Hemden und schwarze Hosen verwegen genug erschienen, in den Stiegenhäusern fiedeln, als, wie die Frauen, Kinder und Wäsche aus den Gärten und Höfen in die Häuser und Wohnungen holen. Geigespielen hatte sie aber nicht gelernt28, blieb weiblich (XX) und schenkte der Welt ein paar Kinder (XY und oder XX)29, die sie gelegentlich aus Höfen und Gärten heimholte, weil es Zeit zum Abendessen geworden war.
Lärm und Chaos nach der Grenze hielten nicht lange an, auch dieses Land wurde weit, still und melancholisch30 und hatte ganz selbstverständlich zwei- oder gar dreisprachige Ortsschilder31, was in Mathildas Heimat seit über einem halben Jahrhundert nicht möglich geworden war, obwohl zumindest zweisprachige laut Staatsvertrag Pflicht wären.32

Kann es eine Liebe über Sprachgrenzen hinweg geben? Mathilda stellt sich vor, eine dunkle Frau mit gar nicht dazu passenden hellen Augen trifft zufällig auf der Reise durch ein stilles Land einen hellen Mann mit nicht dazupassenden dunklen Augen und eine Sprache sprechend, von der sie kein Wort versteht, und er kein Wort von ihrer. Beide fühlen sich von der Widersprüchlichkeit des Gegenübers angezogen, in der sie finden, wonach sie sich gesehnt haben. Er will die Frau lieben, wie es ihr gefällt, und sie will den Mann lieben, wie es ihm gefällt, sie und er unter sprachloser33 Hintanstellung ihrer subjektiven Bedürfnisse.

Mathildas Mann steht im Zimmer. Mathilda, tippend und wippend, hört ihn nicht. Der Mann hat heute den Klogang dem Schuhe- und Krawatteablegen vorgezogen. Samt seinen asphaltgrauen Schuhen steht er auf dem Teppich, den Mathilda nicht aus dem Orient34 kommen ließ, sondern selber in vielen mühevollen Stunden geknüpft hatte. Das Wurzelwerk35 ist verkocht, Mathilda, was machst du da! Die Grießnockerl sind auseinandergefallen! Sie treiben als elende36 Häufchen in der Suppe!

Sie ist so sehr bei dem Abwesenden, der in ihrer Fantasie existiert, dass sie jene, die im Hier und Jetzt leben, kaum wahrnimmt. Und so fragt sie auch niemand nach ihrer Geschichte, geschweige denn, nach der ihres Mannes. Bald verliert sie die Lust an ihm und lässt sich scheiden37: Mathilda reist allein.

 


  1. Mathilda hat am 14. März Namenstag. Das ist in einer Woche. In einer Woche um diese Uhrzeit (18:45) wird der Schreibenden ein Basaliom über der Lippe wegoperiert werden, ein Vorgang, den der Dermatologe ausdrücklich für unbedingt notwendig erachtet. Ein Basaliom hat „teils bös- und teils gutartige Wachstumseigenschaften“ und „findet sich bei Männern und Frauen gleichermaßen häufig“. Wenigstens in diesem Bereich gibt es eine Gleichberechtigung.
    Die Schreibende ist zuversichtlich: Vielleicht ist die Tatsache, dass die Operation (was für ein gewaltiges Wort für ein bisschen Schnippeln!) gerade an Mathildas Namenstag stattfindet, ein gutes Omen. Außerdem versichern die Freundinnen der Schreibenden, dass eine Narbe ein Gesicht erst so richtig interessant mache. Eine der Freundinnen hat selbst eine Narbe über dem rechten Auge, aber das war der Schreibenden nicht aufgefallen, bevor sie nicht darauf hingewiesen wurde. Was die Schreibende nicht erfreut: Sie wird noch nicht von den Nähten befreit worden sein – eventuelles Lachhindernis? –, wenn sie gemeinsam mit den zwei Freundinnen die vierte im Bunde, die dann gerade noch ungefähr einen Monat lang XX- oder XY-large sein wird, besucht → Fußnote 25, Absatz 2. Die Zugfahrt ist bereits gebucht.
  2. Die Schreibende mit ebenfalls internationalen Ahnen und einem Auslaut „a“, aber nicht Mathilda genannt, kommt auch daher. Es ist das Land, in dessen Hymne es heißt, es liege dem Erdteil inmitten. Umso seltsamer ist das Verhalten über der Hälfte der Bevölkerung in dieser Heimat, in der doch fast alle das „Fremde“ als Vertrautes erahnen sollten, und ihrer Parteien: Sie fürchten sich vor den potentiellen Verwandten im Osten und die Politikerinnen und Politiker, ob in der Regierung oder nicht, führen diesbezüglich ein Kasperltheater auf, das es nur im Heimatland des Kasperltheaters geben kann (wobei der Originalkasperl Johann Laroche hieß und aus Bratislava stammte).
  3. Die Schreibende erinnert sich, dass sie den eisernen Vorhang im Theater erst viel später kennenlernte als das politische Schlagwort. Im „Farbigen Duden-Lexikon in 3 Bänden“, 1. Band, Ausgabe 1976, liest sie auf Seite 515 nach, dass der Ausdruck Eiserner Vorhang von Churchill 1946 geprägt worden sei (Churchill hat bestimmt nicht Eiserner Vorhang gesagt, sondern Iron Curtain; wer auch immer anschließend den deutschen Ausdruck geprägt hat, ist namenlos geblieben) „zur Kennzeichnung der Maßnahmen u. Methoden, mit denen die UdSSR ihren Herrschafts- und Einflußbereich im Zeichen des beginnenden –> kalten Krieges gegenüber der westl. Welt hermet. abzuriegeln versuchte.“ Der theatrale eiserne Vorhang hingegen „trennt die Bühne vom Zuschauerraum“. Unter diesem Eintrag sieht sie eine Abbildung, in der eine „Verteidigungszone“, eine „Angriffszone“ und eine „neutrale Zone“ eingezeichnet ist. Diese Abbildung gehört jedoch zum schräg darunter stehenden Eintrag in der nächsten Spalte, wie sie der Bildunterschrift „Eishockey (Spielfeld)“ entnehmen kann. Sie denkt noch länger darüber nach, wer in Churchills Bild nun die ZuschauerInnen und wer die AkteurInnen sein sollten. Backstage findet sie es jedenfalls am interessantesten.
  4. Ebenso bei der Schreibenden. Sie war lediglich in ihrer Jugend mit den Eltern zum Schifahren in einen Ort jenseits des Eisernen Vorhanges gereist, der so hieß wie später ihre bosnische Mitbewohnerin, und die TouristInnen aus ihrem Land hatten sich dort über vieles mokiert. Dass man in der Pension z. B. nicht in Ruhe die Mahlzeiten einnehmen konnte, sondern immer den Teller festhalten musste, denn kaum hatte man sich im gemütlichen Gespräch zum Nachbarn oder zur Nachbarin gewandt, wurde der Teller vom resoluten Personal entfernt. Heute überlegt die Schreibende, ob es für das Personal vielleicht nicht genug zu essen gab? Aber vielleicht waren sie auch einfach nur ungeübt im Umgang mit TouristInnen und deren Gepflogenheiten.
  5. Einmal beobachtete die Schreibende ihren Mann, wie er einem der Söhne ein Computerlernprogramm für Geografie zeigte. Auf dem Bildschirm war eine Europakarte zu sehen; wenn der Sohn auf ein Land klickte, sagte eine klirrende Frauenstimme mit bundesdeutschem Akzent den Namen des Landes, das zugleich bunt aufleuchtete. Gerade sagte sie „Tschechei“ und der Mann knurrte reflexartig die Computerstimme an: „Tschechien, du Trottel!“ Sie war sicher, dass sich der Sohn den richtigen, respektvollen Namen des östlichen Nachbarlandes auf diese Weise unauslöschlich einprägen würde.
  6. Ihr Auto ist 12 Jahre alt und hat viele Beulen. Es gleicht dem Auto der Schreibenden. Das hat Vorteile: Noch nie, weder im Heimat- noch im Ausland hat es je einen Versuch gegeben, das Auto zu stehlen. Mathilda kann ihr Auto überall stehen lassen – die Schreibende auch. Offenbar erregt das Auto Mitleid: In einem der neuen EU-Staaten hat ein Mechaniker einen Auspuffschaden am Auto repariert und wollte kein Geld für seine Arbeit, weder Euro noch die landesübliche Währung.
  7. Um ihn zu zerreißen, diesen Vorhang, den sie nie gesehen hat, und der trotzdem da ist. Eisen zerreißen? Wie ließe sich das bewerkstelligen? Mathilda weiß, dass Eisen rostet. Aber bis es zerfällt, dauert es bestimmt sehr lange! Leider kann sie diese Vermutung nicht ad hoc präzisieren – das Farbige Duden-Lexikon gibt keine eindeutigen Auskünfte und der Webbrowser verweigert den Zugriff auf de.wikipedia.org/wiki/Rost. Jedenfalls gehört dieser Vorhang eindeutig zum alten Eisen.
  8. Ihre polnische Putzfrau hinterließ ihr vor der Abreise eine Nachricht, die sie erst laut lesen musste, um sie zu verstehen: „Szynyn urlop“ stand da. So hatte sie einerseits etwas über polnische Schreibweise in Relation zur Aussprache gelernt und andererseits etwas über ihre eigene schlampige Aussprache im Deutschen. Wer wünscht denn schon wirklich „Schöönen Uurlaaub“, wenn sie/er sich nicht gerade auf einer Theaterbühne (vorzugsweise in der Wiener Josefstadt, eingedenk des älteren und teils schwerhörigen Stammpublikums) befindet?
  9. Die Schreibende reist nicht mehr so leicht wie früher. Und ist doch einmal eine Reise geplant, so sagt sie zwar allen, wie sehr sie sich darauf freue (das ist auch das mindeste, was die Zurückbleibenden erwarten können), doch in der Nacht vor der Abfahrt will sie sich ins Bett und in ihre Alltagsgewohnheiten krallen, die sie nun zurücklassen wird, will sich festhalten, um nicht fort zu müssen. Sie denkt an ihren ersten Partner, der nie ins Ausland wollte. Wozu, fragte er. Ihr blieb die Luft weg. Fort von hier, das war für sie das einzig Wahre zu dieser Zeit, dazwischen galt es Phasen des Hier-sein-Müssens zu überbrücken. Sie stammelte: Ob er sich nicht dafür interessiere, wie es anderswo war, wie es dort aussah und roch, was für Menschen es da gab und wie sie lebten? Seine Antwort war ein schlichtes Nein. Es war ihm alles genau so recht, wie es hier war. An ihm hätte sie sich jetzt festkrallen können, wenn sie nicht damals von ihm fort gegangen wäre. „Es ist aus“, sprach sie, um den Klang der Worte auszuprobieren, die sie noch nie gesagt hatte. Und so war es dann aus. Alles war so einfach mit ihm gewesen, auch das Schlussmachen. Damals hatte sie für derlei bestechende Einfachheit nichts übrig gehabt. Auch sie war ihm genau so recht gewesen, wie sie war. Sie wollte sich aber noch verändern.
  10. Mathilda war wirklich froh, dass sich mittlerweile die S-/M-/L-/usw.-Kleidergrößen durchgesetzt zu haben schienen, denn allein die europäische Vielfalt der Nummerierungen hatten sie schon immer völlig verwirrt. Was daheim in Österreich Damengröße 38 hieß = F: 40 = I: 42 usw. usf.
  11. Für einen Mann ist er (hat sie ihn) recht zart gebaut. Mathilda ist schon XX- und XY-large gewesen, von Männern, die sich nicht für Fantasien eignen.
  12. Tisch, mhd. Tisch „Tisch, Speisetafel“, ahd, tisk „Tisch, Schüssel, Dreifuß, Speisebrett“, as. Disk „Tisch, Gericht“, germ disku „Tisch, Speisebrett, Schüssel“ Lehnwort, lat discus,. „Schüssel, Scheibe“ gr. Dískos „Scheibe, Wurfscheibe“.
  13. Warum heißt es eigentlich Riter und nicht Writer Deluxe? – fragt sich die Schreibende, die sich den Luxus des Schreibens bald noch weniger leisten wird können, weil es bald Flüssig- und Festnahrung sowie geistiges Futter aller Art für ein XX oder ein XY bereitzustellen gilt.
  14. Über Geschichte und Herkunft der Grießnockerl lässt sich im Netz nichts finden. Österreich wird als Herkunft ausgewiesen. Da Österreich aber einmal reich an anderen Ländern war, ist das eine armselige Aussage.
  15. Die Stadt wird exotisch, wirbt Karstadt auf einem Plakat in der Stadt des ehemaligen Ostdeutschland, wo die Schreibende jetzt lebt und liebt und manchen als Exotin gilt. Auf dem Werbeplakat ist das zu sehen, was der männliche Betrachter mit exotisch zu verbinden hat: die Frau als Großstadt-Jane im Dschungel in kakifarbener Bermuda und halbgeöffneter Bluse, aus der die Brüste andeutungsweise als erjagenswerte Beute hervorschauen. Was Mathilda Anfang der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts als exotisch befand, sieht sie heute, ein paar Jahrzehnte später, täglich im Kabelfernsehen, sofern sie nicht der ständig vor dem Bild hin- und herlaufende Mann daran hindert, der von der weiten Welt schon genug gesehen hat und jetzt den Gürtel enger schnallen will. Dabei sind ihm die Weight Watchers behilflich, die Wächter über seinen übergroßen Grießnockerlgenuss, die er mit allen Tricks überlistet, was ihm ein beinahe an den Grießnockerlgenuss heranreichendes Vergnügen bereitet. (Warum das Rechtschreibprogramm Grießnockerl nicht unterwellt?) Lieber noch als exotische Orte in der Welt sieht Mathilda Köche und Köchinnen aus aller Welt, die sich im Fernsehen in ihre Töpfe schauen lassen. Alles Show! – schüttelt der durchs Bild laufende Mann den Kopf. Mathilda, die sich Anfang der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts noch lieber auf die Zunge biss als sie sich zu verbrennen, lässt sich jetzt die Worte auf der Zunge zergehen: jedenfalls ein geschmackvollerer Anblick als ein schwitzender Mann!
    Der Brockhaus von 1981 hat für exotisch nur zwei Begriffe bereit: fremdländisch, tropisch. Der Volksbrockhaus. Neu von A bis Z. Wiesbaden, F.A. Brockhaus, 1981, S. 230. Im Fremdwörterbuch-Duden sind es ein paar mehr, darunter: aus dem Üblichen herausfallend. Das Fremdwörterbuch, Duden 5, Mannheim, 1990, S. 238.
  16. Mathilda vergisst dabei, dass sie dabei ist, wie ihre Mutter zu werden, die nur unter größtem Widerstand in ein Wirtshaus bewegt werden kann, weil es zuhause ja doch am besten schmeckt!
  17. Sehr wichtig soll laut Aussagen des Knigge-Herausgebers heutzutage sein, die richtigen Tischsitten zu kennen. Er erzählt, dass sich früher einige amerikanische Agenten im Osten durch ihre speziellen Tischsitten verraten haben sollen. „Warum? Amerikaner zerkleinern ihre Gerichte anfangs mit Messer und Gabel – dann legen sie ihr Messer zur Seite und nehmen zum Speisen nur noch die Gabel. Wahrscheinlich der einzige Fall, in dem bei Nicht-Beachtung der richtigen Umgangsformen (hier die ausländischen Tischsitten) Lebensgefahr drohte .Heute können unprofessionelles Benehmen und Nicht-Kenntnis der Etikette-Regeln immerhin Ihren Job kosten.“ „Eine nicht allseits bekannte Tischsittenregel ist diese: Aus einer kleinen Suppentasse mit Henkeln darf der Rest der Suppe getrunken werden. Wohlgemerkt: nur der Rest. Und zwar nachdem eine eventuelle Einlage mit dem größten Teil der Flüssigkeit herausgelöffelt ist – Kleckergefahr! Absolut tabu: Das Brot in die Suppe tunken!“ (www.knigge.de).
  18. Föten lernen schon im Körper der Mutter Geschmacksvorzüge, ob sie später süß oder sauer bevorzugen, können sie sich nicht aussuchen.
  19. ob erfolgreichem, wird sich weisen!
  20. Am Morgen trug Mathilda in ihre Fruchtbarkeitstabelle SS ein: sehr schleimig.
  21. Würde Mathilda noch eine Tochter bekommen, würde sie dieser bestimmt nicht nur den Namen Lise, sondern auch Europa geben, denn eine weite Sicht hätte sie heutzutage auf jeden Fall nötig. Der Name „Europa“ lässt sich in Europa selbst am weitesten in Form der griechischen Ευρώπη zurückverfolgen: Hier wurde Eurṓpē meist als Kompositum aus altgriechisch ευρύς, eurís, „weit“ und οψ, ops, „Sicht“, „Gesicht“ aufgefasst, daher Eurṓpē, „die [Frau] mit der weiten Sicht“.
  22. Formeln zeichnen sich normalerweise dadurch aus, dass sie keine Fragezeichen zulassen, auch wenn sie fraglos immer wieder neue Fragen aufwerfen.
  23. Fraglich ist auch, ob es eine solche Wurzel gibt, ob der Mensch sie (oder deren Plural) wirklich braucht und/oder ob sie dem Menschen ganz einfach mit mehr oder weniger schmerzlindernder Wirkung gezogen werden kann wie bei der Zahnärztin, die für die gesamte Wurzelbehandlung drei bis vier Sitzungen braucht. Die Vorstellung, die Wurzel(n) des Menschen mit einem Taschenrechner ausrechnen zu können, scheint belustigend und beängstigend zugleich.
  24. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Satzes gehört das Land bereits zu Europa. Ob es vorurteilsfrei als wirklich zugehörig behandelt werden wird, wird sich weisen. Die Schreibende wünscht es sich herzlich!
  25. Die Schreibende hat diese Spezialitäten ebenfalls probiert – sofern sie aus Fleisch und nicht aus süßem Teig bestanden – und dachte an eine Freundin in ihrem Heimatland, die eine mütterlicherseits geborene Spezialistin dieser Spezialitäten ist, obwohl sie selbst noch nie in diesem speziellen Land war. Sie war auch gerade auf Reisen in einem Land, das ebenfalls bald zu Europa gehören wird und schon längst zu ihrer Urlaubsheimat geworden war. Ist sie alle Jahre wieder dort, isst sie gerne Fisch, Fische, die in der Alltagsheimat kaum zu bekommen sind.
    Die andere Freundin, an die die Schreibende dachte, ist aus demselben Heimatland ins nördliche Nachbarland übersiedelt und klagt über die dort vorherrschende Kommunikationslosigkeit. Obwohl sie dieselbe Muttersprache hat wie die dort Einheimischen, obwohl sie sich auskennt mit dieser Sprache, wird sie nicht heimisch. Fleisch und Fisch isst sie grundsätzlich nicht, sondern erfindet Gemüse-, Getreide und Hülsenfruchtgerichte, die in ihrer Zusammensetzung als international bezeichnet werden können. Um neue Freundinnen und Freunde in der an sich nicht unwirtlichen Gegend zu gewinnen, lädt sie Leute zu sich und einer dieser internationalen Mahlzeiten ein. Die Eingeladenen finden die Gastgeberin aufgrund des fremden Dialektes – auch die Hochsprache klingt bei ihr anders als dort – und ihre Speisen exotisch und interessant. Sprache und Speisen exotisch: Alle Zutaten bekannt, aber nicht integrierbar. Diese Freundin erzählte einmal, dass sie in wieder einem anderen Land, in dem Mathilda Matilda heißen würde, mit großem Unverständnis angeschaut worden war, wenn sie in der dort gesprochenen Sprache, derer sie sich für diesen Zweck durchaus ausreichend bemächtigt hatte, fleisch- und fischlose Kost bestellt hatte.
    Wieder eine andere Freundin, an die die Schreibende dachte, mag Fleisch und Fisch, isst letzteren aber nicht, weil er ihr nicht bekommt, worüber sie nicht ganz unglücklich ist, wenn es zum Ausgleich Süßes gibt. Die Mehlspeisen würden ihr wohl munden. Während die schreibende Reisende Reis vermisste, den es dort nicht gab, kann die Freundin, die ebenfalls gerne reist, gerne auf Reis verzichten – auf Reisen und zu Haus.
  26. Die Weite verleitete den fünfjährigen Sohn der Schreibenden zu der Äußerung: „Wenn ich um die Erde schauen könnte, könnte ich meinen Hinterkopf sehen.“
  27. Manchmal allerdings ist alles anders, als es oberflächlich betrachtet erscheint!
  28. Der Maler Max Beckermann machte seiner Mathilde, die Geigerin war, zu Beginn der Ehe unmissverständlich klar: „Wenn du Karriere machen willst mit der Geige, dann lass ich dich frei. Aber wir können dann nicht zusammen leben. Entweder du wirst Geigerin oder du bleibst bei mir. Beides geht nicht. Ich brauche dich ganz oder gar nicht.“ Mathilde gab die Geige auf.
  29. Was trägt die Freundin im nördlichen Nachbarland unterm Herzen? Die Schreibende wird es in ungefähr zwei Monaten wissen.
  30. Siehe Fußnote 27!
  31. „Die nahezu widerstandslose Akzeptanz des Englischen als Kongress- und Verkehrssprache auch der Geisteswissenschaften, deutet an, dass der Zusammenhang zwischen Sprache, Kultur, Geschichtsbewusstsein und Reflexionsvermögen (…) seine Gültigkeit verloren hat. (…) Darüber zu räsonieren, was an Präzision, Kenntnis und Differenzierungsvermögen verlorengeht , wenn es dort, wo es um Sprache und Sprachgebundeheit selbst geht, in einer fremden Sprache gesprochen, geschrieben und gedacht werden muss, gilt als höchst unfein. Darüber redet man nicht, denn wo die Weltelite winkt, will sich niemand zur Provinz Europa und ihrer Vielfalt rechnen lassen.“ (Konrad Paul Liessmann, Theorie der Unbildung, Wien 2006, S.135f.)
  32. Im Kasperltheaterland steht zurzeit und wieder einmal das Taferlverrück(t)spiel auf dem Spielplan.
  33. Diese romantische Vorstellung muss die kommunikationsabhängige Schreibende über Bord werfen. Passierte es ihr, würden die Liebenden die Sprache der/des anderen erlernen und die uneigennützige Liebe müsste zunächst lange genug anhalten bis eine/r der beiden die völlig fremde Sprache gut genug beherrschte, um in die Gedankentiefen des/der anderen eintauchen zu können. Dabei stellte sie/er womöglich fest, dass er/sie lediglich eine aus dem exotischen Gegensatz bedingte Projektionsfläche für ihre/seine große Liebe dargestellt hatte (was nicht selten auch mit Liebespaaren derselben Sprache passiert). Sie/er müsste durch einen Spiegel zurück in ein Universum treten, in dem die ausgesprochene Vertreibung aus dem Paradies noch nicht stattgefunden hätte!
  34. „Köstlicher Orient“ heißt eine Sendung im Bayerischen Rundfunk. Dort erfährt man unter anderem, dass das türkische Wort für Essen „yemek“ wahrscheinlich von einer alttürkischen Silbe, die einst auch „Medizin“ bedeutete, abstammt. Als Mathilda ihren Teppich knüpfte, begann eine Krankheit in ihr, die sie vielleicht besser mit yemek als mit „mother’s little helpers“ (so bezeichneten die Rolling Stones die ab den 60er Jahren sehr populären Tranquilizer für überforderte Mütter) behandeln hätte sollen. Damals aber wagten es Türken und Türkinnen noch nicht, in ihren Gastländern die (zumeist ungastlichen) Gastgeber zu Gästen ihrer Gastronomie zu machen.
  35. Beim Einkaufen hörte die Schreibende eine Dame lauthals mit dem Filialleiter schimpfen, weil sie herausgefunden hatte, dass der als inländisch angepriesene Eichblattsalat in Wirklichkeit aus Italien stammte. Sie schrie ihn an, für wie blöd er Konsumentinnen überhaupt halte und EU und Globalisierung hin oder her, aber sie wolle nur österreichische Ware auf den Tisch bringen und nicht etwas servieren, das durch den Transport für eine weitere Verschlechterung des Weltklimas sorge! Der Filialleiter war ganz blass geworden, zumal mehrere Kundinnen stehen geblieben waren und schon etwas von einem Aufstand, den sie unterstützen würden, murmelten. Die Schreibende hatte europaweiten Streik einkaufender und kochender Frauen vor Augen und lief beschwingt zur Kassa.
  36. elend: Mhd. ellende „fremd, verbannt; unglücklich, jammervoll“ verkürzt aus ahd. elilenti, asächs. elilendi „in fremdem Land, ausgewiesen“. Auszug aus: DUDEN: Etymologie – Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, 1963.
  37. Der Schreibenden fällt ein, dass die Freundin mit ihrer Familie in einem vergangenen Sommer genau dort reiste, wo Mathilda unterwegs ist. Auf einem Campingplatz trat der Besitzer zu ihr, als sie gerade im Waschbecken die Wäsche wusch, und sagte bewundernd, was sie für einen schönen Körper habe. Die Freundin tat das lachend ab (dabei stimmt die Schreibende dem Campingplatzbesitzer insgeheim zu), doch heimlich schrieb sie ihm ein E-Mail und wartete auf seine Antwort. Sie verfasste ihre Botschaft in zwei Sprachen, Deutsch und Englisch. Sie wählte möglichst einfache Worte, damit er sie ja verstand. So erzählte sie es der Freundin, aber nicht, was sie ihm geschrieben hatte. Gleichviel – die Schreibende wünscht Mathilda eine solche Begegnung – einfach, um zu sehen, wie Mathilda reagiert.

Günter Vallaster

Zeitgenössische österreichische Literatur

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aufgewache. deckenentgeweiche. polstergestecke. owieschöndiesonnegescheine. augenhöhlengereibe. wimperngeklebe. weckergeläute. warumjetztbindochschonwachgejammere. uhrengetäcke. fingeraufdenweckergehämmere. körpergestrecke. gähnendleergegähne. vogelgezwätsche. nachbarsköterauchnochgebelle. nachgedenke. entschlussgefasse. aufgestehe. wäschegesuche. sockengebetrachte. hosengeschlüpfe. ärmellochgeverwechsle. pullovernochnichtangeziehe. jalousienaufgeziehe. augengekneife. hinternundhinterkopfgekratze. aufsklogegehe. klobrillengesitze. klogespüle. badgeschlurfe. zahnpastagedrücke. zahnbürstenmundgeschabe. wasserhahnaufgedrehe. händenassgemache. seifengespende. kopfgewäsche. schauminaugegebrenne. wasserhahnabgedrehe. handtuchgebeutle. höchststufengeföne. steckergeziehe. spiegelgeblicke. sichdasgesichtgereibe. sichmitgrausenabgewende. nebendenspiegelgeschaue. indieküchegetappe. radiosendereingestelle. gedudelgehöre. groundcontroltomajortommitgebrummle. kühlschrankgestarre. herdeingeschalte. aufeineplattediepfannegeschiebe. butterzumschmelzengebringe. eiindiepfannegehaue. schinkendazugetue. dasganzegeesse. kaffeegemache. nebendasfilterpapierkaffeepulvergestreue. kaffeemaschineneingeschalte. wassergebrodle. tassengescheppere. kaffeeeingeschenke. zuckerundmilcheingerühre. auheißkaffeegeschlürfe. hinuntergeschlucke. packunggenestle. woistdasfeuerzeuggestierle. reibradgedrehe. feueraufgeflamme. zigarettengerauche. zigarettenabgetöte. schalteraufnullgesetze. pullovernundochangeziehe. daunenjackenübergestreife. profilsohlenschuhgebinde. arbeitsgevorbereite. taschenhergerichte. gedankengesammle. sichbereitgefühle. zurtürhinausgegehe. türabgesperre. treppengesteige. dashausgeverlasse. menschengegänge. menschenausgeweiche. autogefahre. zebrastreifenschutzgefinde. aufdenbusgewarte. jetztfängtsnochanzuregnenwartehäuschengedränge. buseingesteige. imgedrängeplatzgesuche. stationengezähle. ausdemfenstergeschaue. halteschlaufengehalte. derfrauinsdékolletégestarre. stationenweitergezähle. anhustausgeweiche. zurtürgewühle. haltetastengetaste. beimbremsenfastumgefalle. ausdembusgestolpere. ausdenwolkengefalle. dasgebäudevoraugengehabe. dasgebäudegebetrete. putzmittelgerieche. grauanzugsträgerausgeweiche. dengangentlanggegänge. sichzumliftgestelle. ruftastengedrücke. schiebetürgeöffne. zweischrittnachvorsichindieliftkabinegebewege. dietastezumfünftenstockgefingere. dietasteaufleuchtengesehe. unterdenfüßendenliftsichinbewegungsetzengefühle. fünfterstockgeklingle. nunbinichhiergedenke. denliftgeverlasse. dietürgesuche. dietürgeöffne. dietürgeschließe. drehsesselgesitze. daunenjackennochgefühle. daunenjackenausgeziehe. computereingeschalte. willkommenjingleangehöre. augenaufbildschirmgerichte.

 

TEXT IN WINKELN

ALEX AHNTE HYMNE. FAHNE KEIMTE, WEHTE WIE EINE MALVE IM MAI, AXT NAHTE, WAFFE WINKTE, HEIZTE ZANK AN. ALEX FALTETE FELLE, FEILTE TANNEN AN, EILTE MIT LANZE. KALT FIEL ALEX WAHN ANHEIM. ELIZA KEIFTE WITZE AN WELT, WAFFE, WIXEN, AHNTE VATI MIT KLAN. EIN ZINN-HAMLET WEINTE AM KAMIN MIT VINYL. KATZE MIA KIEFELTE IM WINKEL ZÄHE HAIHÄLFTEN. FLINK ENTKAM MIA. MYTHEN LÄHMEN, KEIN FAKTEN-WÄLZEN ZÄHLT. IN EINZAHL HIELT ELIZA EIN HEFT WIE EINEN HALM. „ZEIT HEILT ALLE NÄHTE“ HAT HAKEN, ZEIT HEILT NIE. ELIZA HAT KEINE WAHL, MIT LATEIN AM ZIEL: MANTEL AN, VIA LIFT IN MEZZANIN, IN ALLEE, HÄLT TAXI AN, FLIEHT. ENZYM AN ENZYM, ZAHN AN ZAHN – KEIN THEMA IN ELIZA. WANN KAM ALEX IN HAFT, ZELLE. EXAKT FEILTE MANIE AN IHM. ALEX FLITZTE AM HAFEN, IN KÄHNEN, LIVE IM TV. ALLE HATTEN IHN WIE EINE FLAMME ENTKITZELT. ALLE KNIFFEN. ALEX KNIETE IN LATEX WIE IN NIETEN, MIT TATTAA „HEIMAT“ AN ELLE, AFFE MIT WAFFE – HILFE! FINTE ENTFIEL, TATTELTE IN FALLE. ALEX KEIN HE-MAN. IN EINE KANZLEI KAM EIN FAX MIT INHALT: ALEX HIE! EINHALT! ZEILEN ÄTZTEN TIEF. ETWA ZEHN NAHMEN ALEX AM LATZ. „MEINE HEIMAT!“, HALLTEN ZEHN, MEIN ITALIEN, VELTLIN, KATALANIEN, VIETNAM, KENIA, NEW HAVEN, LIMA, METZ, MILAN, KIEW, MAINZ, KITZ, LINZ, WIEN, AKH, MEINE AKTEN, MEINE ALM, MEINE LIANE. ALEX ENTKAM, LIEF ÄH WANKTE IN EINE HALLE, HINKTE, HIELT ZEHEN. ALLE TATEN WEH. HEY, ZELT! ALEX FEHLTEN ZÄHNE: „´IE WELT I´T ALLE´ WA´ E´ FALL I´T“, ALEX ZITATETE. IM ZELT MATT, FAHL, KAHL, WIE IM LETZTEN KAFF. ALEX HATTE EINE LATTE, WILL MEINEN EINE LATTE ZEIT. ALEX AHNTE WEN. WANZEN! ALEX IM FALZ, IN FLY-FALLE, IN HELL. INFAM. KEHLE KLAFFTE KLAMM. EINE EINZELNE HALTETAFEL „LA FIN“. IM ZELT KAM EKLAT. VIELE KELVIN HITZE. KEINE NAIVEN FILME KAMEN HIE. KEINE LAIEN KAMEN AN. WEIL ALEX MATHEMATIK MEINTE, WALLTE TANK, HITZE NAHM KANTE. LKW-VIEL NAHM MAN IHN FEST. WIE EINEN INFEKT INKL. AKNE. ALLE IM TIEFEN MIEF. KEIN LEXIKA-VALENZ-WITZ KITTETE IM LETTEN. KEIN TAFEL-MALEN HALF. KNALL! KEIN KALIFENFALKE IM HIMMEL, HAMMEL IM KANAL. ALEX IN HAFT, IM WAHN. IM WALLEN HALLTE EIN NAME. „ELIZA!“ ALEX KLITZEKLEIN. WIE KAIN. WIE EIN KINN. ELIZA HEIZTE ALEX EIN, ZWEIFELTE AM LAMM. ELIZA ZANKTE MIT ALEX, NIX MIT MINNE, ZWEITE WAHL. ALEX KNIETE ELIZA AN. ALEX TANZTE MIT ELIZA WALZE, ÄH WALTZ. ELIZA WILL ELFENTANZ, LITT AN ENTENTANZ. ALEX HAHN MIT MAKEL, MIT IHM WELTALLWEIT IM LEIM. KAMEL ALEX WINKTE MIT HETZ. „MEINE ELIZA, INKA, FEE“, FEIXTE ALEX, „MEINE ANTIKE WEIHE“. ALEX TEILTE MIT: „TAFELN, ELIZA, TAFELN WIE IM MAI – EIN YAK MIT THYMIAN, MALZKAFFEE, WEIN – MAHLZEIT!“ ALEX MIXTE MAHL: MEHL, ZIMT, VANILLE, MILK, ANKEN, HEFE, EI LIEF IN EINE KANNE. ELIZA NAHM KEINEN ANTEIL. „IN HITZE AALEN, VIEL HETZ! KEIN LAKEN! NIE IN ALK!“ NANNTE ELIZA NIXE, KANNTE EINMAL KEINE HEXE. ELIZA KIEKTE, WIMMELTE IHN. KLIMA LEHM, KEINE WATTE. ELIZA WILL IN EXIL, KALTEM KAMIN FINALEMENT ENTFLIEHEN. KEIN MIME, KEIN LEHEN KITTET WELKE EHEN. ALEX WÄLZTE EKELHAFT IN TENNE, ZINKTE THEMEN, WITZELTE FÄKAL. WANN KAM WELLE. ELIZA HANTELTE VENEN FIT, VITAL, NAHM VIEL VITAMIN A, E, K, KIFFTE KEIN HANF. ELIZA WILL MIT HEINZ, EVTL. ANNA, EVA, LENA, MELANIE, KATALIN, AXEL, EMIL, TANTE EMMA TALKEN. HEINZ MAHLT MEHL MIT ALLEN TEILEN, MALT WALE WIE KLIMT, HIMMELT HEINE AN, ZAHLT IN YEN. HEINZ HAT NIE EINE HYMNE IM ATEM. KEIN HEINI IM LINNEN. HIEVT KEINE HEAVY METAL-MATTEN. EIN MANN MIT WITZ, HAT ALTE WELT WIE THE NEW IM KALK. ELIZA HATTE IN ZWEI TAKTEN HITZE INNE. WEIL E-MAIL HAKTE, LIEF ZEIT HIN. TWINAX-LITZE FEHLTE. IM ZEITFALL WATEN WALTET IN ZYKLEN. ELIZA MALTE MIT TINTE EINEN TEXT IN EIN HEFT, KEIN FANZINE: „WHAT I HAVE, WHAT I WANT – MY LIFE WITH HIM“. HEINZ KAM MITTEN IM FETZENFALL. ALEX WINKTE, WANKTE, FIEL. ELIZA MIT HEINZ IM KLEE, IN LILA LILIEN, IN NETTEN NELKEN, IN FLANELL. ALEX ZIEHT LEINE. FAZIT: KEINE AKTIEN, KEINE HAIE. KEIN FLEHEN, KEIN FLIEHEN. KEINE KAMEN, KEIN AMEN.

Aus: Hinter dem Buchstabenzaun. Extended Versions. Wien: edition ch 2008.

Peter Pessl

Zeitgenössische österreichische Literatur

Nicht eigen

„Nicht eigen (Miniatur),
für Claude Lévi-Strauss“

14. Mai, Dongpo.
Die übermächtige, glasierte Nanda Devi (7816 Meter)
sah ich aufgehen
als Blütenhaupt des nahen Himalaya (Weisszwirn),
der das engverborgene Tal des Sutlej,
das (hier) auch Garuda-Tal genannt wird
und, so wissen meine liebsten Historiker, das Zentrum des Bön-Königreichs Shang-Shung war,
(weithin) parallel als Riegel Schanze Drachenkamm
vom indischen Subkontinent abtrennt.
Von den achtzehn Mythos-Königen der Chronik von Shang-Shung,
so erzählte mir Pasolini, regierten drei im Garuda-Tal:
Letra Guge, der mit der gehörnten Krone aus klarem Licht,
Gyungyar Mukho, der mit der gehörnten Krone des Regenbogenlichts,
Kyile Guge Unchen, der mit der gehörnten Muschelkrone.
Blutgeruch als das Identische.

Im Schwemmland Sinter von Dongpo beeindruckt
die Streuung der Funde
aus Eis und Glas (ich fand Nasen,
Ringe, Methangas.
Blüten, Kräuter Korallenriffs waren nicht viele, dafür Wasseradler
(braune, schwarzschwarze, lamentierende,
die einkreisten)


und mich, am Gegenhang, aufmerken liessen ein erbrochenes
und ein neuerbautes Männerkloster
(tropfenweise):
welches war welches?

Überaus „nicht mehr“,
„nicht mehr über Strömungs-Störungsreste hinaus“,
gab sich der kleine, retardierende Siedlungskern,
der vorzeiten Vorhut einer zinnoberrot-weissen Grotten- und Königsstadt gewesen war, und dessen meiste, nach Jahrhunderten stetiger Zerstreuung, Minderung Inversion verbliebene Einwohner, beim Einmarsch der chinesischen Truppen über die nahen Pässe des Himalaya ins indische Garhwal,
nach Kinnaur geflüchtet waren
(und zwar ohne Wiederkehr).

Tagelang sah ich nur „auf“ und „vor“
(wenige mittelbare Einzelheiten fielen mir auf).
Wochen später notierte ich: „Genaugenommen zwei
und zwei leichte Wüstentage, zählten wir doch die schlaflosen Nächte mit ein“, folgten wir dem Sutlej-Canyon,
(eine arschglatte Militärpiste benützten wir sicher nicht),
dessen Abbrüche Einrisse (wirre) Konglomerate
(leicht) hunderte Meter, auch senkrecht, abfielen:

„An einer Spick
und Spina,
an einer Klause sah ich,
dass der Fluss (in der Hypertiefe)
nur mehr Mühle war,


Walze (geräuschlos),
ein Flur!“
(Den Flursalamander sah ich nicht,
aber Dagmema, die ihr erhabenes Geburtsland
(in einer vereisten Verblockung) mit Handzeichen grüsste,
mit Klangzeichen (sie benützte dafür ein Schwirrholz,
das summte),
erzählte mir vom „Khyung“, dem gehörnten Feuervogel
und allgegenwärtigen Schützer des Tales,
in einem Quelltraum
(der Modellfauna)
ihrer Bergwüstenheimat.)

Wir konnten ungehindert (fliegend) gehen: man sah uns nicht.
Ich konnte selbst rufen, man hörte mich nicht.
Ich fand heisse Quellen, die ich nicht gesucht hatte.
Der Fliesstraum wurde mein Eigen
(misstraute ich doch der festen Form
und der wachen Verkörperung
ganz und gar!)

Pasolini, den Hüter der Herden
(der Holden), der darauf bestand Italiener
(Norditaliener, Friulaner, mindestens aber Mecker-
Europäer zu sein), antwortete ich:
„So finde ich im weglosen Streifen
kein Aussen, kein Innen
(„Bringschatten, blaue“ bilde ich mir ein zu sehen),
so weiss ich nichts von der Beobachtung
der, mehr oder weniger, unverständlichen Fremden


(von denen Lévi-Strauss sprach),
denn fremd ist mir nichts
(und niemand)
und bin ich nicht,
nicht eigen,
da ich nicht bin.
Da ist nichts.
Da ist nichts (weiter) zwischen mir und
den Anderen.
Den Anderen (definitiv)
gibt es nicht!“

Aus: Formiert aus Luft, Aufzeichnungen aus dem Himalaya, Teil 3.
Ritter Verlag, Klagenfurt 2010.

Ilse Kilic/Fritz Widhalm

Zeitgenössische österreichische Literatur

Oh Menschenherz

oh menschenherz was ist dein im falschen liegendes glück?
die biene wohnt im bienenstock
der freund im nächsten häuserblock
der gedanke wohnt im kopf
die suppe wohnt im suppentopf
der kopfschmerz lebt hinter der stirne
der wurm sitzt drinnen in der birne
der schneemann wohnt in der natur
der schatten siedelt in der kur
der adler wohnt im adlerhorst
das sanfte reh bewohnt den forst
im album haust die poesie
im chaos nistet harmonie
im morgen wohnt bereits das heute
den raubtierbauch bewohnt die beute
das kapital bewohnt die bank
wer ein spital bewohnt ist krank
der fisch wohnt im aquarium
in einer glocke wohnt das bum
im gesetzbuch wohnt die tat
in der anarchie der staat
der hund wohnt in der hundehütte
der irrtum wohnt in unsrer mitte
der einkauf wohnt im plastiksackerl
das geschenk bewohnt ein packerl
eine schloßfrau wohnt im schloss
das herrschaftshaus bewohnt ein boss
der opa wohnt im altersheim
in der lunge wohnt der schleim
das kind bewohnt das gitterbettchen
im käfig lebt das zahme frettchen
das schwein bewohnt den schweinekobel
die hobelbank bewohnt der hobel
die armut wohnt im armenhaus
im reichtum wohnt der festtagsschmaus
in operetten wohnt das glück
in filmen wohnt der zeichentrick
benzin bewohnt den autotank
auf den straßen wohnt gestank
das zuhause wohnt im wohnen
das bestrafen im belohnen
an den armen baumeln hände
der letzte vers bewohnt das ende

Shelby Matthews

Lit-Mag #40 – Expatriations:  The expat edition

Border Dispute

(Ceci n’est pas Là-Bas)

synaptic doxology mysterial bunker

butts bends pellets & pith
licked till
security bonds

Beggendorf
Bommershoven
invisible radiance
odd tree

 

and a very sky eye

above all
chicory
tips stalk swerves hook
spit spat vomit & shit
cobbled hellslope to swill town prototype
aft daze
of twat knights
Muggenhoek Grubbenvorst Kumtich
Donk

 

behind bars Binkum Winkum
ma split polypa earwigs leavened to teevee luv bleat twixt panfluit
fantômas en buckets of kwakkel

 

lips raving
once upon a fagknoll

lung’s oven
gravesend

 

 

Erps-Kwerps ear scum Grubbenvorst
sour bread shamed washing worm skin flamma tinge geuze geule
gaz beak
gobbedly bonk gobbedly bonk

so long
boot year
fluff
in pleat

 

high hoof stutter brassica sprouts
dun dumpels tops
lottom
bla bla mange
sucking crispels wit pippels
(probably suffice those Ostrozen biccies)

 

 

scar beck aft carnal carvery
Muggenhoek
cockside barbarous corn unsacked hip on spek
for Acute Abuse

crane him
slim

grabbing sausage in teen lots

 

damsels & dutsels
duke dwong saxy
Koolputten
Winterslag
split tarts
Knokke & Schriek

 

dance slop

snogfast

gem gon Gouvy

paws

in heather

or gal op pop
tits mozart
for night cherries
prime evil’n kwikki

 

heidelo

portals open
in pins
Pop-u-elles
virgin lampante

“Hoot Le Wastia”

louche lilt lanking plank
wode

ON

Pose        lâché               Pose        lâché

lips
a s’well

purr
effect

wildering

 

geese in the undergoods
dipstick mayonnaise
& hope
on a lope

 

Grosslangenfeld

 

ambly fockant

poppen burrs

 

vor
de

l
o
l

roll-on
Waterloo

 

 

Binkum Winkum friterie weed woundwort
jabbeke jabbeke Lippeloos chide & peek
one nun’s water melon another dry apaché
brust stem POUT

 

 

 


del dude

income LOCHRISTI born loterie von noble scaffold

mâle melée heart fondler
and thud modish whippet

 

frivoli tikkles and a pocketful of ear
forelick & fizzy

the brung tongue slides wide
lips aspen
wild furze pelt
leg strew hip & hoe
magpie

s p i n

puis
..
à
puit

 

e
n
o
r
m

mol – lusC

le petit point
inouï

‘geplikked’

blud flud dolce
stucc it
paper over

 

 

cat cool
ordering fur

 

az

per
waz

gens d’armes
gens d’âmes
roz sky tutti

 

O belle gigue

(de l’autre côté Un Shore)

A collision of Dutch, English, French and German.  Or ‘plus d’une langue’.  Places may also be sighted.

Tony Baker

Lit-Mag #40 – Expatriations:  The expat edition

Two Places

(Impasse des Deux Sèvres, Niort)

Noel’s prepared dulcimer as good
a place as any is fresh
after rain on the tarmac warm
spats smelling unlabellable the same

way custard isn’t crème anglaise. Alleyed
lawns of noise kick in
like it’s a jigsaw of missing bits
mashed to mystify how come (by

Pierre’s white beard) beneath the sun
light bright snapped aluminium they
can ever come into their own
place in the first place.

Elle a eu une aversion complète à l’anglais
and we thought maybe its rhythm
a pathology, comme quoi
nos mots roar through the next

morning’s small asylum now.
By this canal any route
could be navigable and our house
a floating source without finish

that has blips in for the shadow
fish to flesh out against the opal-
escence of a hospitality they couldn’t
for one moment care the least

bit about. Between strings you traffique, Noel,
with scraps of paper, screws & stuff
strange sonorities fruit upon the instant
mulch that’s soul-fodder if it’s

anything much at all. I hear
l’envie de former des sons, de
se ranger pour que              “all
the little seedlings” (that’s

Pierre again) “puisse
transformer ceux qui sont au sol” (unless
I didn’t hear him saying
right) “again, since”, he sd,

“we need the occasional revolution.”
And this water picked at
by insects olivey
dark as old lubricant Castrol

GTX    “tu sais
les choses ne vont pas
changer d’un jour à l’autre
and this water’s a singing bowl even

a Saturday dulcimer, Noel, tu as raison.
Ten minutes from the centre ville
et on se croyait in a forest out
of homewardness, remembering

paths that crossed
limb from limb in a gingerbread
dream you’d say it’s difficult particularly
now to get language out of, clear

as clafouti for breakfast & beetle
leg-like in its movement.
This/ that/ white        table
from Conforama it crawls across—a guess

obviously, though it’s pretty
inexpensive plastic garden kit and self-
assembled like a form as not
of conversation dibbling & suddenly

full of noticeably singing birds.
This/ that            white
serin                pace of speech
particularly in evidence to the south where

a huge cloudlessness clings
to the air-hum blindé with text
messages I can’t imagine anyone
could ever orient by. This /

that           rings        a bell
of belonging, là où les saules
sont rooted to the spot
& the coffee’s a brisk

causeway to that whitish boathouse
two walkers are passing by, end
of story, going right
there, to where the day’s laundry starts.

         ****

(Rue du port, Douarnenez)

In the bookshopthat I mistook for a café that we’d been in ten years previously, I asked the salesman if he had any of Georges Perros’ books in stock. Booksellers don’t always know of Perros and often assume I’m mistakenly referring to Georges Perec, but Douarnenez, where even the public library bears Perros’ name, was surely the one place I had a chance of being understood. The salesman pointed to a shelf on which were three volumes of the Papiers Collés, which I already had, and the Poèmes Bleues which I’d seen before but bought anyway. Perros was ultimately a reclusive who adhered to Douarnenez because he had his four walls there, his unsteady towers of books, his motorbike, his Tania, and these were world enough for him. Lorand Gaspar tells in the introduction to an edition of the letters he exchanged with Perros that it was a nearly impossible task to prise Perros away from his home but on the one occasion he did manage to persuade him to visit Tunis where Gaspar was living, Perros, having disembarked after the journey, expressed complete indifference to a tour of the city that Gaspar proposed. Why on earth would he want to do that, he had come to visit Gaspar ?

The Poèmes Bleues is a slimmish volume printed on creamy paper with a fattish price.
So you won’t be eating tonight, says Liz.
Ah, but this is nourishment for the soul, says the bookseller.
I ask if Perros’ house was nearby, having placed it in my mental geography in the western part of town near the harbour. The bookseller says he doesn’t know, he hasn’t been living in Douarnenez long but he thought it was up the hill somewhere. And he waves with his right hand towards the mouth of the river and the little island with its improbably prestigious customs house, beyond which the only direction is out and further out towards a lot of sea.

Further along the portside we find a café. It’s early evening and the seats on the terrace are half-full and filling. The sun’s too warm to sit out under, so we find a bench under a canopy, order a beer and watch the serveuse go back and forth, chicaning through the customers carrying trays heavy with drinks, collecting money, confirming orders, calling to find out who it was asked for two ‘64s as she’s lost track. Nobody responds. She’s the only person serving and just managing to keep her fatigue under wraps. When some friends arrive she greets each one with an automatic kiss and exchanges a few words while simultaneously attending to a man with a newspaper at another table. It occurs to me that this town is nearly as far to the west of the capital as Marseille is to the south and that the rhythms of the place might be as they are because it’s too far from the economic centre of the country for the place to be squeezed into a shape that it doesn’t really want. Its western-ness feels to me like a physical sensation – geography in a metabolic phase. And it occurs to me too that I can feel that precisely because I don’t inhabit the place or serve drinks.

An empty glass shatters as it hits the ground and the serveuse goes off to fetch a broom to sweep up the fragments. In the harbour the water is sludge green and glossy as acrylic.

A man walks by with an over-bulky Labrador. Passing the café, the dog seizes up and refuses to go forward. We watch as the man tries to tug it along, dragging at it with its lead so that the collar pulls against the coat on the back of its neck but the dog has set anchor and stares immovably forward. The man abandons hauling against the dog’s resistance and walks to a table – the dog following without being urged – and orders a Perrier. The dog lies down, imperturbable as stone. We invent a history for this couple, deciding that the man must be a former alcoholic who once habitually drank in the café, always bringing his dog with him; and now, even though he doesn’t touch alcohol any more and would rather walk on by, he’s obliged to follow the old routine because his dog won’t be dislodged from it.

The dog’s given a bowl of water but doesn’t drink from it.

****

There’s a noise round here where I live              
how could I miss it the noise
of man     it’s the voice
I know
            it all too well,

enough. A noise
that comes not from men, men
are my companions         this noise
           it comes from nowhere it drives
me mad hearing it it’s like nothing human 

 

I’m just a man standing by the window  
the ocean           the boom         of its cannons
that roll over the horizon    I’m just
a man, maybe
the movement of a wave deferred that breaks
over me
that which the head leaves suspended beyond
all reason   
                                     where better     to hang.

****

the gulls were squalling overhead the narrow       walls like they were fetched
from old black and white films          immigrant            homes at least there was washing
strung the street      stucco fissured into maps         with some steps going up
a handrail       and all the windows shuttered while the air
all April it hadn’t rained             was smelling of diesel
from the cisterns in the depot below and damply, vaguely fishy      The boys

and the gulls

over them so the pavements were white it might have been gum or guano they played on
with a soft ball         the goal defined by the width of the street
and I made
to dribble past all four of them and kicked it over the bar
to the slatted door behind
and that was ok because I was a stranger in that place and they didn’t
know me from Adam and we weren’t
ever going to either
and there weren’t shops or cars even in that sheltered part      the school
holidays probably

and one was black and two were white and the other somewhere in between

and the gulls

while on the shore       a few hundred metres further down
a woman sat alone         on a few square metres of weedy rock
in shadow           directly beneath the road which bent
around the seawall she lay staring              up
at the sun with dark glasses on        as if doing yoga        we
hadn’t meant
to end up there             and it took
an age
until I realised
what I liked that part of town for         not the boats

especially
or the way the land got knotted into the bay so it wasn’t clear
which limit was the others’          or how what the people were doing there looked
to go well with the buildings, or at least suggested the buildings
were lived in
as though ‘occupation’ in that place meant not to take over but to inhabit

and the gulls,
they,

but it wasn’t this I liked especially so much as
I realised
it was the town’s,
the wilderness of its turnings away     its alleys and tightnesses,
it was that it had forgotten to arrange itself for tourists and you could read that
as an absence holding               over the roofs of apartments
in the wedges of sky
in a bike
painted green and hung with flowers outside a restaurant painted likewise green
read it in the tenements
that must have been from a decade or two back and were piled boxes literally screwed together because you could see the screws going through the struts along the corners of the walls and you couldn’t see how they’d ever stand for long

in a land of megaliths and gulls

and even if I was wrong         and even if that was all sentimental
and for god’s sake I was a tourist anyway and couldn’t be otherwise because to visit doesn’t allow a contact that adheres     or holds      under any grip

still, what held
there was the mosaic and rhythm, the commonplace
intrusion, the weeds
inevitable as conversation growing
at the foot of a fence which no-one’d grubbed up, or ever would

and they were there
right there where
the day’s laundry was starting and hanging and the boys were playing football

au dernier fil de la quenouille.

Marc Adrian

Best of Gangan [in Print]
aus: Die Wunschpumpe, 1991

II
DE COMMUNICATIONE

I
(kommunikation, sprachlich)

ausschnitte aus der diskussion der 6. karlsruher tage. in österreich gibt es schon 158 parteien. die diskussions-teilnehmer einigten sich auf einen strukturierungsvorschlag für die diskussion. dieser vorschlag wird nachstehend abgedruckt.

a) DER VENUSBERG
b) DER JUPITERBERG
c) DER SATURNBERG
d) DER SONNEN(APOLLO)BERG
e) DER MERKURBERG
f) DER MARSBERG
g) DER MONDBERG

politdschungel: – das haben Sie bis heute ganz bestimmt nicht gewußt! die ROTE erscheint schwankend auf nadelabsätzen und klagt verärgert: „hast scho so an trottl gsehn? jetzta hob i an GAST, dea wos mi ausführt auf a spezialgulasch zum hauswirt und stellt ma acht vierterl hii und wia i angfüüt woa bis auffe, sogda i muaß eam an blasn und zahrt an ausse, an prüagl, i soddas, und dann heada nedda auf zun schbrizzn, i bin gaunz seekraunk!“ taumelt zum papierkorb an der laterne und speit manierlich gulasch, spirituosen und sperma im gesamtwert von dreihundertzwanzig schilling hinein. „jö, sowas!“ sagt die andere hur.

kindt: auch mir ist nicht klar, worin die neue ebene der kommunikation

nr. 20.: café jägerzeile

1) nationaldemokratische partei (NDP)

2) österreichische volkspartei (ÖVP)

3) sozialistische partei österreichs (SPÖ)

4) aktion neue rechte (ANR)

5) neue mitte

groeben: herr WIENER hat uns kurz geschildert, dass er kunst als forschungsprozeß, der nicht definiert worden ist

(brief von ulrike meinhof aus dem toten trakt:) DAS GEFÜHL, ES EXPLODIERT EINEM DER KOPF (DAS GEFÜHL, DIE SCHÄDELDECKE MÜSSTE EIGENTLICH ZERREISSEN, ABPLATZEN).

der hengst ist der alleinige beherrscher der gesellschaft. er sorgt für deren sicherheit, duldet aber auch keine unregelmäßigkeiten unter seinen schutzbefohlenen.

was ist der frau erlaubt? die kunst, sich beim anderen geschlecht beliebt zu machen. erprobte mittel weltgewandter menschen.

am nächsten tag kriegt der KALTE, für den die ROTE jetzt rennt, g’steckt, dass sie mit der GRIECHIN fingerln gegangen ist, noch dazu am frühen abend, wo zahlende kunden vorhanden gewesen wären. der KALTE findet das ‚berwärs, aussa im häfn‘ und außerdem schlecht fürs geschäft. kummervoll betrachtet er seine riesigen hände und sagt mit beleidigter stimme zu seinem hawerer:

adrion: wenn ich herrn GROEBEN kurz antworten darf – das für mich in dieser hinsicht interessanteste buch ist das von feyerabend über anarchistische erkenntnistheorie

6) kommunistische partei österreichs (KPÖ)

7) volkssozialistische partei österreichs (VSP)

8) gesamteuropäische partei österreichs (GEP)

9) freiheitliche partei österreichs (FPÖ)

10) kommunistischer bund österreichs (KB)

franke: diese geschlossenen systeme, in denen man sich mit praktischen fragen beschäftigt. eine solche frage wäre z.b.: ist kunst in unserer gesellschaft überhaupt noch sinnvoll? eine zweite beim rezipienten, und verschiedene

DAS GEFÜHL, ES WÜRDE EINEM DAS RÜCKENMARK INS GEHIRN GEPRESST.

nr. 25/25a fürstenhof
(exlbühne, 1943 geschlossen wegen illegaler aufführung des stückes BARBARA BLOMBERG von carl zuckmayer)

„siachsdas, des tuans aan on, de waiba, so sans. allawäu tuans da wos on, dasd as watschn muaßt!“ „geh, kränk de nedda“, sagt da der hawarer, „acht blaue bringdst da do eh a jede wochn. da kaunndst es scho watschn a dafua!“

wiener: bei der durchsicht dieser papiere bekommt man den eindruck, dass während der zeit, wo normalwissenschaft betrieben wird, einseitigkeiten vorkommen. die tatsache, dass intersubjektivität immer in den zeichen und in den konventionen zum gebrauch der zeichen bleibt, zeigt

11) christlich soziale arbeitsgemeinschaft (CSA)

12) vorarlberger kulturunion (VKU)

13) gruppe revolutionärer marxisten (GRM)

14) patriotische partei österreich (PPÖ)

nr. 27 restaurant café jägerzeile

15) volkssozialistische arbeiterpartei österreichs

oldemeyer: wenn ich dem bisherigen sprachgebrauch aus methodischen

DAS GEFÜHL, DAS GEHIRN SCHRUMPLE EINEM ALLMÄHLICH ZUSAMMEN, WIE BACKOBST Z.B.

vorm tosca steht der SCHENZ und singt: „adolf, adolf ahhhadolf rooot! schärflein auf der wahahaide!“ das lied hat der SCHENZ gedichtet nach goethe. es gilt dem herrn BUNDESPRÄSIDENTEN SCHÄRF DER REPUBLIK ÖSTERREICH.

wiener: darf ich meinen vorwurf noch einmal konkretisieren: wenn man kunst unter dem kommunikationsaspekt betrachtet, bleibt

16) ergokratische partei österreichs

17) initiative österreichischer atomkraftgegner (IÖAG)

18) arbeitsgemeinschaft für demokratische politik (APP)

19) westösterreichische ortsbild- und landschaftsgestaltungspartei (WOP)

20) österreichische mittelstandspartei (ÖMP)

nr. 35 spirituosenausschank rutschka

DAS GEFÜHL, MAN STÜNDE UNUNTERBROCHEN, UNMERKLICH, UNTER STROM, MAN WÜRDE FERNGESTEUERT.

der herr BUNDESPRÄSIDENT DR. ADOLF SCHÄRF ist sozialist, funktionär und alkoholiker. der SCHENZ ist parteilos, deppert und alkoholiker. der kommissar HAWRANEK kommt nach dienstschluß vorbei, hört sich den text kurz an und geht kopfschüttelnd heim. „der hat ein glück, dass er schizo ist!“

adrian: gegen herrn GROEBEN möchte ich sagen, dass die ambivalenz und vieldeutigkeit ein notwendiges charakteristikum von kunstwerken ist. je niedriger der vieldeutigkeitsgrad ist, umso leichter kann es erklärt, kann es redundiert werden

21) nichtwählerpartei österreichs (NPÖ)

22) partei des fortschritts (PDF)

nr. 36 café heiff

23) sozialdemokratische partei österreichs

24) verband der umweltschützer – V.D.U. (aktion grünes leben)

25) partei der nichtwähler (PDN)

wiener: um das noch einmal klarzustellen: ich habe mich nicht generell gegen den einsatz von kommunikationstheorien gewandt, sondern nur bezweifelt, ob damit auch der produktionsbereich angemessen behandelt werden kann, vor allem, wenn man die produktion – wie hier geäußert – als

DAS GEFÜHL, ALS WÜRDEN EINEM DIE ASSOZIATIONEN WEGGEHACKT –

HANS FRIEDER MAYER

an den herzog august wilhelm zu braunschweig.

Paris, den 5. december 1716:

ich weiß nicht, wo mitt ich dießen brieff ahnfangen soll.

die ROTE hat gut verdient und sagt liebenswürdig zum SCHENZ, der seit einer stunde starr wie ein laternenpfahl an der ecke steht: „magst mi abvögln füa an siebzger?“ der SCHENZ blickt starr durch ihr gesicht hindurch.

nr. 43. artistenkaffee (ehem. tosca)

oldemeyer: wenn man den kommunikationsbegriff breiter faßt, als

26) internationale kommunistische liga (IKL)

27) konservativ-liberale partei österreichs

28) partei für jugend und volk (J+V) (neue jugendbewegung – sozialpolitische volkspartei)

29) U.I.F. union zur förderung heimatlicher interessen

30) partei zur revitalisierung österreichischer kulturgüter

groeben: lassen sie mich einige bemerkungen zum bisherigen ablauf der diskussion machen: zur behauptung von herrn FRANKE

DAS GEFÜHL, MAN PISSTE SICH DIE SEELE AUS DEM LEIB, ALS WENN MAN DAS WASSER NICHT HALTEN KANN.

nach einigen augenblicken probiert sie es wieder. „i blas dan a! fia an hunderter. mit schluggn!“ der SCHENZ schweigt. die ROTE schwenkt weg. später, lockend: „na kumm scho! brauchst ka zimma zoin!“

wie ißt man austern?
faßt dieser herr das glas richtig?
so ißt man spargel.

nr. 47 kaffee stibor (alhambra)

adrian: ich halte den rezipienten für eine relativ sekundäre instanz vom standpunkt des produzenten aus. in einer ontogenese der kunst ist er sicher derjenige, welcher

31) wahlgemeinschaft für bürgerinitiativen und umweltschutz (WBU) – grüne liste

32) GRÜNE PARTEI ÖSTERREICHS

33) soziale gerechtigkeitspartei österreichs (SGÖ)

34) amerikanische partei (APÖ)

35) partei der nichtwähler (PDN) – 2. nennung {s. 25}

franke: bei forschungen im kunstbereich müssen wir davon ausgehen, was vorliegt, also kunstwerke in literatur, musik, bildender kunst etc. es geht dann darum, dass wir uns aus methodischen gründen auf bestimmte einigen, für

DAS GEFÜHL, MAN WACHT AUF, MACHT DIE AUGEN AUF: DIE ZELLE FÄHRT; NACHMITTAGS, WENN DIE SONNE SCHEINT, BLEIBT SIE PLÖTZLICH STEHEN. MAN KANN DAS GEFÜHL DES FAHRENS NICHT ABSETZEN.

nr. 48 kaffee karlovitz

der SCHENZ erwacht aus seiner individualhypnose und sagt abwesend: „i hob ka göit!“ die ROTE, mitleidig: „hast scho was gessn, heit?“ „naa.“ die ROTE kramt in ihrer handtasche und steckt dem SCHENZ einen fünfziger zu. „kaufstd da a gulasch, ja!“

kindt: wenn herr WIENER sagt, dass empirische forschungen im produktionsbereich unmöglich wären, so vertrete ich die ansicht, dass sie durchaus möglich sind. in einem gewissen sinne ist der produktionsbereich sogar viel eher erforscht worden als die empirie der dimensionen

36) demokratische arbeitsgemeinschaft (DAG)

37) progressive partei

38) bewegung 5 november

39) DIE GRÜNE FRONT – wählerpartei der umweltschützer und unabhängigen – W.d.U. –

nr. 45 kaffee apollo

40) AUTONOME GRUPPE KOMMUNISTISCHER POLITIK (KOMPOL)

adrian: denn ich kann mir durchaus vorstellen, dass verschieden

MAN KANN NICHT ERKLÄREN, OB MAN VOR FIEBER ODER VOR KÄLTE ZITTERT, MAN KANN NICHT ERKLÄREN, WARUM MAN ZITTERT – MAN FRIERT.

der KALTE hat durchs caféfenster zugesehen. die spielkarten bleiben liegen: „i kum glei, FRAUNZ!“ er schlendert locker auf die beiden zu, reckt sich ein bißchen, holt mit dem arm weit aus (sterne pflücken!).

franke: nun zum assoziationsraum: selbstverständlich gibt es methoden, assoziationsräume zu erfahren. wenn Sie es

41) kommunistischer bund salzburg

42) soziale arbeiterpartei österreichs (SAÖ)

43) DAS GRÜNE FORUM – WAHLGEMEINSCHAFT ÖSTERREICHISCHER GRÜNER

44) partei für recht und ordnung – (PRO)

45) österreichische humanistische partei (ÖHP)

nr. 62 hauswirth

hartmann: zweite ebene der diskussion: wenn herr WIENER von der produktion annimmt, dass sie im gewissen sinne arational (ich will nicht sagen irrational) ist

UM IN NORMALER LAUTSTÄRKE ZU SPRECHEN, ANSTRENGUNGEN, WIE FÜR LAUTES SPRECHEN, FAST BRÜLLEN –

HANS FRIEDER MAYER

an den comte de beausobre.

à paris, 29. février 1715.

monsieur de beausobre, je suis bien persuade que votre bon coeur vous a fait prendre part a ma douleur.

eine sekunde später sitzt die ROTE neben ihrer handtasche laut plärrend im rinnstein, linksseitig im gesicht dick verschwollen. der KALTE bemerkt sachlich: „waundst noamoi wos herschenkst, zatridd i di!“ er leert den inhalt der handtasche auf den gehsteig.

oldemeyer: es wird das kunstwerk ja weggeworfen. es wird nur auf einer anderen ebene als dem produktionsprozeß aus ökonomischen gründen zu einem vermarktbaren

nr. 65 café schreyvogel

objekt. natürlich würde ich wissenschaftler, welche im o.e. sinn

46) die grünen

47) freie humanistische partei österreichs

48) partei ‚neues österreich‘ (PNÖ)

49) neusoziale demokratische partei (NSDP)

50) VOLKSUNION / wahlpartei der unabhängigen grünen plattform

groeben: daneben darf nicht vergessen werden, dass angesichts des tatsächlich ablaufenden kunstbetriebes daneben noch eine reihe anderer faktoren berücksichtigt werden muß, nämlich das ganze ensemble sozialer faktoren, die mit den aspekten dieses bereiches erschöpft

DAS GEFÜHL, MAN VERSTUMMT.

aus dem gewirr von puderdosen, schminkstiften, präservativpackungen und taschentüchern – mit spitzenbesatz (echt!) – fischt er mit spitzen fingern einige hunderter und stopft sie dem SCHENZ in die rocktasche.

nr. 66 café orient (ehem. dogenhof)

dann klopft er ihm aufmunternd auf die schulter und sagt:

wiener: unbestritten ist, dass während der zeit, wo die normalwissenschaft

51) grüne union österreichs

52) partei für umweltschutz und menschlichkeit (PUM)

53) VOLKSSOZIALISTISCHE FREIHEITSBEWEGUNG (VFB)

54) ARBEITSGEMEINSCHAFT BESSER LEBEN, partei zur verbreitung von humanökologischem wissen

55) GRÜNE MITTE ÖSTERREICHS

oldemeyer: da wir nur hermeneutische psychoanalyse, vor allem, wenn man in der produktion – wie hier geäußert –

MAN KANN DIE BEDEUTUNG VON WORTEN NICHT MEHR IDENTIFIZIEREN, NUR NOCH RATEN –

„glaubst, i waas ned, doß i a hua bin?“ sagt der ROSI zum WEISSEN. „na und?! bevua i mi in de budn schtöll auf a hackn um fuffzehn viazig, hoit i do liawa en oasch hi um zwa hundata!“ („des pudels kern auf den kopf!!“)

ERSTER AUSGANGSPUNKT FÜR EIN NEUES LEBEWESEN = KEIM

… auf wölfe gehen sie wiehernd los. „mei göit vaschenk i söiba, gö ja! oba daun, waun i wüü! seavas!“ (duldet aber auch keine unregelmäßigkeiten unter seinen schutzbefohlenen.)

adrian: offenbar sind die autoren dieser papiere der ansicht, dass kunst in erster linie ein kommunikationsversuch ist. eine solche neukonstruktion von Wahrheit wird aber

nr. 67 emminger (gaststätte am praterstern)

56) stadtklub

57) ALTERNATIVE LISTE GRAZ für demokratie und umweltschutz

58) partei für volk und jugend (V+J) – volkspartei und jugendbewegung

60) unabhängige volkspartei (UVP) – erste österreichische partei für alle

groeben: da wir nun nicht alle prozesse auf einmal übersehen können, müssen wir uns aus methodischen gründen auf einige bestimmte einigen, für die wir uns interessieren. das in dieser hinsicht für mich interessanteste

DER GEBRAUCH VON ZISCHLAUTEN – s, ß, tz, sch – IST ABSOLUT UNERTRÄGLICH –

er schlendert lässig ins café zurück. dort sagt der FRANZ mißbilligend:

nr. 72 hotel nordbahn

„i sog das, du loßt dera zuvü freiheit. des tuat ka guat ned.“ darauf der KALTE: „geh, i schicks eh boit in kriag!“

franke: aber betrachten wir die kunst als ein mittel, vorhandene kommunikationsmittel zu verbessern oder gezielter einzusetzen: wenn Sie es qualitativ haben wollen, gehen Sie in die ähnlichkeitsrelationen von DEES. selbstverständlich gibt es methoden, assoziationsräume zu

61) DIE GRÜNE BEWEGUNG (B)

62) ALTERNATIVE LISTE – WIEN

63) ÖSTERREICHISCHE ALLGEMEINE PARTEI

64) sozial-konservative monarchistische partei österreichs (S.K:M:P:Ö:)

65) österreichische protestpartei

wiener: für den produzenten natürlich, für den rezipienten hat

FLASHS –

nr. 78 emminger a., gastwirt

HANS FRIEDER MAYER

an karoline von wales.

saint-cloud, den 3ten sept. 1719.

man muß die wahrheit sagen, law ist ein admirabler mann für die finanzen, man hört überall nichts mehr als von millionen.

die diskussionsteilnehmer einigten sich auf einen strukturierungsvorschlag der schon 158 Parteien.

66) -arbeit-umwelt-sauberkeit- (AUS)

67) DIE GRÜNEN ÖSTERREICHS

68) GRÜNE ÖSTERREICHS (GRÜNE)

69) DIE GRÜNEN ÖSTERREICHS – vereinte grüne parteien – grüne

70) ALTERNATIVE LISTE NÖ – FÜR DEMOKRATIE UND UMWELTSCHUTZ (AL-NÖ)

kindt: diese tatsache zeigt sich am deutlichsten am semantischen differential, in dem dann von leuten, die etwas mehr

SATZBAU, GRAMMATIK, SYNTAX – NICHT MEHR ZU KONTROLLIEREN. BEIM SCHREIBEN: ZWEI ZEILEN – MAN KANN AM ENDE

vor nr. 22 kiosk tabaktrafik helene pollauf

DER ZWEITEN ZEILE DEN ANFANG DER ERSTEN NICHT BEHALTEN – WÄRTER, BESUCH, HOF ERSCHEINT EINEM WIE AUS ZELLULOID – KOPFSCHMERZEN.

am nächsten tag kriegt der KALTE, für den die ROTE vorhanden gewesen wäre, gefingerlt, dass sie mit der GRIECHIN zahlen gegangen ist, noch dazu am frühen kunden, wenn genug gesteckt wäre. handvoll betrachtet er seine riesige stimme und kummert mit hawarer zu seiner beleidigung:

groeben: wie rezeption läuft, machen wir alles anders, ist denn kreativität nur determination minus eins? natürlich liefern wir Ihnen diese methoden zum speziellen aspekt

71) VEREINTE GRÜNE ÖSTERREICHS (VGÖ)

72) grün-alternative liste österreichs (GALÖ)

73) grün-alternative partei österreichs

74) alternative liste österreichs (ALÖ)

75) ALTERNATIVE LISTE STEIERMARK

adrian: ich würde also empirische untersuchungen im kunstbereich durchaus bejahen, mir aber völlig

nr. 26 blumenhandlung m. schadetz

vorbehalten, was ich mit den ergebnissen anfange.

DAS GEFÜHL, MAN STÜNDE UNUNTERBROCHEN, UNMERKLICH, UNTER STROM, MAN WÜRDE FERNGESTEUERT.

„siachst, des waiberns an on, de tuara. so sans. allawäu tuans da wos an, dasd as watschn muaßt!“

franke: was man natürlich empirisch durchaus machen kann. dementsprechend als die kunstwerke, mit denen Sie sich auseinander strukturieren selber – hier machen sich z.b. viele empirische autoren selber, damit das leichter und

76) ALTERNATIVE LISTE ÖSTERREICHS – DIE GRÜNEN ALTERNATIVEN

77) ALTERNATIVE BEWEGUNG ÖSTERREICHS (ABÖ)

78) VEREINTE ALTERNATIVE UND GRÜNE ÖSTERREICHS (VAGÖ)

79) VEREINTE GRÜNE UND ALTERNATIVE ÖSTERREICHS (VGAÖ)

nr. 31 ehem. carltheater (bombenruine)

Alexander Widner

Best of Gangan [in Print]
aus: ganganbuch 5, 1988

Jeu Alphabetique

Das kleine Buchstabeinmaleins

Abfall bereiselnd, aus dem Strich der Buchstaben, x-taub, vermessen und SAUKOMISCH, Mätressen und Stiefelputzer, den Bauch lobend wie ein Ei das andere (aus Aufsatz A), heilig und hurig, ausladend und zieglernd, eingeschleust/ein; und aus, aus der Materie gerutscht, und geseift, gesudelt und gesprungen, aus der Materie gerutscht (aus Aufsatz A)

Wenn Edward Sunshine Georg Friedrich Händel dirigiert, ist das nicht zum Anhören. Aber riechen kann man (aus Aufsatz C) ein ganzes Feuerwerk, Edward Sunshine steht dann da, die Zeigefinger an die Nasenflügel gelegt, und holt tief Luft (aus Aufsatz C)

Hirten, die Professoren werden, den Hirtenstab am Katheder, an der leibhaftigen Weisheit, schauen (aus Aufsatz D) auf den Hirtenstab /ob er gestohlen wird / gestohlen im Namen der Weisheit und im Namen der Gelehrsamkeit und im Namen der Metaphysik und im Namen der Erhebung / Eshebung. cruxmythisch und einshalber / den Hirtenstab am Pult (aus Aufsatz D)

Im Emsland, bei den spröden Wäldern, wo Bäume brechen ohne Grund, ohne Absicht ja, und Jägern und Spaziergängern und Paarenden die Köpfe brechen ohne Grund, ohn Absicht ja, DORT (aus Aufsatz F) DORT (aus Aufsatz F)

Am (aus Aufsatz G) eignen Rand, bei denen, wo es greift, vernagelt und übermütig, mit Zähnen an der Hand, den Mund gespreizt zum tonlosen a, tonblind, berauscht und dämmrig, lachend stumm, aus Freude am Ton, der hellt und lautlos hallt, in musicis nur / aufgewacht und besamt. Der Regen lümmelt herum (aus Aufsatz G)

Einen Grenzen-Roman zu leben (aus Aufsatz K) (leben als Aufsatz tot) besagt eigentlich alles Camus tot.
Im Aufsatz wird programmyatisch (aus Aufsatz K) die Programmatik des Aufsatzes K entspricht (aus Aufsatz L) dann beriesele ich mit L, das dann durchdringe ich mit L (laut Aufsatz) beleibt, aber nicht so, dass man über, schon gar nicht keinen Aufputz geben könnte. Und der Kindertod sei uns erlassen. Es verrecken die Greise! 9e sollten den Tod gewohnt sein. Und sind. ’edees Kind würde sie opfern für sich und ihr zahnloses Maul und die Lückenlosigkeit ihres Schlafs (aus L, aus Aufsatz L)

Hätten sy einen Aufsatz zu Moyart? – Nein, onein, zu M fällt mix nichts ein, außer vielleicht (bielrich) zu Friederik Mayröcker, aber da ist ja schon gnug ddada
fuchjuju!
(aus Aufsatz M)

Pking.-Ente (aus Aufsatz P) ist nicht zu fressen, Gaumensal für den Blödes(n)ten:
Gaumen nicht, aber tut myn es (aus Aufsatz P) belämmert … Belämmert und benommen wäre, muß liegen, bis selbes Breitwerk leg auf die Telle – und kein Mensch weh würde was anfangen mit duesem Wesen.

PS zu P: Wir haben genug Oekonen en. Nur wird keine so blod wie meine. DAS HAT MAN NUN EBEN.

Reibend wie die Ware / wie Warwe da / überall bestellt, aus Hunsrück grfuzzt, aufgefahren ins Uferlose / aus Jufern geraten / dümmlich ins Uferbare / dümmlich (aus Aufsatz R)

 

Einig angewandte Buchstäbe

Nachtrag U
Das Umdrehen im Grab: als ob das helfen würde (aus Aufsatz U). Schön und langsam schön. Und schön. Und schön gleitend in Halbschlafenes. Und Gott ergeht sich in unsinnigen Kraftakten. (Aus Aufsatz U)

Nachtrag V
La pomeranza di Udinese (aus Aufsatz V) mit dem kriminellen Glanz anläßlich des erfreulichen Ablebens ihres Gatten: und schaut mit vereisten Augen in den Ausguß der Erde – die Füße groß vor sich abklagen (aus Aufsatz V)

Nachtrag W
Entscheidende Dinge: ——— Nein, doch nicht, entscheidend war nur ich / drum trinke ich und tue noch und nimmer. Es wird bleiben / fürchte ich. Fürchte ich / fürchte ich / ich, wie ich fürchte, dass meine fiktinelle Familie sich fürchtet / alle / fürchte ich und sollen mich fürchten lehren
Es / wird / dies / Finstern / nicht / allauf / o dümmliche Furchtlose Finsterlose / es
mir ein Zerwachen gab – Das Trinken das Vibrato des Lebens (aus Aufsatz W)

Nachtrag X
Xandl schreibt steifes Zeug an eine Bordellmauer, nach einer Unsumme von plausiblen Nacherzählern, subjektiv und ehrlich (Xandl – aus Aufsatz X), Xandl ist subjektiv und ehrlich; streng, aber ungerecht. Er steht an der Mauer, und schreibt und frißt Halbschlafenes.

Die Herren vermauern ihre Kräfte, sagte Franz Holzfeind zu dem sitzenden Claude Peguy. Doch der verstand nicht. Er erwartete Menschen seiner Sprache. Denn: was immer man Gutes sagt über Buchstäbe: es trifft nicht zu.

Hier ist ein Sitzender, rundum Beschäftigter. Liebe, langsame Menschen. Liebe, langsame Menschen. Liebe, langsame Menschen zertreten gemächlich die Buchstäbe rundum, die Buchstäbe.

(Man soll nichts Abenteuerliches mehr beginnen, wenn man gerade die erste Lesebrille bekommen hat. Regula one.)

Punktum
Joseph Francois Montgolfier litt unter Saufen, Völlerei, Huren. Da entwarf und erbauete sein sittsamer Bruder Claude Christophe Montgolfier einen Ballon, setzte seinen verkommenen, jüngeren Bruder darein, und stieg mit ihm gen Himmel. Dort pfarzte Joseph Francois den Teufel aus dem seinigen Leib, und kehrte als Heiliger zurück auf Erden.
Die Buchstäbe hatten ihn wieder hienieden.

Christian Steinbacher

Best of Gangan [in Print]
aus: ganganbuch 5, 1988

Arbeiten mit Präfix

 

aus: a tempo

senza/
(und) auf (und) ab (und) zu
(und auf
und mit und hin und dort und ab dort
HIN (und dort dort mit dort zu dort gegen vor dort
HER (verquer?
(und) auf (und) ab (und) zu
(und AU!          , die SPRACHE
INNERT

 

 

senza/
(und) auf (und) ab (und) zu
(und auf
und mit und hin und dort und ab dort
HIN (und dort dort mit dort zu dort gegen vor dort
HER (verquer?
(und) auf (und) ab (und) zu
(und auf
uns aUF!,      der hut!     , ja das komma möcht wandern, auch
ich bin hier wo (bin hier, wo
(er nicht ausgeht geht ein?)
(er nicht eingeht geht aus?)
mit solch er gang art um um zu (um zu um
– setz ein gehen dran und so geht es
sich aus (und auf
AUF diese art hier: auf schichten schichten, sodann schichten
aufschichten (was dies UMschichten hier?
auch AUS dieser art hier: aus formen formen. sodann formen aus-
formen (und die form hier durchausen, verbeit gar dies an
(und an und für an)
(und) auf (und) ab (und) zu
(und AU!     , die SPRACHE
INNERT

 

 

ALSO AUF ALSO LOS
– wenn ein anbieten aufbieten war und
es war nicht, verenden beendet ja auch keineswegs (dass)
und erfahren verfährt sich, noch immer ab, geblich auf, da (oder
geblich PER AN? geht es      d a n n      etwa      a u f? oder l o s? oder ver-
fügt es nun nur oder nicht und worüber
– aber verführen verfängt sich ja auch hin und wieder, auch ver-
fügen wirkt oft bald verfahren. aber wer greift ein vergreifen
noch an hier und heutzu (oder tage? oder e r      folgend?
oder      v e r      folgend?
oder auch? oder und? oder
: oder (dero) : sam : folg : fassen VER : ER :
NEIN auch verfassen erfasst nicht (nicht genug? nicht hier? nicht
als finger-teig als knäcke-zeig als
als auch zweig nun zum bei spiel ver zweig kein ver halten das
dich nicht ver hält also hut – also hüte dich vor dem ver hüten
und treibe es nun lieber      a u f , setz ihn auf so und weiter
so und beispiel zum beispiel
als auch      s o      wird ver hört ehe man dich er hört nein er hören be
ruht doch auf einem ver kennen an tennen veranflennen hennen zu
huhn hund und      h a n d      (ach ja, die liebe hand also wieder, ich
wusste es doch (und solange es hinlangt, es langt sowieso bald,
verlangen langt alleweil noch und zum anlangen sicher