Walter Hoelbling

gone

where have conversations gone
long time passing
where have all our love words gone
long time ago
where have all our love words gone
mobiles took them, every one
when will we ever learn
I hope they will return

wiehere have all the mobiles gone
long time passing
where have all the notebooks gone
long time ago
where have all the kindles gone
turned to tablets, every one
when will we ever learn
there will be no return

where have all the tablets gone
long time passing
where have all the smart phones gone
long time ago
where have all these gadgets gone
been recycled every one
never they will return
never they will return

where have all the users gone
long time passing
where have all the texters gone
long time ago
there lie all the facebooks slain
people try to speak again
when will we ever learn
hope they again can learn

 

Obviously trying to do a half-serious, twitter-age version of Peter Seeger’s “Where have all the flowers gone?” (My favorite rendering is by Peter, Paul, and Mary)

Raoul Eisele

out, out brief candle!

das leben kriecht
schwerfällig
schritt für schritt für schritt
von tag zu tag
zur letzten stunde
schleicht schattengleich
im kerzenschein
in rauchschwaden
ausgelöschter flammen
eines jungen herzens
im narrengewand des gestern
zur unbarmherzigen ewigkeit
des angebrochenen morgen
zum morgen
zum morgen
und wieder morgen
einer endlosen wiederholung
kriechend zum unbedeutenden
idioten
dessen stimme unvernommen
im widerhall
verstummt

 

Name: Raoul Eisele; BA BA
Geburtsort/-Jahr:  1991 in Eisenstadt – lebend in Wien Hernals
Studium: Germanistik BA und Komparatistik BA (abgeschlossen) aktuell Germanistik MA
Veröffentlichungen: why nICHt? Magazin 1-4 (Literaturmagazin der Komparatistik Universität Wien), SYN Nr. 12, Bücherstadt Kurier Nr. 21, mosaik freiVers 14.8.16, silbende Kunst Nr. 14., Fixpoetry, mosaik freiText 11.11.16, Bücherstadt Kurier, Inskriptionen (neue Literatur abseits vom Mainstream);
Textgattungen: Gedichte/Kurzgeschichten

Marc Adrian

Hermann Hendrich
Zu den literarischen arbeiten von Marc Adrian

Wenn wir uns den literarischen arbeiten von Adrian zuwenden, vielleicht ein schmales, aber komplett veröffentlichtes werk mit zwei büchern, einer reihe von kurzen texten, einem theaterstück in kooperation mit anderen [1] und einer bestechenden übersetzung aus dem amerikanischen, sollten wir auch daran denken, wie die offizielle geschichte der literatur, freilich auch der modernen, immer von ihren eingeprägten oder eingebildeten gipfelhöhen ausgeht, und in den häufigsten fällen den ursprünglichen breiten und personenreichen kreativen sumpf partout nicht erkennen will. Freilich sollen die werke für sich sprechen, aber wenn es keine laudatores gibt, diese arbeiten einem breiteren lesepublikum vorzustellen, bleiben sie in den bibliotheken und auf den ikea brettern einiger interessierten intellektuellen stehen.

Eine neue generation von angehenden künstlern, schriftstellern, dichtern, musikern , komponisten, architekten der geburtsjahrgänge um 1930, auch verbunden mit jungen vertretern der sich aus dem rassismus befreienden wissenschaft der völkerkunde, versammelten sich mit beginn der fünfziger jahre in kleinen und größeren gruppierungen; eines der wichtigsten sammelbecken für diese frauen und männer  war der art club in der Wiener innenstadt, der so genannte strohkoffer. Geteilt wurde die ablehnung gegen die an den faschismus angepasste kunsthaltung, es gab informationen über die kunstentwicklung der 30er jahre, die vorher völlig unterdrückt worden waren, und manche künstler und schriftsteller, die quasi untergetaucht überlebten, Gütersloh sei als beispiel genannt, konnten ihre erfahrungen an die junge generation weitergeben. Marc mit seinen 20 jahren sog alles neue in sich auf, und konnte es auch so ordnen, dass es ihm in seinem letztendlich ungebrochenen gestaltungswillen zu diensten kam. Wie er insbesondere den losen kreis der – wie er schreibt – interessierten (Achleitner, Artmann, Bayer, Contreras, Ferra, Kölz, Jelinek, Potzelberger, Wobik, Rühm, Wiener) an den problemen der dichtung, musik und der bildenden künste darstellt, ist aus heutiger sicht von enormen interesse, haben sich doch die künste alle seitdem in ihre eigenen vier wände zurückgezogen. Für diese damalige zeit gibt es zeugnisse von Okopenko, Rühm, und zuletzt von Oswald Wiener, (Zur ausstellung „10 optische Gestaltungen“ im Jänner 1960 in der Galerie junger Generation am Börseplatz lasen Wiener, Rühm und Bayer, und Wiener legte ein blatt mit äusserst interessanten bemerkungen über dieses thema vor, das leider bei uns allen, die an den veranstaltungen teilnahmen, nicht mehr auffindbar ist.

Was hat man sich damals vorgenommen: das schreiben aus dem empfundenen, dem illusionismus, der einladung zum nachverfolgen des schicksals irgendeiner im text beschriebenen person herauszuführen, wie immer geartete andere prinzipien der anordnung von sätzen und wörtern anzunehmen. 1957 beendet Marc die ‚theorie des methodischen inventionismus’, der unter der beteiligung der in seinem atelier in der Oberen Donaustraße häufig anwesenden künstlerkollegen leider erst 1980 in der edition neue texte veröffentlicht werden konnte. Die mit hilfe dieser schreibtechnik geschaffenen texte der jahre von 53 bis 60 sind eben unter dem titel ‚inventionen’ ebendort erschienen. Dazu gehört allerdings auch die haltung sprachliches als material anzusehen, das nicht von augenblicklichen eingebungen gestaltet wird, sondern von einem kalkül.

Freilich hat die mathematische grundlage des „inventionismus“ sowie sein studium der wahrnehmungspsychologie an der UNI Wien neue möglichkeiten für seine bildnerische arbeit und den präzisen schnittprogrammen für seine filme mit sich gebracht.

Mit diesem rüstzeug ausgestattet, zu dem noch die kenntnis der cut-up und montage technik dazu gekommen war, erarbeitete Adrian zwischen 1966 und 69 eine anzahl von kürzeren texten, die in lesungen in verschiedenen galerien von ihm vorgetragen wurden. Leider fanden sie erst wesentlich später zu einer Veröffentlichung, sodass ihre wirkung auf die leseabende beschränkt blieb.

Auf grund aller dieser überlegungen und weiterführenden gedanken war Marc von den in der mitte der 60er jahre beginnenden möglichkeiten des computers fasziniert, auch in seinem filmischen werk hatte er sich damit auseinandergesetzt, nun gab die bekanntschaft mit einem programmierer am IBM und dem ähnlich gesinnten Gottfried Schlemmer die möglichkeit, völlig neue gestaltungen für ein theaterstück, das SYSPOT genannt wurde, auszuprobieren. Für die bühne wurde das stück nur in einer aufführung vom ersten Wiener Lesetheaters erarbeitet, aber in den protokollen 1970 abgedruckt.

Die intensive beschäftigung mit dem werk von Kenneth Patchen, insbesondere dessen meisterwerk Sleepers Awake, das Marc für den März Verlag übersetzte, verschafften ihm noch weiterreichende gestaltungsmöglichkeit. Patchen hatte ja nicht nur die visuelle und konkrete poesie vorausgenommen, sondern auch spezielle techniken der montage entwickelt, viele jahre vor Konrad Bayer. Als ergebnis dieser vielschichtigen anregung dürfen wir die wunschpumpe als die große montagearbeit betrachten, die 1991 erschien.

Wie ich in der vergangenheit einigemale ausführen durfte, hat Adrian in den von ihm meisterlich beherrschten künstlerischen disziplinen sein großes kreatives potenzial einbringen können, und seine neuen gestaltungsmethoden auch weitergeben können, in Cambridge, USA; Hamburg, Stuttgart. Zu erwähnen ist auch, dass er mit seiner aktivität in literarischen, insbesondere in der GAAV,  kreisen eine kleine gruppe von dichterInnen  der nächsten generation, unter ihnen Loidl oder Katt befreunden konnte, die sich mit seinen schreibmethoden intensiv auseinandergesetzt hatten.

Als abschluss oder auftrag an uns, die wir kreativ tätig sind:

„wir wirklichkeitsmacher“

wirklichkeit kommt vom wirken, das heißt vom machen.
schon diese herkunft deutet die machbarkeit des wirklichen an.

KONVENTIONEN

wo man hinschaut!
was man
sieht, hört, fühlt,
schmeckt man.
wie lernt man?

man sieht etwas bekanntes und
riecht dazu etwas unbekanntes.

p.e. faules fleisch (bekannt?)
in spiritus (innovation!). (*)

später lernt man dann schnaps trinken
und die grundregeln der bodenpflege
und kennt dann also den spiritus
in- und auswendig.

man hat ihn

GELERNT.

(kombinatorik macht klüger –
oder, jedenfalls, erfahrener.)

all das gelernte zusammen heißt

WIRKLICHKEIT.

natürlich gibt es dabei wichtiges und unwichtiges.
was wichtig ist weiß

DER STAAT

und seine beauftragten. denn sonst gäbe es ja
keine möglichkeit zur

KOMMUNIKATION

und das friedliche zusammenleben der menschen
wäre sehr schwierig.

was wichtig ist, lernt man in der schule

(wo es einem hübsch eingebläut wird, damit
man auch ja die

RICHTIGE WIRKLICHKEIT

innekriegt.)

aber natürlich sind da die lehrer
oft in peinlicher verlegenheit.

(wo sollen sie so viel wirklichkeit
herkriegen, wie sie zum lehren
brauchen?)

daher hat der staat uns,

DIE KÜNSTLER.

wir sind spezialisten für kombinatorik und machen
soviel wirklichkeit, wie gebraucht wird.

aber natürlich wissen wir künstler das nicht
so genau wie der staat und seine beauftragten.
und daher machen wir manchmal auch wirklichkeiten
die man nicht so gut brauchen kann.

(dann schlägt uns der staat züchtig aufs maul.)

DIE WIRKLICHKEITEN

legt der staat in die lade und kramt sie raus,
wenn er dafür eine verwendung hat.

dann bezahlt er die künstler,
wenn sie nicht schon tot sind.

wien, aug. 12/69
(marc adrian)


(*) anmerkung: in diesem konkreten fall handelt es sich um ein konserviertes blutiges menschenhirn im einmachglas in der vitrine der prosektur.

Bezogene Veröffentlichungen:

Adrian. M 1980, vorbemerkung (© 1957) in „marc adrian inventionen“, edition neue texte, Linz 1980

Hendrich H., 1993, ‚Der mehrdimensionale Künstler Marc Adrian’ in BLIMP Filmmagazin, No. 24, Graz 1993, S. 20-21.

Okopenko A. 2000 ‚Die schwierigen Anfänge österreichischer Progressivliteratur nach 1945’ in Andreas Okopenko, Gesammelte Aufsätze, Band 1, Ritter Literatur, Klagenfurt & Wien, 2000, S. 13-38

Rühm G., 1980. nachwort in „marc adrian inventionen“, edition neue texte, Linz 1980

Wiener O., 2015. ‚Anfänge’ in: „Konrad Bayer,: Texte, Bilder, Sounds. Paul Zsolnay Verlag Wien 2015, S. 278-286

Umfassende Information:

marc adrian: Katalog der Neuen Galerie Graz, Hrsg.: Anna Artaker, Peter Weibel. Ritter Verlag Klagenfurt 2007

Marc Adrian: Das filmische Werk, Hrsg.:  Otto Mörth.
Sonderzahl Verlag Wien 1998

aus: IDIOME, Hefte für Neue Prosa Nr. 10.
© 2016 Hermann J. Hendrich

[1] Liste der Publikationen von Marc Adrian

das mammut. ein lehrstück. edition werkstatt breitenbrunn, Breitenbrunn 1969 und in Neues Forum Heft 247/248, Juli/August 1974, s. 30-33 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

SYSPOT (mai – juli 1968)  Zus. mit G. Schlemmer & H. Wegscheider, in protokolle, ’70; Jugend & Volk, Wien 1970 S. 86-96 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

poémes inventionistes, zusammen mit moucle blackout. Siebdrucke Format 295 x 315 mm, Spiralbindung, Hamburg 1972

marc adrian inventionen. nachwort gerhard rühm. edition neue texte © Marc Adrian 1980, ISBN 3-9000292-13-2

Kenneth Patchen: Schläfer erwacht. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Marc Adrian, Originalausgabe: Sleepers Awake 1946, © März Verlag GmbH 1983, ISBN 3-88880-038-2

4 Stücke für John Cage, in Ganganbuch 5, Jahrbuch für zeitgenössische Literatur, Graz/Wien 1988, S. 12-15, ISBN 3-900530-09-2

DIE WUNSCHPUMPE. Eine Wiener Montage. © Gangan Verlag Graz-Wien-Sydney 1991, ISBN 3-900530-18-1 www.gangan.com/buecher/Adrian_Marc.shtml

scenario für herrn h. in Neues Forum Nr. 452/454, Wien, Juli 1991, S. 57-63 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

bein ade! bade nie. in Linzer Notate Positionen, Blattwerk Linz/wien 1994, S.116-120 und in: die maschinentexte, Gangan Verlag 1996

die maschinentexte (E-Book, online). montagen, textsynthesen, computer generierte texte, permutationen (1966-69), © Marc Adrian & gangan books australia (Raw Cut 1996) www.gangan.com/ebooks/adrian/index.shtml

die maschinentexte (iBooks, download). montagen, textsynthesen, computer generierte texte, permutationen (1966-69), © Marc Adrian & gangan books australia (iBooks 2013) ISBN 978-3-900530-25-9 https://itunes.apple.com/at/book/die-maschinentexte/id777136916?l=en&mt=11

KENNETH PATCHEN und die amerikanische nachkriegsgesellschaft
© 1994 in STRUKTUREN ERZÄHLEN – DIE MODERNE DER TEXTE, Hrsg. Herbert J. Wimmer, edition praesens, Wien 1996, ISBN 3-901126-35-X. S. 33-53 ***

gegen das vergessen, © 2000 Marc Adrian in: fern schwarz
versammlung struktureller texte 1960 bis 2000. Academic Publishers/Graz, 2000, ISBN 3-901519-08-4, S. I bis VII

kurzer versuch einer stelllungnahme zu drei texten von hermann hendrich
© 2005 Marc Adrian in Gesammelte Texte; zehn, bergsommer und andere in Werkauswahl. Edition die Donau hinunter, Wien 2005, ISBN 3-901233-31-8, S. 9 – 20

Veröffentlichungen in der Zeitschrift Freibord:
schotter der erinnerung
in Nr. 20, 1980, S. 64-68
kindsbraut in Nr. 21, 1980, S. 16-18
filmrealität und textrealität
in Nr. 52/52, 1986, S. 7-26
beschreibung einer anwesenheit (Auszug 1966) in Nr. 57, 1987, S. 39-40
die wunschpumpe (Auszug) in Nr. 76, 1991, S. 7-41
frie der… in Nr. 91, 1995, S. 18

Manuskript-Faksimile in „marc adrian, Katalog zur Ausstellung in der Neuen Galerie Graz 2007“ Ritter Verlag Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-85415-412-9

Diverse Manuskripte im Literaturarchiv der Österr. Nationalbibliothek

Monika Graf

Vorfall

 

sie
rasen
an mir vorbei

an meinem
schutzumhang

der dunst verzieht
sich
lautlos

wortlos
die agonie
des fischmundes
auf dem
laster

stilles
vorwärtsgleiten im
lärm

fast

wie

zeitverschiebung

Rudi Krausmann

Thomas Bernhard

In Memoriam

When I heard of the death of Thomas Bernhard by chance in the German daily paper Die Süddeutsche Zeitung the reaction was more then a shock. My life seemed suddenly meaningless to me. Immediately I stopped working (ironically I was just translating the news for a German language program at Radio 2EA) and stared out of the window. What am I doing here, I thought. Opposite I saw some construction workers putting up another skyscraper at Bondi Junction. It was obvious what they were doing, but where would it lead to? Another shopping centre, another price list. It happens every day and I, like so many others, got used to it.

When I turned away from the window and looked into the room I saw, amongst many other silly wall decorations, one from Austria. It showed the ‚Stephanskirche‘, Vienna’s most popular cathedral in the background, and in the foreground a ‚Fiaker‘, a horse-drawn coach and its driver sitting on top with a few American tourists in the back seats. They were all smiling, of course, like an operetta by Lehàr (Immer nur lächeln …). This poster was distributed by the Austrian government.

At this moment I was not even thinking of Thomas Bernhard’s works, his novels, plays or even early poems, some of which I had read in the course of the last twenty years. As it happened I had had my own private encounters with Bernhard over a longer period. For one year I was sitting with him in the same classroom, it was at the ‚Humanistische Gymnasium‘ in Salzburg, later I met him in the streets of Vienna when he was totally unknown and writing his first novel Frost. If he did not use the tram (or the Straßenbahn) at the time, it was not only that he had hardly any money, but because he did not want to sit in the same compartment with the Viennese. He preferred to walk back to the apartment of his aunt, from the centre of Vienna to its outskirts.

With the literary success of his novel Frost, and the reception of the ‚Bremer Literaturpreis‘, amounting also to some prize money, he bought himself a small farm near Gmunden in Upper Austria, where he also died.

When I met him occasionally in the cafés of Salzburg, like the ‚Tomaselli‘ or ‚Bazar‘, bourgeois establishments which nobody from a middle class background could escape, he was always full of hate and full of irony. His hate was directed against the Austrians or the state of affairs in Austria, and his irony against the human condition in general, not sparing himself. And, if you like, he put his hate into his novels and his irony into his plays.

After I had emigrated to Australia I had of course lost personal contact with Thomas Bernhard. Once I sent him a copy of Aspect (No. 21, June 1981) because I had published a translated interview with him which had first appeared in Die Zeit, a German cultural weekly. I had not asked his permission. Bernhard was already ‚famous‘ at this time for his rudeness, he hardly replied to anybody and was not even willing (a friend of his told me in Salzburg during a later visit) to receive his translators. As he had not installed a telephone in his farm, even his friends and relatives found it hard to communicate. There was a rumour that he threw the daily mail in the rubbish bin before he had looked at it. Whatever the case, Thomas Bernhard’s style of writing and style of living were the same.

When Thomas Bernhard had died, suddenly, many Austrians must have been relieved. Nobody in Austrian literature, past or present, had made such direct attacks on his fellow-citizens. Neither the classic Grillparzer nor the modern Robert Musil. And never, to my knowledge, had the Head of State, ‚der Bundespräsident‘ made a comment.

‚Thomas Bernhard’s writings are an insult to the Austrians‘, Dr Waldheim had publicly declared. No wonder that Thomas Bernhard, who was buried secretly and had managed it that only three people could come to his funeral, thus depriving the Austrians of a lovely corpse (eine schöne Leich) made more headlines post-mortem than when he was still alive. And Gunter Nenning, provocative journalist from Vienna entitled his article in Die Zeit ‚Der wahre Präsident‘ (the true President). I quote (my translation): ‚Waldheim lives, Bernhard is dead. Death for an Austrian who, in his preference for the wrong ones, is as unjust like its Philistine people. At first they did not want to know about him. The West-German culturati, nourished by its publishers, had known Thomas Bernhard much better than his own countrymen … The true President of Austria, who was, like its people, justified in hatred about everything and everyone in this country, was not loved by his own people … But the dead Bernhard is a good Bernhard, the next postmodern public building will be named after him …‘

I could go on quoting ad infinitum, or if you like, ad absurdum. Unfortunately in this postmodern polemic the essential Bernhard could have been lost, or even forgotten. Perhaps foreign writers like John Updike, expressed a more balanced view. In his comment, also published in Die Zeit, he wrote: ‚Although in Bernhard’s writing the theme disease is prominent, I was deeply moved when I heard of his early death. My knowledge of his work is limited, but the few books of his which I have read impressed me immensely. In my opinion he was one of the authentic voices in post-war Europe … His unique form of irony and his particular honesty had the sign of greatness‘ (my translation).

I like to remember Thomas Bernhard as I saw him the last time in Salzburg. He was leaning against the wall of the ‚Trakl Haus‘, now a museum of this ill-fated Austrian poet who had died of an overdose of drugs during the First World War, at the age of 26. Although at this time he was at the height of his fame and productivity, his smile was very sad, with only a flicker of irony. I had intended to ask him to go to the ‚Tomaselli‘, but realised he was not in the mood to go anywhere. Thomas could have said what he wrote ten years later in a letter to the director of his plays, Claus Peymann:
‚All by-passes lead to death‘.

Mona May

Die Lemmingbucht

 

Eisig kalt pfeift der Wind durch die nördlich gelegene Bucht, die sich bei Leeka, einer kleinen Insel, die beinahe an Norwegen stößt, weit in das Nordmeer hineinzieht.
Die zwielichtigen Nebelgestalten, die übergroß aus der Bucht emporwachsen, schweben und umschlingen sich, werden vom fauchenden Nordwind hin und hergeschoben. Sie formen die seltsamsten Gebilde, um sich dann dampfend und rollend in die offene See zu ergießen.
Die frostigen Elemente schmiegen sich hier aneinander. Die gefrorene Luft, nicht einzuatmen, tänzelt auf der dünnen Eisschicht spitz zischend auf und ab.

Weit ab sind Schritte zu hören, und das Knirschen und Stöhnen, hervorgerufen durch das abwechselnde Aufsetzen des Körpergewichts, breitet sich eilend über die splitternde Schneedecke aus.
Die Frau, deren Füße in schweren, felligen Lederstiefeln stecken, scheint im dunklen Grauen des Morgens wie verloren. Ihre Hände bohren sich tief in die Taschen der filzigen braunen Jacke, die um die Taille von einem fettigen Lederband zusammengehalten wird. Um den Kopf windet sich dicker Wollstoff, der die Stirn mit einhüllt, sich dann an die Wangen preßt und in Form einer Kreuzschlinge die Kehle und den Hals umschließt.
Ein weicher schwerer Rock fällt bis auf die Stiefelränder, an denen sich der Saum durch die ständige Auf- und Abbewegung ihres Ganges bereits abgewetzt hat. Darunter, unter dem Rock, kratzen feste Strümpfe aus Schafwolle an den Beinen.
Wie tiefe, hohle Gruben nehmen sich ihre Wangen aus. Über ihren blanken Backenknochen lugen unter den Augenlidern zugezogene Pupillen hervor. Die Augen, deren Licht und Farbe erloschen sind – zwei stechende Punkte – blitzen katzenhaft auf.

Über ihr Gesicht, das von feinen faltigen Linien durchdrungen ist, huschen wehmütige Schatten, die ihrem bläßlichen Gesicht eine fast hochnäsige Noblesse verleihen. Ihr verbissener, fest verschlossener Mund zeugt von der nun unbeugsamen, erbosten und kämpferischen Natur ihres Wesens.

Hart kracht jetzt das Eis unter ihren Füßen, was als gläsernes Echo zuruckgeworfen wird.
Nein, nur nicht stehenbleiben, weiter, immer weiter, drüben leuchten die Nebelgestalten, winken ihr zu, weiter, nur nicht zögern, rufen sie und bewegen sich auf sie zu. Sie nähern sich ihr, schmeicheln sich ihr entgegen. Ein fahriger Windstoß wirft sie dann zurück, bringt sie zum taumeln, und wie von einem Fausthieb getroffen sinken sie in ihrer Leibesmitte ein, zerzausen und stoben davon.

Sie beschleunigt ihren Schritt. Der Wind hebt von neuem an, fegt wie ein wild dröhnender Orkan über ihren Kopf hinweg, droht sie mitzureißen, es wird ihr unmöglich, sich noch auf den Beinen zu halten.
„Aber nein!“, sie darf nicht stürzen, sie darf in sich nicht für einen Moment lang nachgiebig werden oder sich einer Schwäche hingeben. „Aber nein!“, kurz zappeln ihre Arme hilflos herum, und während ihr Kopf vornüber gegen das Brustbein schlägt, stemmt sie sich bereits wieder gegen den scharf tosenden Sturm.
Plötzlich, für den Bruchteil einer Sekunde, hält sie inne und starrt wie gelähmt auf das Bild, das hoch oben über ihren Augen auftaucht.
Sie sieht den riesigen weißen Adler, der inmitten seines Flügelschlages wie eingefroren verharrt. Dann, nach einem kurzen Augenblick, holen seine Schwingen weit aus, und die Flügel, deren Spannweite sich unermeßlich auszudehnen scheint, heben sich, wölben sich nach oben, um am Umkehrpunkt zu erlahmen. – Er bringt seinen Flügelschlag nicht mehr zu Ende und stürzt in endlose Tiefen. Aber – dank der erstarrten Haltung seiner ausgebreiteten Schwingen gleitet er dann das letzte Stück des Falls, um besänftigt auf einer wässerigen Oberfläche zu fanden.

Beißende Kälte dringt an ihre Haut und jetzt erst nimmt sie die Kälte wahr, von der sie umgeben ist, gleichzeitig ist es, als würde sie diese Kälte verbreiten. Die Vision des Adlers hat sie verwirrt, und sie ängstigt sich nun. Aber nein! Sie darf nicht stehenbleiben, nein, sie muß weiter, sie darf in sich nicht für einen Moment lang nachgiebig werden!

Ihr Keuchen wird nicht versiegen, laut und heiß pocht es gegen ihre Brust, während kühle Tränen an ihren Wangen hängenbleiben, um dort zu schimmernden kristallenen Perlen zu gefrieren.

Noch ehe der Tag anbricht, will sie auf der anderen Seite der Insel angelangt sein, sie will hinüber, an das andere Ende der Bucht, zu den Fjorden.

Die Lemminge halten dort drüben ihren Winterschlaf. Sie haben ihre pelzigen, mausartigen Körper aneinandergebettet und sobald das Eis zu schmelzen beginnt, werden ihre kleinen Körper zu zucken beginnen. Sie werden sich räkeln und langsam erwachen. Nach dem Erwachen werden sie mit ihren winzigen kralligen Pfoten durch das Fell streichen, sie werden ihre Ohren säubern und ihre Barthaare langziehen. Mit ihren kleinen stupsenden Nasen werden sie sich einen Weg aus ihren Winterbehausungen hinaus ins Freie suchen.

Sie ist seit gestern morgen unterwegs. Sie weiß nicht mehr, warum sie so plötzlich fort wollte, warum sie sich so hastig davonmachte. Gegen diese schmerzende, rufende Sehnsucht, von der sie einige Tage zuvor befallen wurde, die sie dazu zwang aufzubrechen, konnte sie sich nicht wehren.
Die Menschen im Dorf werden keine Ahnung haben, was sie davongetrieben hat, was sie aus der Enge ihres Lebens, ringend um Standhaftigkeit, aufgerüttelt hat, und was sie schließlich dazu brachte, in der kalten Nacht ihren Mann und ihr zwar bescheidenes, aber freundliches Haus zu verlassen.
Sie, die Zeit ihres Lebens eine von keiner großen Leidenschaft besessene Frau war, sie, die immer ihren Pflichten, gemäß ihrem Rang, den sie im Dorf einnahm, nachkam, wurde mit einer von ihr noch nie erlebten Wucht, von einer beklemmenden Agonie getroffen, die kein Zurück und keinen Ausweg kannte.

„Es gibt keinen Weg zurück, der Weg zurück ist weit!“

Das Bild des eisigen Schneeadlers ist längst verblaßt. Was hatte es auch für einen Sinn, sich noch länger darüber zu erschrecken oder sich mit Fragen über das Geschehene zu quälen?

Es würde sie nur behindern, es würde ihren Schritt verlangsamen und ihr Ziel in eine weite Entfernung rücken. Zum Schluß würde sie noch den Wunsch verspüren umzukehren, und dann wäre alles vergebens gewesen, der beschwerliche Weg umsonst zurückgelegt worden.

In dem kleinen Dorf, das sie gestern verlassen hat, würden sie alle mit neugierigen Blicken verfolgen, und kaum dass sie den neugierigen Blicken den Rücken zugekehrt hätte, würde ein wisperndes, bösartiges Getuschel hinter ihr einsetzen. Später dann würde sich das ganze Dorf ihr gegenüber in ein ausgrenzendes Schweigen hüllen, das sie mit jedem Tag mehr aus der Dorfgemeinschaft ausstoßen würde.

„Es gibt keinen Weg zurück, der Weg zurück ist versperrt!“

Bald wird das erste zarte Licht der Sonne den Tag bringen, sie wird den Morgen in einen kalten, milchigen Glanz kleiden. Sie muß sich beeilen, denn der hereinbrechende Tag ist hinter ihr her. – Sie will den Tag empfangen! – Stolz und ruhig wird sie sich ihm entgegenwerfen, und wenn ihr Atem am Verebben ist, wird dieser Tag ihr gehören, ihr ganz allein. Er wird sie zärtlich umfassen, und während die pralle Wintersonne aufsteigt, wird alles in ihrem goldenen, gleißenden Fluten erstrahlen.
Es wird sie niemand mehr stören können, sie wird am anderen Ende der Bucht angelangt sein, sie wird drüben bei den Fjorden sein. Selbst die Lemminge werden noch nicht aus ihrem Winterschlaf erwacht sein!

Siegfried Holzbauer

diarium 180696

 

schneechaos verhindert heimfahrt längert käsnudeln

auto bahnt salz weg die gute kammer offene tauern

urlaub

urlaub zuende

arbeit zuende vollmond

hl.3 könige faul

taufe valentin fetter als albert das essen halbwild

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lang bei oma bleiben zahnärztliche geheimnisse

bosnien aus qual wie nervt franziska michael

frei räume weiß am 30ten nichts mehr davon

hasha dim sum cafe musen um sonst nix

idee beginn link mutter anrufen wie spitalt vater ifor bosnien explore convoi wien gmunden

kleider lachen leute in die hose nebelsee sonnenberg gmunten beobachtet vater’s herzrythmusstörungen

kirch & kakao mit schlag löcher in der piste schlitten fährt tochter schnee schmilzt herz

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die auswahl geht weiter stresst zur erschöpfung der mittelweg platzt wie adern im aug rötet die scham braun schwärzt die demokratie an khol’s der teufel

zu fuß sondert untersuchung kacheln kalech minus 47

hektik verlust aufpassen dass die birne nicht implodiert paging a home ping ein letztes christ aufbäumen & sterne verspritzen

zweifel nicht ernst genommen malfunction wer bügelt’s wieder aus t/hyper/raum cyberhome homewardbound I wish I was wünsch tier was ich wünsch mir dass ich in den himmel komm lucy

knockin‘ on heavens‘ door japsend the virtual boy: komm gib mir deine hand

email arbeiten let it be & get back bobbies it works den mund gleitfähig machen zum überfressen seit heute eingewebt

anni am rüden ton erkannt gallig die kirche neu & fast leer die kinder messen das licht mit geschlossenen augen im schnee & schlitten die väter quälen sich den berg hinauf

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kralik fürchtet sich vor katzen auf der autobahn inbrünstig hofft er auf regen prägt sich die abfahrts und ankunftszeiten ein smetana war balsam für seine seele zeit wieder wallfahrten zu gehen die wahrheit koste lies ulat & co hochradproduktion & von den lippen die gulaschflecken

explore the un-verse das bosnische abenteuer lockt julia fiebert anna zittert vor kälte der steppenwind macht einsam

wegen schnee treibens like a virgin gehetztes dorf wien sein weib & irischer gesang berauschen michael

vergessenes sakko irrfahrten nach borneo fritz im hotel

going home durch wien bebt das bett

bürger von GeoCity Athens 2538

auf in den süden zwischen scheiben spaghetti bei ulli volles haus & würste in cahorce sausen & schmerzen julijanas ohren zum herzzerreißen

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in vertretung und bangen und hoffen dann springt sie mir entgegen alles gut aber ärztlicher rat verteuert den aufenthalt

ungeweckt vereist zum augustin im zwickel ein strahlend schöner tag ärztliche kontrolle leicht geröteter ohren belästigen nanne fade out day unbekannte gebeine lahmen den bach

morgendliche abschiedstränen verfroren zum augustin bismarck’s zweifel im zwickel aufgelöst zu weichware doppelt bekocht tochter’s tante tanzt & klara

glätte droht furt zu vereisen klagen undinen die dauern mich

samstag glättet & die straßen

schnee im nebel wasser im wald kinder im messer & der bruder im T-shirt

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arbeit macht krank finanzamt arm sparpaket sauer & die kleine nach der mutter weinen ausgeheilt

nach langer zeit mit der straßenbahn zur arbeit auf der suche nach dem hochzeitsfüller riesenbudgetloch gefunden & eine homepage

zu dritt verweigert ein drei-sterne-general bruderschaft verpflichtet die idole der jugendzeit scheibchenweise silbern demontiert dinkelmehl semmelweiss ein rauchfangkehrer bläst zum angriff

jacket ausgezogen & die krone auf dem zahn gefühlt & zwei stunden auf dem stuhl

kinder wagen wohnungssuche infrarote energiestrukturen als fluchtwege ins land ob der enns

verhaut versaut der tag verlegen eskaliert der streit rund um die liebe zur farce & verkocht leise unter der bettdecke

zur lasagne eingeladen weitergekocht kehrt stille ein im weinen löst sich ein schrei auf wiedersehen

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grau wenig blau der bart gehört gestutzt zu recht verlor sie milch ans schattenhaus

fünf bis drei viertel zwei falten wieder ausgebügelt bäcker’s verlust schmerzt

am nächsten tag zerspringt der kopf dumpf & widerwillig

eunuchen im ruhestand fluchen sich jung & unversehrt der valentinstag brachte blumen für paul & im extrablatt einen stein ins rollen

erschlagen vom transit verdoppelter utopien & ankerworte in paralellwelten des erinnerns im meer derzeit beben geflutet zu stumpf gewetzten herzen amo klopft es bis zum hals der rote teppich blumendurchwirkt seine mutter kindst

frisch bezahnt zum faschingsamstag snack seltener pelzbesatz & ungeschützte daten sollwerte zeitversetzter lustfeindlichkeit im keller nähren sie ratten züchtigen ihre kinder & erzählen witze & von heldentaten & dem ständigen
kommen & gehen der leute & hemmanschwellen der wc-benützungen in heidi’s männerpension an der ostseeküste

kein kind & messer aber paura’s mündung blitzt auf in schneewasserlachen entenbraten sinkt wie ein stein zu boden geräucherten saibling verschlingend

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erfolglos verzettelt vertröstet auf morgen das heute

wie gestern die gleichen zerfledderungen der sekt bleibt ungetrunken die nacht & ruhe gestört vielerlei

erste anmeldung & antworten zum jahresende wohnen im grünen

erste schritte im schneegestöber wohnen im silo

kinderärztlicher rat wohnen im einklang

erster augenschein trost im klassenlos & befühlen von federn lohnt sich nicht

aller heiligen wasser gefror im wald zu schlaf: kind ermesse die verwunderung

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wiedersehen mit gustav arp nach 5 wochen ist der montaghimmel noch blau wie 10 tropen koh-i-noore zypressen und fichtenhölzer biegen sich zu kontragitarren am altstädter ringt kafka um luft publikumswirksam bleibt der pfeil in ihren blonden haaren stecken

friedenserhaltung am golan zum schulden abtragen busse fliegen in die luft die grippe hat wieder zugeschlagen trotz vitaminbecher einfrieren des prozesses molotow zündet seinen cocktail an & schmeißt ihn in die jubelnde menge

mangels arbeit vorzeitig abgegreist

schüttel froh stab & gebrannte mandeln neugeboren weit geöffnet dringt in vollen zügen neues ein

warten dass der tag vergeht & das kind schläft schon ungeduldig

ich hing an ihr inge aichinger rarität im schneegestöber milchreizende barockstadt zum mond erbleichte sonne

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wieder noch ungesund im geschäft

auf der spielwiese das projektil abgefeuert & darum ins schwitzen gekommen

stunkstress über den tisch gezogen gescholten plötzliche siedepunktverlagerungen

enthaltsamkeit & geburtsvorbereitung entspannt gesittetes baby

frau ohne stimme im afghanischen zählt regina maxuta

luitz am pötzibeg kungen kauging statt bendi gatzhaus fapad

zusehends in die länge verwortet wo schnitt in der kemsse von nöten & theater den lufthauch austrocknet

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zuwiderläufer montag ins blanke mozart gerückte gärten & der semiramis tränenreiche

im schnee nach sonne brüllend gestöbert bleibt schreiben der einzige sozialkontakt

nach genns ziehen gescheitert am steten zuzug kommender lasten wo flußschlingen die fülle zu haltlosen steinen versanden & glashütten

wortfluß grindiger katzen pisse verflüssigt & überversichert geburtsvorbereitende finanztransaktionen

die sonnenbrille & qual der verwandtschaft an namenstagen verleitet zu einem ersten zaghaften frühlingsspaziergang

einwand: schafft vereinigung des erinnerns (leg dich in die sonne hans und brenne anna kalbt)

statt lieb baumeln sonntagsherzen im familienidyll schleckt der bruder das messer ab & klappt zusammen

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in die montagslähmung platzen wechsel öl ins feuer erstarrt die hand kellerkalt zur publikumsbeschimpfung täger und kriegslinge zu stehlen und schlachten

kinderpflege haut & haar überschäumender stress lachen

hinter der ortsmusik im gleichschritt zur totenmesse die tante wächsern im sarg krokusse & schneeglöckchen beider zehrung ihr sekundentod hält bei stimmung

über arbeit fordert zeit vernichtung auf der stelle treten ein abend im haus der frau

wochenende beginn gänzlich freitag

roithen eggt bier zu welse & verdingt sich als knecht ab hof

kindermesser schneiden entenfutter fleckerl schinken küchenberge herb erträumte sonnentage was unter den tisch fiel: ärger übers essen völle & schweiß das kind bei oma & opa müdigkeit & uta’s buch der becher die angst die sorgen & sie

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gustav rapt den kindern dunkle flecken in die hose & seele ignoriert die kippenden hochzeiten & wallfahrten ins ungewisse glück & glas wie leicht

dann flieder & sein herz in wohligen zuckungen flutet die vorhöfe schächtet männer & dörfer ketzer pomlaska’s ruten für st.nikolaus die schindermähren der regenten kometengleich entwurzelt verglühen lautlos über kuwait

auf spurensuche herkünftiger zustände trauer um marie unvergeßliche wirtin als ulrich’s söhne sein pferd in andere hände gaben stahl er sich davon ein goldenes kreuz & ging

noch weiter zurück in klausuren geschlossen harren alte reisetintenfässer der befüllung

wie in alten tagen wege wagen & laut fragen einklagen für kurt ein helles

zu anna’s feiertag sieben ziegen verspeist

sommerzeitumstellung wie sehr doch enthausung schmerzt

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wie der da im hemd wie wichtig

wie der im orbit trüb nach einer woche kar o stern verdunkle

mit

grün

den freitag fast leer gemessen am kastendenken

die auferstehung nicht abgewartet die welt ist voller junger mütter

gutschein esther kitzelt lachen auf den bauch

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otto pötzi’s erste puppenwagenfahrt

beim schließen der erinnerungslücken wundgeflogen

gast im garten erste sonnenstrahlen die vergangenheit wach ins weiße so verlaufen reisevorbereitungen im sande die pläne & das geld zerronnen in den fingern klamm das fromme lied teil um teil verloren hannes versteht sie nicht weint

wieder im prater blühen die bäume für bosnien noch nicht ausgequält die kälte zwingt schweizer ins haus inkpot rauchen

groggy unterwegs die leberwurst im kasten mühsam

das aufbauen gelingt zum fest verschraubt mit band und mütze trennungsschmerz die zeit verfliegt ihrem charme

marathon der wind erkältet den frühling im fischerhäusl mit katharina versäumte messe beim platz schaffen gewann die oberhand

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caritas freifinanzierte rosen in alturfahr west renoviert

das auto überholt das trinken das geld abgewartet das kind auf das ende des winters

die tage neu gerahmt das leid der säle vereinsamt unter freiem himmel lidschluß sucht leim rieb klösterliche seideln breit & lacht

lauer himmel brennt rillen in herz tische & stühle lockt ins freie krümmt vögel & räme zu seligen schwegeln & andenken dungen knechte für erlahmte allen alles recht machende schweyer & rannten davon brannten kinder löcher in zähne hände & lungen verschoben milch dann fische in historischen trachten vergraben

in den keller auslagerungen & umschichtungen an der donau spielstrand

wieder blank gehen wippend die balkone neu bepflanzt & redesigned mit stiefmütterchen & vergiß mein spielzeug nicht

hasel acht mühlen muß sehen wie halb geöffnet die felder bald lohnen die tränen der schweiß um die liebe

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die hitze hält an & jetzt raus die blätter gras & blüten in der abendsonne verglimmt der tag

in der sandkiste hand in hand die rutsche hinunter über die wiese gelaufen ihr überschwang steckt an

das umbauen der demos entsorgt 13000 um 20 gelassen stehen diese ketten sprengenden bibliothekare international im regen austausch zur miete kindst tagesmutter victoria

heute zur lösung entinnertes als datengerümpel gelöscht & aufgeräumt

gerhard schied mit stab essend aus über stunden frei

im einkaufsrausch roten sarbes heimtraut zu finden versucht glück zu scheiden & befeuchten

kind zur oma kommt neues eben zur weißglut gebanntes panorama einer überlandfahrt

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so scheint ohne einladung geburtstage zu vergessen ärger als die angst vor verwerfungen zufälliger lüste flüchtigkeiten

& verschiedenes warten von frühen ängsten schwanger & kugelrund am busen der glanz schafft unbehagen & verfliegt im schaum

er trägt sie & es noch immer rafft auf einer langen weile fahrt hausen gusen taumeln talwärts reichlich lieb aut zartes maiengün

weiterwarten in der stille pöten pyro leben retten zitternd täuschung

in bewegte bilder zerscherbtes säuglingsgrab zerplatzt die hoffnung von der mobilisierung des blickes

so viele dinge nicht so passieren wie sie sie wüschen

fischer’s garten reim & utens haar hält katharina rund

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der bauch schmerzt durch männlichen eingriff verwundert verweint die anzeige zeit der niederkunft überschritten

der kadett ist verkauft tausend apfelblüten entlang des kreuzwegs locken vergeblich

im kreis warten sprengt die blase abendlicht dunkelt den tag frei zur geburt presst das kind aus der höhle & mir in die arme esther thérèse will trinken zur mitternacht glühen der kastanien kerzen kafka bemehlen freundliche aludosen

erleichterung stresst doppelt einfach die große wieder holen & das kind bestaunen

oma’s 360.kniebeschwerden zwingen freitag

die zunge zu holen beißt warzen blutig pumpt & schläft wieder auf meinem arm

milch & tränen im überfluß zur muttertagsgeschenkswelle

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mir ist alles recht stressig für’s baby nest herrichten oma quasselt die mitternacht herbei

gesteuerte erklärung beim bezahlen der klinikabgaben nach pizza & henkell trocken reist sie wieder ab vapor holt sator willkommen daheim

so beginnt das alltagsleben mit zwei kindern & inbetriebnahme der melkmaschine neues familienglück

& im stillen

& heute statt milch fließen tränen & lösen den stau zur ersten ausfahrt

linz festet auf im getümmel wortlos versandet

zur spielwiese geplatzte krägen & radlager

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kindergartenonkeln & wäsche glätten

ins büro abgetaucht an der donau ausgeflügelt

auf amtswegen drei rosen unbezahlbar das entfernte haar im nestroy & müttergeschnatter verweht die spuren im sand verlaufen die verwerfungen fragrecht zur fallinie kommt der exlover kindergartenschnuppern bleibt ein flaues gefühl im magen

& leer verkannt unbeachtet eröffnen ausgestellte panoramen esther’s erste autofahrt

ostmann in der libyschen wüste grüßt carlo allergische reaktionen im trappistenkloster franz schreit laut auf knusprige garnelen machen lust auf sechs tage sekt

leckt haar schnitt bart spielt volk am platz färbt & melkt idylle ab

der töchter aufwachen schlaft mich drittelt die nacht pfingstwund der kinder messer aalglätte räuchert markschwarz

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nelken statt pfingstrosen große augen & immer durstig

kälteeinbruch lindert launen weht antonias ungeduld zur steig um zwei felle schwimmen schon

glutenweiße milch läßt tiegel springen wanzen lauschen saugen über allen wipfeln ist ruh

vier gewachsen & erschwert ums viertel ausgeschieden der vierte zeitversetzt gestrandet bald heitert sich der himmel aus

buckelkinder am hamburger fischmarkt

den nachmittag verschlafen putzwut reinigt kaum des tages schwüle roseo schreibt das tempo vor

sie lispelt leise platz stadtkind vermesset berg und tal die heiterkeit im ausfluß permanenter unzufriedenheit

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nach 14 tagen vaterschaft ins büro zurückgestreßt apfelsaft geilt auf krümmelt geblähte säuglingsbäuche winden donauwellen wütend sang & rüttelt wiese beruhigung je wieder sex, drugs & rock’n’roll

was zählt tickt langsam bewimmert plötzlich purifikation

arbeit freit & webt bezüge zurrt 50 täler & führt schafe schreiben

der vers offen die flasche entzwei liegen wir im bett & verschlafen die sommerhitze

am busen denaturiert die milch fischelt alibigärten im roten wüstensand unfinanzierbare büsten

brennheiß gekühlt im gmundner strandbad flutet chlor das becken blau die luft zum spaß der schatten grau

sonne ohne messer tage ohne fön schickt mädchen nach innsbruck als dankeschön

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froschung & ungeküßte leere verglühen in der sommerschwüle saugen simon’s staub zu blitzen aus nächtlichen witterungen

verstört läuft kreis dash an ecken schwindet vertrautes dash fett schwitzt sich zur ader dash die lasten dash frei gefügte ziegel atmen kurz

zwölfer schnitt lust zwischen durchlässen ladungen oft verstümmelter waren im regal neger sich im gras im tor tot der otto dreht sich um nebel um esel verkauft seine seele an hippokraten die zufällig die längste laufzeit boten

helle schockt mich angenehm rührt zum trennen vergangener ankerleinen

bauch an bauch den zahn aufborendes interesse der kommandanten im schatten des schanigartens ola broken

stein rutt zeug schreib bezug & fertig prinz

den kleister wegkratzen fünf verklebt auf einen streich im strandbad rösten peanuts kinder glücklich

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haschek siedelt im wasserfeld der samen leicht der fisch zappt auf umwegen zum see euphorisiert zählt er bis fünf vor zwölf ronnies zimmer küche kabinettstücke

 

Josef Haslinger

Jewish Vienna

 

To speak about the Jews of Vienna is for me to speak about an overwhelming helplessness. It means to speak about myself, too. I’m not Jewish, but Sigmund Freud was, and Arthur Schnitzler, and Gustav Mahler, and Otto Bauer, and Joseph Roth, and Arnold Schönberg, and Ludwig Wittgenstein, and Alexander Zemlinski, and Karl Kraus, and Theodor Herzl, and Alfred Adler, and Siegfried Marcus, and Jakob Wassermann, and Egon Friedell, and Hugo Sonnenschein, and Elias Canetti, and Hermann Broch, and Stefan Zweig, and Bruno Kreisky. These people and many others I could mention, have had a considerable influence on my thinking, on the way I perceive and on the way I live. And they all lived in Vienna as I do.

These are names you may be familiar with. I could also speak about my friend Ilse Aschner, who did not even know, that she was Jewish. But the Nazis told her, as so many others, who were made to Jews, because they had Jewish ancestors. Ilse managed to escape in the last minute. Her parents could not. To speak about the Jews of Vienna means to speak about Ilse Aschner’s parents, too, and about the nameless others, whom I didn’t get the chance to know personally, because they were killed before I was born. At the beginning of the century 200,000 Jews lived in Vienna. Nowadays there are only approximately 10,000 Jews.

To speak about the Jews of Vienna means to speak about millions of European Jews and their fate, which the Viennese Jews had to share. Was it really fate? Not really, neither was it an accident, nor was it an isolated event. It was a systematically prepared and deliberately organized and performed extermination of millions of men, women and children, based on a long European tradition of Christian and political anti-Semitism. To speak about the extermination of the European Jews means to speak about the exterminators, the perpetrators of a scenario that has been rehearsed intellectually and psychologically throughout centuries. There were variations, but the purpose was the same: the decimation of a distinguished European minority.

The history of the Jews of Vienna is not only part of Viennese history, it belongs to European history. The history of the European Jews, however, especially on the verge of catastrophe is specific to Viennese history.

At the end of the 12th century the first considerable influx of Jews to Vienna began. Shortly thereafter 16 Jews were killed by people who had the blessing of the Pope to murder them in the name of Jesus Christ. Following the burning of Johannnes Hus (1415) Duke Albrecht V ordered the complete expulsion of the Jews. The poorer ones had been abandoned on the Danube river. But 120 wealthier women and 92 men were burned outside the city wall. People cheered. We shouldn’t shake our heads. After all we have not found a way to stop this cheering on while others are killed.

The property of the Jews was confiscated by the Duke. The Synagogue was destroyed, its stones were used to build the University of Vienna. There is no sign of cultural greatness which is not at the same time a sign of barbarity, said Walter Benjamin. The history of the University of Vienna is a striking example of this notion.

We are told that the Jews came back to Vienna under the special protection of the Habsburgian emperors. But they didn’t come back. Other Jews came. There were many places in Europe, especially in eastern Europe, where pogroms against Jews were the order of the day. In 1649, after the rebellion of the Cossacks, an estimated 100,000 Jews were killed in the Ukraine. Some Jewish refugees came to Vienna, which seemed to be a relatively secure place at this time. But twenty years later about 500 Jewish families were expelled by the next generation of Viennese. The emperor was no longer able to protect them. Again this was not the end of Viennese Jewry. For financial reasons the emperor invited wealthier Jews to come back. Slowly a new Jewish immigration to Vienna began.

After the revolution of 1848 civil rights were extended to the Jews as well. Based on this achievement the Jewish immigration to Vienna especially from the eastern parts of the Austro-Hungarian Monarchy increased and brought the largest contribution of Jewish people to the city of Vienna. Freud, Schnitzler, Kraus, Herzl are children of this wave of immigration. The Liberalism of the 1880ies which served as the impulse to the immense cultural and scientific prosperity in Vienna at the turn of the century, stems from the Jewish immigrant traders, entrepreneurs and businessmen.

At the same time the advanced form of anti-Semitism, its radicalism and its application as political demagoguery, was developed in Vienna. For Georg Schönerer, a radical anti-Semite, the Jews personified all the evils of the world. On March 3, 1888, he and his gang devastated the editor’s office of the Neues Wiener Tagblatt and rampaged the Jewish employees. Schönerer had to go to jail. He also lost his noble title. After he was released, 21 members of his fanatical nationalist party (Alldeutsche Partei) were elected into the Reichsrat, the Austrian Parliament.

My mother remembers Schönerer. She was a little girl, who grew up on a small farm in the northern part of Austria, not far from the Czechoslovakian border. The scenery is idyllic. Nowadays many artists settle there. Schönerer was the owner of the castle of Rosenau. He used to ride through the neighboring villages and give candies to the children. My mother still can’t believe that this friendly man should have been so malicious.

Another anti-Semite, who’s influence was much stronger than that of Schönerer, was Karl Lueger, the popular Mayor of Vienna. Because of his notorious anti-Semitism the Emperor Franz Joseph refused to support Lueger’s nomination as Mayor. But Lueger was reelected. Franz Joseph refused again. And Lueger was elected again. After the fifth election Franz Joseph saw no alternative to Lueger’s nomination.

Lueger was the creator of a rhetorically polished political demagoguery against Jews. He was something of a modern politician. He did not always believe, what he said. He agitated against the Jews because he realized that anti-Semitism was a widely accepted attitude. He had good private contacts with Jews and never rejected a dinner invitation in a wealthy Jewish house. Many Austrian tradesmen, small merchants and shopkeepers, victims of the modernization and industrialization, welcomed the simple explanation that Jews are responsible for their fate. The Jews were either the big capitalists or the Marxists. Of course there were wealthy Jewish businessmen and with one exeption the leaders of the Socialdemocrat Party, the so called Austromarxists, were Jewish as well. But there were also thousands of poor Jewish immigrants from the eastern parts of the empire, who did not fit the image of the crafty Jewish businessman or the radical Marxist. They were simply hated because they were different.

Lueger was a politician in a very modern sense. He practiced the politics of sentiments. His maxim was: Let’s increase the prejudices and fears if they are able to bring in the votes. For him political power justified any means. I, myself, don’t believe that Karl Lueger would have allowed the persecution of the Jews, but his political rhetoric contributed to it. Lueger was very successful in developing an excellent welfare system which served as an example for many European cities. Many of the financiers of this renewal of the city were Jews. Lueger said: I decide who is Jewish.

At this time in Vienna there lived a young unsuccessful painter, a mediocre student, a man who was not as popular as he would have liked to be. His name was Adolf Hitler. Hitler admired both Schönerer and Lueger. What he tried to do during the twenties, namely to combine Lueger’s anti-Semitic rhetoric with Schönerer’s deep hatred of the Jews, he unfortunately succeeded in doing during the thirties. Hitler claims in Mein Kampf that he learned his anti-Semitism in Vienna from both Schönerer and Lueger.

To speak about the Jews of Vienna means to speak of the persecutors, about millions of Germans and Austrians and some others who helped them practice the hitherto unthinkable. It means speaking about two generations who’s thinking was informed by this irresponsible political rhetoric, from which some are still not able to disentangle themselves. Im speaking about my parents‘ and grandparents‘ generations, I’m speaking about myself.

Let me tell you one strange experience. I grew up in a region without Jews but still with latent anti-Semitism. It was as if Schönerer still was riding through the villages, spreading his political poison by distributing candies among the children. There were no Jews, but my father told anti-Semitic jokes. I didn’t understand them, but I repeated them, because these were the jokes of the adults. On Sundays, after the catholic mass, the men crowded into the local inns. While the women at home were cooking, the men told heroic stories of the war. The old enemies were still the enemies and the old friends, the Nazi-Germans, were still the friends.

During this time my father listened attentively to these war stories. He seemed to regret that he was not able to tell his own heroic stories, because he had not been old enough to join the German Wehrmacht. He bought magazines about the heroic German army and saw movies about the war. He resented that most of them were produced by the Americans. He became an admirer of general Rommel and on Sunday mornings after mass, in the inn of the village, he began to speak about the war. And the others were astonished that he knew more heroic stories than they did.

There was another farmer, our neighbor, who never spoke about the war. But everyone knew he had participated on the eastern front between Poland and Stalingrad. When he was asked, he just said: There is nothing to tell. But once when he was drunk, he was asked again to tell about the war. Suddenly he began to cry. His lower lip trembling, he started to tell that he did not fight against soldiers. He shot civilians. His company burned down houses and he shot at the women who tried to escape with their children.

Although everyone was aware of this side of the Second World War, it was taboo to speak of the fact that the German Wehrmacht was involved in the National Socialist extermination program. You can imagine that his story did not bring him the highest respect.

I often thought back to this experience in the tavern. I realized later that my father, who suffered because he had been too young to participate in the war, could not take seriously the old man who suffered because he had participated in the war.

To speak about the Jews of Vienna means to speak about the extinction of a great culture. The British author George Clare who became famous for his internationally acclaimed novel Last Waltz in Vienna, was born in 1920 as a Viennese Jew. He first returned to Vienna 1945 as a soldier of the British Army. He observed that post-war Vienna has become very provincial.

To speak about the Jews of Vienna means to speak about a huge absence. I felt this even when I was studying in Vienna in the seventies. I did not study in the old University constructed of the stones from the Jewish Synagogue. Nevertheless I became aware that the newer university, the Ringstrassenbuilding, was still affected by the discrimination and expulsion of the Jewish scholars. This university where only decades ago several Nobel prize winners had worked, was now dominated by academic small talk and intrigue. Without its Jewish academics and scholars the University of Vienna lacked in critical intellect.

To speak about Jewish Vienna for me also means to speak about my rediscovery of Jewish Vienna in America. I would like to tell you of my appreciation of Egon Schwarz, whom I met in St. Louis, of Frederic Morton, whom I met in New York, of Hans Zeisel, whom I met in Chicago, of I.D.Spenser, whom I met in Hamilton, Ontario, of Lilli and John Kautsky, whom I met in St. Louis, and of Jakov Lind, whom I met in Oberlin.

Next year would be the 80th birthday of Jean Amery. He was born in Vienna in 1912 as Johann Mayer, the son of an impoverished family. His father died in the First World War. He studied History and Philosophy in Vienna. It was not important to him that he was half Jewish, but it became important to him in 1938. He emigrated to Belgium where he joined the resistance. While distributing leaflets he was arrested. He was tortured in prison. Since he didn’t release the names of his comrades he was deported first to Auschwitz, later to Buchenwald and finally to Bergen-Belsen, where he escaped execution, however. Although he survived the Holocaust, he became a late victim of the Holocaust. Throughout his life he could not come to terms with what happened to the European Jews, to him and to his family. He couldn’t stand the post-war forgetfulness of his fate. When you have been tortured, said Amery, you stay tortured your whole life long. The Holocaust had made him homeless. In 1978 Jean Amery came back to his native country, only to commit suicide.

I do hope that Germany and Austria have learned their historical lesson. With regard to Austria, however, the Waldheim affair shows that there is still a lot to learn. There are still too many people unaware of what they and their forefathers have done. The extermination of six million Jews and the killing of millions of others is a very high prize to pay for the democratization of such small countries as Germany and Austria. I feel optimistic that we are learning to accept our culpability and that we shall not forget what has happened.

If human rights, the dignity of every human being, are not the common sense of the overwhelming majority, the minorities live under a constant threat. And anyone can suddenly become part of a despised minority.

To think about the Jews of Vienna means to think about ourselves, about our achievements, about our capability for a successful coexistence with all these diverse cultures it means to think about our capabilities for peaceful solutions in the face of threats and conflicts. To think of the Jews of Vienna, after all, is to think of our future.

Reinhold Aumaier

eyeball & chain

i guess i’m like a turtle
hiding underneath its horny shell

Janis Joplin

six flies in a video
horseflies in a rodeo
butterflies on pretty peggy-o…

… what will your lover see
what will your mother say!?

butter ’n tango in a brando-night
honey & milk lost on paradise-sight
laurel & hardy in a christmas tree-fight…

… how could it all come true
does anyone have a clue?!

six lives in pretty peggy-o
horses‘ tango on a rodeo
sex, lies & video…

… tapes will frame you truly
you may see it so or so